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Stuttgart: Projekt "HEY ALTER" versorgt bedürftige Schüler mit Laptops

"HEY, ALTER!"  

Projekt in Stuttgart versorgt bedürftige Schüler mit Laptops

Von Nils Heidemann

26.12.2020, 10:08 Uhr
Stuttgart: Projekt "HEY ALTER" versorgt bedürftige Schüler mit Laptops. Das Stuttgarter "HEY, ALTER!"-Team: Sie sammeln alte Laptops für bedürftige Schüler. (Quelle:

Das Stuttgarter "HEY, ALTER!"-Team: Sie sammeln alte Laptops für bedürftige Schüler. (Quelle: "HEY, ALTER!"-Team Stuttgart)

Der erneute harte Lockdown stellt das digitale Lernen in Deutschland auf die Probe. Das Problem: Vielen Schüler aus ärmeren Verhältnissen fehlt die technische Ausrüstung. Das Projekt "HEY, ALTER!" setzt genau da an – in Stuttgart soll es nun etabliert werden.

Das Projekt "HEY, ALTER!" versorgt bedürftige Schüler mit alten Computern und Laptops. Es beklagt, dass der Zugang junger Menschen zu digitalen Bildungsangeboten immer noch stark von der sozialen Herkunft abhängt. Damit niemand beim Lernen zu Hause auf der Strecke bleibt, werden Unternehmen und Privatpersonen dazu aufgerufen, ihre nicht mehr benutzten Geräte zu spenden.

Diese Grundidee entstand im Frühjahr 2020 in Braunschweig. Im Zuge des ersten Lockdowns verbreitete sich der Gedanke auch in anderen Städten. Maike Becker aus Stuttgart wurde darauf aufmerksam und ergriff die Initiative. Seit Anfang Oktober mobilisierte sie fünf Freunde. Hannah Herzig ist eine von ihnen: "Stuttgart ist eine sehr reiche Stadt. Hier geht es vielen Leuten einfach wirklich gut. Und da gerät schnell in Vergessenheit, dass es eben auch Menschen gibt, bei denen es nicht normal ist, einen Computer zu Hause zu haben", beschreibt sie die Beweggründe gegenüber t-online.

Rechner für Schüler aufbereiten

In den ersten Wochen hätten sie hauptsächlich daran gearbeitet, das Projekt in Stuttgart bekannter zu machen. Außerdem hätten sie bereits 30 Laptops gesammelt. Doch die wirklich harte Arbeit folgt erst danach: Die Rechner müssen von den Daten befreit und sämtliche Speicher neutralisiert werden. Anschließend spielen die Ehrenamtlichen, die mit einigen ITlern gut vernetzt sind, das Betriebssystem Linux auf und installieren einen Browser sowie ein Schreibprogramm. Der Rechner erhält damit den "HEY, ALTER"-Stempel – ein Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt und den Digitalpakt unterstützten soll.

Ein Junge lernt zu Hause am Laptop (Symbolbild): Während der Corona-Pandemie müssen viele Schüler "Homeschooling" betreiben. (Quelle: imago images/Cavan Images)Ein Junge lernt zu Hause am Laptop (Symbolbild): Während der Corona-Pandemie müssen viele Schüler "Homeschooling" betreiben. (Quelle: Cavan Images/imago images)

Das Projekt solle Schülerinnen und Schülern nicht nur zu Corona-Zeiten helfen. Herzig verweist auf die vielen großen Konzerne, die in Stuttgart sitzen und bei der Aktion helfen könnten. Das langfristige Ziel sei es, so viele Schüler wie möglich mit Laptops zu versorgen. "Wenn man mal überlegt, dass man in der Schule ein Referat machen oder Aufsätze schreiben muss, ist der Laptop und die Internetrecherche doch heutzutage fast schon notwendig. Und wenn du diese Möglichkeit nicht hast, dann musst du viel härter arbeiten, um auf dieselbe Note zu kommen, da du nicht auf externe Ressourcen zugreifen kannst. Das ist unfair", beschreibt Herzig. Und nicht nur sie denkt so. Bundesweit wurden im Rahmen des Projektes bereits 1.621 Rechner gespendet und 871 ausgeliefert.

Das Stuttgarter Team möchte mithelfen, diese Zahlen auszubauen und ist daher weiterhin auf der Suche nach alten Laptops, im Idealfall mit Webcam, aber auch nach PC-Zubehör. Außerdem sucht es nach einem neuen und größeren Raum, in dem die Rechner gelagert und aufbereitet werden können. Aktuell lagern sie die Geräte bei einem E-Sport-Leistungszentrum in Waiblingen. Im Januar hofft das Team dann, die ersten Laptops an Stuttgarter Schulen schicken zu können, um so ein Stück dazu beizutragen, dass jeder Schüler das digitale Lernangebot ohne Probleme wahrnehmen kann.

Verwendete Quellen:

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