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Direktor der Stuttgarter Wilhelma: Krise stellt Artenschutz in den Schatten

Direktor der Stuttgarter Wilhelma  

"Krise stellt Artenschutz in den Schatten"

02.03.2021, 12:16 Uhr | dpa

Direktor der Stuttgarter Wilhelma: Krise stellt Artenschutz in den Schatten. Thomas Kölpin, Direktor der Stuttgarter Wilhelma, aufgenommen im Zoo (Archivbild): Ihm zufolge ist der Artenschutz während der Pandemie in Vergessenheit geraten. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Thomas Kölpin, Direktor der Stuttgarter Wilhelma, aufgenommen im Zoo (Archivbild): Ihm zufolge ist der Artenschutz während der Pandemie in Vergessenheit geraten. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Zum weltweiten Artenschutztag will der Wilhelma-Direktor wieder auf das Thema aufmerksam machen. Denn der Artenschutz werde seit Corona vergessen.

Im Schatten der Corona-Pandemie verliert der Artenschutz nach Ansicht des Direktors der Stuttgarter Wilhelma, Thomas Kölpin, zunehmend an Stellenwert und Aufmerksamkeit. "Seitdem sich die Gesellschaft um das Virus sorgt, wird der Artenschutz vergessen", sagte der Leiter des zoologisch-botanischen Gartens. "Und wenn nicht darüber geredet wird, sinkt die Spendenbereitschaft der Menschen." Gerade diese Mittel seien aber abseits der Budgets der Zoos notwendig, um wichtige Projekte zum Erhalt der Arten vor Ort zu finanzieren, mahnte Kölpin im Vorfeld des Artenschutztags, der am Mittwoch (3. März) weltweit begangen wird.

Die Wilhelma sammelt vor allem durch die freiwillige Abgabe des sogenannten Artenschutz-Euros beim Kauf eines Eintrittspreises Spenden für ihre Projekte vor Ort. Jahr für Jahr kommen auf diesem Weg rund 500.000 Euro durch die Besucher zusammen, wie Kölpin sagte. Insgesamt kamen bei der Wilhelma in den vergangenen drei Jahren zwei Millionen Euro zusammen, darunter Spenden des Artenschutz-Euros, Mittel des Fördervereins und Geld aus dem eigenem Artenschutz-Budget.

Auch positive Effekte durch Corona

Aus der Corona-Pandemie ließen sich auch Schlüsse ziehen für den Artenschutz, zeigte sich Kölpin überzeugt. "Wir haben die Chance, aus der Corona-Pandemie zu lernen." Das vergangene Jahr habe bewiesen, dass es den Arten helfe, wenn der Mensch weniger mobil ist. "Die Bestände der Meereslebewesen erholen sich, wenn weniger Schiffe unterwegs sind. Und es sterben weniger Insekten, wenn wir seltener Auto fahren."

Das Engagement für den Artenschutz verändert auch zunehmend Aussehen und Auftreten der deutschen Zoos, sagte Kölpin. "Zoos werden vom Zurschausteller zu modernen Artenschutzzentren mit eigenen Zuchtprogrammen und einer Aufgabe als Botschafter für Projekte." Die Wilhelma zum Beispiel fördert derzeit mehr als 20 Projekte weltweit, darunter eine Zucht für das stark bedrohte Sumatra Nashorn in Indonesien sowie den Landkauf zum Erhalt von Arten im mittelamerikanischen Belize. Vielen Besuchern sei die Bedeutung von Zoos in dieser Hinsicht noch nicht bewusst, sagte Kölpin. "Aber wir müssen dahin kommen, dass es nach einem Zoobesuch zumindest ein bisschen Klick macht."

Umweltministerien und Naturschutzgruppen berichten am Artenschutztag über Projekte zum Schutz bedrohter Spezies. Der Tag erinnert an die Erstunterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens Cites am 3. März 1973. Es verbietet oder begrenzt den Handel von Tausenden bedrohten Tier- und Pflanzenarten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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