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Stuttgart: Streit um S21-Skulptur beigelegt

Zurück zum Bodensee  

Streit um S21-Skulptur beigelegt

16.06.2021, 12:11 Uhr | dpa

Stuttgart: Streit um S21-Skulptur beigelegt. Die Stuttgart 21-Statue von Peter Lenk (Archivbild): In Stuttgart wird sie nicht mehr stehen. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Die Stuttgart 21-Statue von Peter Lenk (Archivbild): In Stuttgart wird sie nicht mehr stehen. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

"S21. Das Denkmal  Chroniken einer grotesken Entgleisung" das ist der Titel, der Skulptur von Peter Lenk. In Stuttgart wird sie nun nicht mehr stehen

Die satirische Stuttgart-21-Installation in der Stuttgarter Stadtmitte wird wieder abgebaut und zieht zurück an den Bodensee. Nach langem Streit widersprach der Bildhauer Peter Lenk der Haltung des Verwaltungsausschusses der Stadt für einen Umzug an einen anderen Standort in der City. "Der andere Platz ist vollkommen ausgeschlossen", sagte der 74-Jährige am Mittwoch bei einer Debatte im Stuttgarter Rathaus.

Es fehle die Harmonie von Denkmal und vorgeschlagenem Standort "mitten in einer Betonwüste" weit hinter dem Hauptbahnhof. "Das kommt nicht in Frage, da brauchen wir nicht drüber reden." Er sei aber bereit, spätere Vorschläge der Stadt zu prüfen.

Skulptur geht an den Bodensee

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hatte die Alternative hinter dem Hauptbahnhof zuvor erneut vorgeschlagen und den Bildhauer zum Einlenken aufgefordert, die meisten Fraktionen stützten diese Haltung. "Wir schätzen Peter Lenk, seine künstlerische Arbeit und sein künstlerisches Engagement", sagte Nopper im Ausschuss. Er würde sich aber wünschen, dass der Bildhauer vom Bodensee einlenke.

Lenk will sein Kunstwerk mit dem Titel "S 21. Das Denkmal - Chroniken einer grotesken Entgleisung" nun in seinem Skulpturengarten in Bodman-Ludwigshafen am Bodensee aufstellen. Unzufrieden zeigte er sich aber nicht: "Den Vorschlag finde ich sehr gut. ich will keinen Streit, ich akzeptiere die demokratische Entscheidung", sagte er nach der Ausschusssitzung der dpa.

Skulptur polarisierte

Seine Skulptur hatte in den vergangenen Monaten die Gemüter in der Landeshauptstadt erhitzt. Es sollte eigentlich nur bis Ende März zu sehen sein. Das Stadtpalais hat den Platz aber bereits eingeplant für eine eigene Sommer-Veranstaltung und spätere Bauarbeiten.

Das neun Meter hohe Denkmal zeigt insgesamt rund 150 Figuren, die an Akteure rund um das milliardenschwere Großprojekt erinnern sollen. Herzstück des Satire-Kunstwerks ist eine Figur, die an Laokoon aus der griechischen Mythologie angelehnt ist. Dieser hatte versucht, den Einzug des hölzernen Pferdes nach Troja zu verhindern, und wurde daraufhin von Schlangen umwunden und getötet. Lenks "schwäbischer Laokoon" trägt die Züge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und ringt mit ICE-Waggons statt mit Schlangen.

8,2 Milliarden Euro Projekt

Lenk hat bereits häufiger die Gemüter erhitzt mit oft unbekleideten Figuren, mit einem ungeschönten Blick auf Körperformen oder -teile wie dicke Bäuche, propere Hinterteile und hängende Brüste. Seine Werke zielen dabei meist auf Missstände in Politik und Wirtschaft und stets nimmt er auch die historische oder zeitgenössische Prominenz aufs Korn.

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 umfasst den Umbau des Hauptbahnhofs und die Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm. Nach letzten Schätzungen soll der Mega-Bau 8,2 Milliarden Euro kosten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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