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Stuttgart: Schwert-Mord-Prozess – war der Angeklagte schuldfähig?

Frage nach Schuldfähigkeit  

Schwert-Mord in Stuttgart – mutmaßlicher Täter vor Gericht

15.04.2020, 10:11 Uhr | dpa

Stuttgart: Schwert-Mord-Prozess – war der Angeklagte schuldfähig?. Eine goldfarbene Justitia-Figur: In Stuttgart beginnt der Prozess um den Mord mit  einem Samuraischwert . (Quelle: dpa/Symbolbild/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild)

Eine goldfarbene Justitia-Figur: In Stuttgart beginnt der Prozess um den Mord mit einem Samuraischwert . (Quelle: Symbolbild/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

In Stuttgart hat ein Mann seinen ehemaligen Mitbewohner auf offener Straße mit einem Schwert attackiert. Das Opfer starb. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Einem Gutachten könnte besondere Bedeutung zukommen. 

Mit Spannung wird in Stuttgart der Prozess um einen Mord mit einem Samuraischwert erwartet. Einem 31 Jahre alten Jordanier wird vorgeworfen, seinen früheren, 36 Jahre alten Mitbewohner im Juli 2019 im Stuttgarter Stadtviertel Fasanenhof mit einem Schwert erstochen zu haben. Das genaue Motiv für die Tat ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft unklar.

Die Bluttat hatte sich Ende Juli des vergangenen Jahres vor den Augen zahlreicher Zeugen abgespielt. Viele von ihnen sollen nun im Mordprozess gegen den angeklagten Jordanier aussagen, der an diesem Freitag vor dem Stuttgarter Landgericht beginnt und mindestens bis Ende Mai dauern soll.

Im Laufe des Verfahrens wird auch die Einschätzung eines Gutachters erwartet, der den Prozess verfolgen und sich ein Bild unter anderem von der Schuldfähigkeit des angeklagten mutmaßlichen Mörders machen soll. Der Sachverständige habe bereits ein vorläufiges psychiatrisches Gutachten übersandt, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Unklar bleibt vor dem Prozessauftakt, ob und inwieweit sich der Angeklagte dabei gegenüber dem Experten geäußert hat.

Nicht bekannt ist bislang zudem, warum sich der Asylbewerber damals für die Attacke entschied. "In der Gesamtschau der Ermittlungsergebnisse dürfte das Motiv am ehesten im zwischenmenschlichen Bereich zu suchen sein", hatte die Staatsanwaltschaft zuletzt mitgeteilt. Auch die Kriminalpolizei hatte einen persönlichen Grund zwischen den beiden Männern als Auslöser gesehen. Sie hätten sich schon früher häufiger gestritten.

"Bestialische Tat"

Die offen zu Schau gestellte Brutalität des Mannes bei dem Angriff mit der scharfen Deko-Waffe hatte im Stuttgarter Sommer des vergangenen Jahres für Schlagzeilen gesorgt. "Diese Tat in aller Öffentlichkeit ist entsetzlich und abstoßend", hatte der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz nach der Tat gesagt. Die Attacke sei bestialisch, menschenverachtend und extrem aufwühlend gewesen.

Weil der Mann das Schwert zudem mitten in einem mit zahlreichen Hochhäusern bebauten Areal gezückt hatte, war die Tat von Zeugen aufgezeichnet und das Video im Internet geteilt worden. Nach dem Angriff hatte der mutmaßliche Schwert-Mörder zunächst die Flucht ergriffen, er war aber am Abend desselben Tages festgenommen worden.

Das letztendliche Gutachten fehlt noch, das Motiv ist nicht bekannt, aber zumindest weiß die Kammer mehr oder weniger sicher, wer da am Freitag auf der Anklagebank sitzt: Die wahre Identität des Mannes hatte sich erst durch einen Hinweis von ihm geklärt. Zunächst war bei dem ehemaligen Mitbewohner des 36 Jahre alten Opfers von einem 28-jährigen Syrer ausgegangen worden. Zweifel daran nährte der nun Angeklagte später selbst, als er bei seiner Festnahme angab, zwei Jahre älter und Jordanier zu sein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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