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Stuttgart: 97 Prozent der "S 21"-Tunnel sind gebohrt

Absage an Moratorium  

97 Prozent der "S 21"-Tunnel sind gebohrt

Von Tilman Baur

23.10.2020, 08:09 Uhr
Stuttgart: 97 Prozent der "S 21"-Tunnel sind gebohrt. Baustelle am Rosenstein: Der Tunneldurchschlag für die S-Bahn ist erfolgt. (Quelle: imago images/Max Kovalenko/Lichtgut/Archivbild)

Baustelle am Rosenstein: Der Tunneldurchschlag für die S-Bahn ist erfolgt. (Quelle: Max Kovalenko/Lichtgut/Archivbild/imago images)

Die Bahn hat den Durchschlag des S-Bahn-Tunnels Rosenstein gefeiert. Laut Bahn-Vorstandsmitglied Ronald Pofalla würden die Bauarbeiten für "Stuttgart 21" im Zeitplan liegen.

In Stuttgart hat man sich in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, dass immer irgendwo ein Tunnel gegraben wird – Tunnel für Straßen, für den öffentlichen Nah- und für den Fernverkehr. Das Bahnprojekt "Stuttgart 21" spielte dabei stets eine Hauptrolle. Am Montag konnte die Bahn nun den vorläufigen Schlussakt feiern, was die Bohrung der "S 21"-Tunnel angeht.

Mit dem Durchschlag des S-Bahn-Tunnels Rosenstein vor dem Portal Mittnachtstraße sind 97 Prozent aller Röhren des Großprojekts fertiggestellt, nur ein kleiner Abschnitt im Osten der Stadt steht noch aus. Im Stuttgarter Talkessel haben Mineure nun insgesamt 50 Kilometer für das Projekt gegraben.

"Rosenstein" – Tunnel, Schloss, Wohnquartier

Im Rosensteintunnel folgt nun der Einbau der Innenschale, bevor es an die Bahntechnik geht. Ein Konglomerat unter Leitung des Baukonzerns Hochtief hatte bereits vor acht Jahren den Auftrag erhalten, den knapp 1,2 Kilometer langen S-Bahn-Tunnel Rosenstein zu bauen. Vor 15 Monaten machten sich die Mineure dann an die Arbeit, am Montag folgte der letzte Durchbruch.

"Rosenstein" heißt die Röhre, weil sie in ihrem Verlauf das in Bad Cannstatt gelegene gleichnamige Schloss passiert. Sie verbindet die neue Neckarbrücke mit der neuen S-Bahn-Station Mittnachtstraße im Norden Stuttgarts.

Diese wiederum soll wie der Tiefbahnhof in fünf Jahren in Betrieb gehen und bildet dann den zentralen ÖPNV-Knoten für das Rosensteinquartier, einem Neubaugebiet, in dem mehr als 5.000 Wohneinheiten entstehen sollen. Der Rosensteintunnel zeigt exemplarisch die Dimensionen des Bahnhofsprojekts, das gleichermaßen Auswirkungen auf Städtebau, Nahverkehr und Fernverkehr hat. Der Infrastruktur-Vorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla, zeigte sich am Montag daher auch bemüht, auf den Fortschritt von "Stuttgart 21" hinzuweisen.

Bahn und Minister zufrieden mit Fortschritt

Man liege im Zeitplan, so Pofalla, im Corona-Jahr habe man große Fortschritte gemacht. Die vielen Verzögerungen beim Großprojekt könnten sich im Nachhinein noch als Vorteil erweisen. Denn die Region Stuttgart werde 2025 die erste deutschlandweit sein, die von der Digitalisierung der Schiene profitiere und somit von einer erheblichen Leistungssteigerung.

Pofalla sagte, das Projekt Digitaler Knoten mache allein die S-Bahn-Stammstrecke um 20 Prozent leistungsfähiger. Diese Meinung teilen allerdings nicht alle, der Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnt davor, die Vorzüge der neuen Technik überzubewerten.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zeigte sich zufrieden mit dem Fortschritt. Hermann, früher selbst Kritiker des Projekts, erteilte Forderungen nach einem "S 21"-Moratorium eine deutliche Absage. Ein solches hatte die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke erst im September gefordert. "Das kommt mindestens zehn Jahre zu spät", so Hermann. Stattdessen müsse man zusehen, dass man den Tiefbahnhof wie geplant 2025 in Betrieb nehmen könne, um eine nachhaltige Verkehrswende zu vollziehen.

Der Rosensteintunnel könnte als reiner S-Bahn-Tunnel einen Beitrag dazu leisten. Aufgrund Stuttgarts spezieller Topografie müssen sich Züge des Nah- und Fernverkehrs bislang Schienen teilen, was Probleme mit sich bringt. Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, bezeichnete den Tunnel in diesem Zusammenhang als "große Errungenschaft."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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