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Stuttgart: Daimler-Erpresser zu über sechs Jahren Haft verurteilt

Millionenbeträge gefordert  

Daimler-Erpresser zu über sechs Jahren Haft verurteilt

29.10.2020, 14:05 Uhr | dpa

Stuttgart: Daimler-Erpresser zu über sechs Jahren Haft verurteilt. "Daimler" steht auf der Fassade eines Gebäudes: Ein 31-Jähriger ist wegen versuchter Erpressung des Autobauers zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.  (Quelle: dpa/Marijan Murat)

"Daimler" steht auf der Fassade eines Gebäudes: Ein 31-Jähriger ist wegen versuchter Erpressung des Autobauers zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. (Quelle: Marijan Murat/dpa)

Das Stuttgarter Landgericht hat einen 31-jährigen Erpresser zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte vom Autohersteller Daimler Geldauszahlungen in Millionenhöhe gefordert. 

Er zündete eine Rohrbombe unter einem A-Klasse-Mercedes in Berlin und forderte von Daimler Millionen: Am Donnerstag ist ein Mann vom Stuttgarter Landgericht wegen versuchter Erpressung des Autobauers zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Insgesamt habe der 31-Jährige elf Erpresserschreiben verfasst, sagte der Richter. Die angestrebte Beute sei "wahnsinnig hoch" gewesen. Der zuletzt in Berlin lebende Mann verlangte zwischen Dezember 2019 und April 2020 mehrfach hohe Geldbeträge von dem Konzern. In einem Fall waren es 25 Millionen Euro, in einem anderen Fall forderte er drei Millionen Euro.

Die Summe sollte in einer Kryptowährung gezahlt werden, um seine Entdeckung zu verhindern. Darauf sei der Autobauer aber nicht eingegangen. "Die Geldübergabe ist immer der Schwachpunkt einer Erpressung", sagte der Richter. Für den Fall der Nichtbezahlung habe der Mann unter anderem gedroht, Quecksilber in Fahrzeugen der Marke Mercedes zu verteilen. Am 8. März habe er in Berlin eine Rohrbombe unter einer A-Klasse gezündet, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen und sich gegenüber Daimler dazu bekannt. Der Autobauer habe danach jede weitere Kommunikation und Kooperation mit dem Mann abgelehnt.

Verurteilter ist mehrfach vorbestraft

An einem Teil der zerstörten Bombe konnte die Polizei eine DNA-Spur des Mannes sichern und ihm dann zuordnen. Anfang April 2020 wurde der geständige Angeklagte in Berlin dann festgenommen. Er ist mehrfach vorbestraft und wurde erst im Sommer 2019 auf Bewährung aus der Haft entlassen. Ein zunächst mitverhafteter vermeintlicher Komplize ist schon lange wieder auf freiem Fuß. Er habe mit der Tat nichts zu tun, sagte der Staatsanwalt.

Der 31-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Er wurde nun wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion verurteilt. Mit dem Urteil entsprach das Landgericht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechs Jahre und neun Monate Haft für den Mann forderte. Für die Verteidigung sollte der Angeklagte nicht länger als sechs Jahre hinter Gitter – fünf Jahre Haft seien Tat und Schuld angemessen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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