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Mehr Badetote in Hessen

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Mehr Badetote in Hessen

06.08.2020, 11:23 Uhr | dpa

Mehr Badetote in Hessen. DLRG

Eine Rettungsschwimmerin der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) in einem Wachturm. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der Badetoten in Hessen ist gestiegen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres starben mindestens 18 Menschen, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Das sind vier mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Unter den Opfern waren auch zwei Kinder", sagte der Präsident des hessischen Landesverbands, Michael Hohmann. Laut den Angaben starben 12 Menschen in Flüssen, 5 in Seen und einer in einem Bach.

Bundesweit hingegen waren die Zahlen rückläufig. So kamen in ganz Deutschland mindestens 192 Menschen beim Baden ums Leben, 63 weniger als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund für den entgegengesetzten Trend sieht Hohmann auch im hiesigen Sommer. So sei das Wetter in Hessen zuletzt deutlich besser gewesen als in Bayern oder an der Nordsee. Sowohl bundesweit als auch in Hessen kamen zumeist Männer ums Leben. Sie seien oft leichtsinniger und spielten gerne mal den Helden, was dann leider allzu oft tragisch ende, hieß es

Auch mit Blick auf die aktuelle Hitzewelle in Hessen warnte die DLRG vor dem Abkühlen und Schwimmen an unbewachten Badestellen und in Flüssen. "Der Rhein und der Main sind Bundeswasserstraßen, das ist wie eine Autobahn", sagte Hohmann. "Auf einer Autobahn geht auch niemand spazieren oder stellt daneben einen Sandkasten auf und lässt seine Kinder dort spielen." Die teils ohnehin starke Strömung werde durch die Schiffe noch verstärkt.

Die aktuelle Saison stehe aufgrund der Corona-Krise unter besonderen Bedingungen. Zum einen würden viele Menschen in diesem Sommer in Deutschland bleiben. Zudem anderen hätten die Freibäder wegen der Pandemie entweder gar nicht erst aufgemacht oder eine Einlassbeschränkung. "Das hat zur Folge, dass viele Menschen an die unbewachten Badestellen stürmen", sagte Hohmann.

Ein weiteres Problem sieht er in ausgefallenen oder stark eingeschränkten Schwimmkursen. "Bei uns in Hessen hat es seit März keinen Kinderschwimmunterricht bei der DLRG gegeben." Und in den Schulen sei das Schwimmen ebenfalls zumeist gestrichen worden. Da sei ein Jahrgang, der nicht richtig Schwimmen lernen konnte. "Das treibt mir wirklich Sorgenfalten ins Gesicht."

Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. In Hessen zählt die DLRG 60 000 Mitglieder. Sie ist mit rund 90 Stationen an den hessischen Seen und Flüssen vertreten und unterstützt zudem in einem Großteil der Freibäder.

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