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Coronavirus: Atemschutzmasken sind aus: So reagiert Ulm auf die Infektion

Atemschutzmasken sind aus  

So reagiert Ulm auf das Coronavirus

Von Isabella Hafner

28.02.2020, 18:51 Uhr
Coronavirus: Atemschutzmasken sind aus: So reagiert Ulm auf die Infektion. Sicht auf Ulm: Hier zeigt man sich vorbereitet auf das Coronavirus. (Quelle: imago images/Westend61/Archivbild)

Sicht auf Ulm: Hier zeigt man sich vorbereitet auf das Coronavirus. (Quelle: Westend61/Archivbild/imago images)

Das Coronavirus ist in der Region um Ulm angekommen. Kontaktpersonen müssen in Quarantäne. Die Auswirkungen sind in der Stadt unterschiedlich stark zu spüren.

Das Coronavirus ist in dieser Woche auch in Baden-Württemberg angekommen. Und mehr: Am Dienstag wurde bekannt, dass der mit dem Virus infizierte 25-jährige Mann aus Göppingen am vergangenen Samstagabend in Neu-Ulm im Kino war. Er war dort, um sich den Film "Bad Boys" anzuschauen. Nun sollen die fast 150 anderen Besucher, die im selben Kinosaal gesessen haben, ihren Gesundheitszustand im Blick behalten. Das sagte der Leiter des Neu-Ulmer Gesundheitsamtes Martin Küfer gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Wer Fieber, Husten oder Schnupfen bekommt, solle sich an seinen Hausarzt oder direkt an das Gesundheitsamt wenden und Kontakte zu anderen Personen minimieren. Das Kino könne aber weiterhin besucht werden, da sich das Virus nur über direkten Mensch-zu-Mensch-Kontakt übertrage. Der Göppinger Patient war von einem fünftägigen Urlaub in Mailand mit seiner Freundin zurückgekehrt. Nach ersten Symptomen wie Husten und Fieber hatte er sich im Gesundheitsamt Göppingen untersuchen lassen. Wie der SWR berichtet, hatte der Mann insgesamt 13 Kontaktpersonen aus dem Kreis Tübingen und dem Alb-Donau-Kreis.

Hamsterkäufe bei Atemmasken

In einigen Ulmer Apotheken gibt es zwar noch Desinfektionsmittel – aber keine Atemschutzmasken mehr. Ein Ulmer Apotheker berichtet, dass nicht nur Einzelpersonen in den vergangenen Wochen die Masken bei ihm angefragt hatten, sondern auch eine Ulmer Firma mehrere hundert Stück für ihre Mitarbeiter gekauft habe. Auch ein chinesischer Kunde sei schon da gewesen, um einen Großkauf für seine Familie in China zu tätigen.

Doch gerade wegen der Situation in China kommt es derzeit zu Lieferschwierigkeiten. 90 Prozent der Masken werden, dem Apotheker zufolge, in dem Land produziert. Oder aber der dafür benötigte Vlies stammt von dort. Doch die Ware darf derzeit nicht mehr ausgeführt werden, weil der Bedarf im eigenen Land so groß ist.

Auch in den Ulmer und Neu-Ulmer Baumärkten sind die Masken rar. Von Seiten einer Ulmer Baumarkt-Mitarbeiterin heißt es: "Bundesweit sind in all unseren Filialen die Atemschutzmasken ausverkauft. Den ganzen Februar schon. Es ist kein Nachschub in Sicht."

Gesundheitsamt und Uniklinik sind vorbereitet

In vielen Ulmer Hausarztpraxen ist von Corona noch nicht viel zu spüren – zumindest teilen das die angefragten Praxen so mit. Wenn sich aber jemand mit Symptomen meldet, die für Corona typisch sind, schicken die Ärzte den Patienten direkt zum Testen ins Gesundheitsamt. Allerdings sind die Corona-Symptome den Grippe-Symptomen sehr ähnlich. Und längst ist klar: Ein Verdachtsfall kann theoretisch jeder sein, der die entsprechenden Symptome hat. Nicht nur derjenige, der mit Personen aus China, Italien oder anderen stark betroffenen Ländern zu tun hatte.

Beim Gesundheitsamt des Alb-Donau-Kreises, das auch für Ulm zuständig ist, hat es nach Angaben eines Sprechers diese Woche zahlreiche Anrufe von Menschen gegeben, die aufgrund des Coronavirus verunsichert sind. Sprecher Bernd Weltin sagt: "Die Zahl der Anrufe hat in den vergangenen Tagen stark zugenommen." Das Amt sei schon seit mehreren Wochen in intensivem Austausch mit den Kliniken, Rettungsdiensten und der Kreisärzteschaft Ulm/Alb-Donau-Kreis, genauso mit den Gesundheitsämtern der Nachbarlandkreise. "Die Vorbereitungen wurden frühzeitig getroffen, sodass sich der Landkreis auf die jetzige Situation angemessen vorbereitet sieht."

Am Universitätsklinikum Ulm sind in den vergangenen Wochen mehrere Personen auf das Virus getestet worden. Der Erreger wurde aber bisher bei niemandem nachgewiesen. Seit einigen Tagen bereits werde in der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme "eine Vorabsichtung der Patienten durchgeführt. Damit wollen wir Betroffene frühzeitig erkennen und unmittelbar einer Diagnostik zuführen", heißt es. Außerdem werde das Universitätsklinikum Ulm zusätzliche personelle und sonstige Ressourcen für die Versorgung der Betroffenen vorhalten.

Indes wirkt sich das Virus noch kaum auf die lokale Wirtschaft aus, wie einige Firmen aus dem Ulmer Donautal bestätigen. Die Ulmer Firma Seeberger, die dort unter anderem Nüsse und Trockenobst vertreibt, hat beispielsweise noch keine Lieferengpässe. Der Ingwer aus China werde weiterhin geliefert. Sprecher Joachim Mann meint: "Es ist laut dem Robert-Koch-Institut und dem Bundesinstitut für Risikobewertung unwahrscheinlich, dass das Virus über Lebensmittel übertragen wird. Deutlich wichtiger ist die Handhygiene im privaten wie beruflichen Umfeld. Außerdem gelangt der Ingwer über Containerschiffe zu uns. Die Schiffe sind bis zu sechs Wochen unterwegs."

Verwendete Quellen:

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