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Ulm: Digitalisierung macht das Leben leichter

Für Probleme des Alltags  

Ulm will stärker auf Digitales setzen

Von Isabella Hafner

24.01.2020, 11:59 Uhr
Ulm: Digitalisierung macht das Leben leichter. Auf einem Blatt Papier sind Striche aufgemalt: Mit Hilfe von Sensoren fährt ein Gefährt verschiedene Routen. (Quelle: Isabella Hafner)

Auf einem Blatt Papier sind Striche aufgemalt: Mit Hilfe von Sensoren fährt ein Gefährt verschiedene Routen. (Quelle: Isabella Hafner)

Gleich hinter dem Ulmer Münster hat die Ausstellung "Ulm.Macht.Zukunft" eröffnet – in einem Pop-up-Raum der Stadt. Ulm will Zukunftsstadt sein. Oder werden. Dazu gehört scheinbar viel Digitales. t-online.de-Autorin Isabella Hafner war vor Ort.

Ein Besucher sitzt in einer Ecke. Vor ihm ein ausgerollter Bogen Papier. Er zeichnet mit einem schwarzen Filzstift eine Schlangenlinie. Dann setzt er ein kleines Gefährt darauf – so groß wie eine Mozartkugel; nur mit Rädern. Und siehe da: Dieses kleine Etwas fährt exakt auf der Linie. Dann aber zeichnet der Mann die Linie weiter: grün, schwarz, rot. Das Gefährt soll jetzt den Farbcode befolgen. Und der sagt: Abbiegen! Beim zweiten Versuch klappt es. Dank der farbsensiblen Sensoren am Untergrund des Gefährts.

So spielerisch will die Ausstellung "Ulm.Macht.Zukunft" unter anderem zeigen, wie digitale Lösungen entstehen können. Denn die Ausstellung will Ulmer und Ulmerinnen auch dazu einladen, Probleme und Fragestellungen aus ihrem Alltag einzubringen, wofür dann Tüftler etwas digital umsetzen. 

Und so kann man in der Ausstellung auch erfahren, was alles schon verwirklicht wurde. Da ist zum Beispiel die Wochenmarkt-App. Ältere Bewohner des Ulmer Eselsberg hatten erklärt, dass sie gerne weiterhin auf dem Ulmer Wochenmarkt einkaufen würden, aber nicht mehr fit genug dafür seien. Nun können sie die Produkte von ihrem Käse- oder Gemüsestand des Vertrauens nach Hause bestellen.

Ein Sensor in einem Wasserglas: Der Sensor mit die Feuchtigkeit und schlägt Alarm, wenn Beete zu wenig Wasser haben. (Quelle: Isabella Hafner)Ein Sensor in einem Wasserglas: Der Sensor mit die Feuchtigkeit und schlägt Alarm, wenn Beete zu wenig Wasser haben. (Quelle: Isabella Hafner)

Technikbegeisterte vom Ulmer "Verschwörhaus" – einem offenen Labor für Bastler – haben ein Beet mit Sensoren im Boden ausgestattet. Diese Sensoren erkennen, wann das Beet dringend Wasser braucht; und aktivieren einen Regenwassertank, der es künstlich bewässert. Eine Solarzelle gibt es auch noch. Das Ganze eigne sich zum Beispiel für Schulgärten, die über die Sommerferien verwaisen. 

Stadt Ulm mit konkreten Digitalisierungsprojekten

Überhaupt spielen Sensoren eine große Rolle in der Ausstellung. Auch die Stadtverwaltung glaubt an deren Potenzial. Oberbürgermeister Gunther Czisch beispielsweise denkt an Ampeln mit Sensoren, die messen, an welcher Stelle wie viele Autos fahren und der Verkehr daraufhin besser gesteuert werden kann. Oder Ampeln, die melden, wo gerade ein Problem entsteht.

Dass die Stadtverwaltung anhand von Sensoren bedarfsgerechter planen kann – da ist sich auch Sabine Meigel sicher. Sie ist Leiterin der "Digitalen Agenda" der Stadt Ulm. Weil vielen Ulmern und Ulmerinnen das Thema "Radfahren" zunehmend am Herzen liegt, schwebt ihr ein Radständer vor, der – mit Sensoren bestückt – zählt, wie viele Räder überhaupt an einer bestimmten Stelle abgestellt werden. Er könnte immer wieder woanders in der Stadt platziert werden, sodass am Ende klar ist: Wo sind wirklich Ständer nötig – und wo ist es nur der Wunsch eines Bürgers. Radler könnten aber auch von dem Hochwasser-Sensor profitieren, der via App meldet, sobald der Donauradweg unter Wasser steht.

Abtauchen in die virtuelle Realität

Apropos Wasser: Mit einer Virtual Reality-Brille können Besucher der Ausstellung für kurze Zeit einen Tauchgang in den nahe gelegenen Blautopf machen. Dort dringen sie dann ein in Höhlen, die ihnen sonst verborgen blieben. Sie entdecken über sich faszinierende Tropfsteine und unter sich blau schillerndes Wasser.

"Facetten der Digitalisierung" steht auf einem Ausstellungsstück: Verschiedene "Gucklöcher" zeigen Möglichkeiten von Digitalisierung. (Quelle: Isabella Hafner)"Facetten der Digitalisierung" steht auf einem Ausstellungsstück: Verschiedene "Gucklöcher" zeigen Möglichkeiten von Digitalisierung. (Quelle: Isabella Hafner)

In der Ausstellung geht es aber auch um das große Thema "Alternde Gesellschaft" – und die Frage: Wie können Menschen möglichst lange eigenständig leben. Im Ulmer Bethesda-Seniorenheim wurde hierfür eine Musterwohnung eingerichtet – als eine Art Reallabor. In dieser Wohnung sind überall Sensoren versteckt. Etwa unter dem Teppich. Fällt eine alte Person auf diesem Teppich hin, wird sofort ein Notruf abgesetzt. Außerdem gibt es einen Sensor im Wasserkocher. Benutzt die Person den Wasserkocher, wie jeden Morgen, ist klar: Alles ok.

Die Ausstellung "Ulm.Macht.Zukunft" zeigt Möglichkeiten, wie Besucher jeden Alters von Digitalisierung profitieren können. Mehr Beispiele, die das Leben wirklich leichter machen, wären allerdings schön – und mehr Beispiele zum Ausprobieren. Denn so einiges muss man auf Stellwänden – ganz konservativ – nachlesen.

Die kostenlose Ausstellung "Ulm.Macht.Zukunft", am Münsterplatz 25, ist von Dienstag bis Sonntag, von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Sie ist noch bis zum 29. Februar geöffnet. In dieser Zeit finden dort auch eine Reihe von Veranstaltungen statt, unter anderem zu den Themen Nachhaltigkeit, Mobilität, Bildung, Alter, Verwaltung und Internet der Dinge.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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