Sie sind hier: Home > Regional > Ulm >

Ulm: Die CDU im Stadtrat kämpft gegen das Taubenproblem

Taubenhaus oder Falken  

Die Ulmer CDU sucht Lösungen für die Taubenplage

Von Isabella Hafner

16.03.2020, 12:19 Uhr
Ulm: Die CDU im Stadtrat kämpft gegen das Taubenproblem. Ein Taubenhaus: So könnte die Lösung für das Ulmer Taubenproblem aussehen. (Quelle: imago images/Schöning/Symbolbild)

Ein Taubenhaus: So könnte die Lösung für das Ulmer Taubenproblem aussehen. (Quelle: Schöning/Symbolbild/imago images)

Ulm hat ein Problem: Tauben bevölkern die Plätze und Gassen in der Innenstadt. Die Christdemokraten im Stadtrat wollen die Population jetzt eindämmen.

Ein Paar sitzt auf einem Ast, steckt liebkosend die Köpfe zusammen: Love is in the air! Tauben. Kein Wunder, dass sie in der Bibel für andauernde Liebe stehen und an Hochzeiten fliegen gelassen werden. Letztes Jahr ist die Turteltaube gar zum Vogel des Jahres geadelt worden. Doch es gibt auch die, die ihr Gurren nervt, die sie "Ratten der Lüfte" schimpfen. Die CDU will sich nun um den Fall kümmern.

"Das ist ein Thema, das einige Ulmer umtreibt", sagt CDU-Geschäftsführer Johannes Schulz. Seine Fraktion hat im Ulmer Stadtrat einen Antrag eingebracht, um die Taubenkrise einzudämmen – das heißt die Masse an Tauben. Unkontrolliert vermehren sie sich, breiten sich in den Gassen der Innenstadt aus, sind laut und dreckig. Dreckiger und aufdringlicher als die Spatzen – ein Wahrzeichen Ulms.

Tauben picken Körner in Ulm: Eigentlich ist das Streuen von Futter verboten. (Quelle: Isabella Hafner)Tauben picken Körner in Ulm: Eigentlich ist das Streuen von Futter verboten. (Quelle: Isabella Hafner)

Wo andere Städte einen Bär, einen Löwen oder immerhin einen Greifvogel haben, haben die Ulmer, die Fans der heiligen Kehrwoche, den (Dreck-)Spatz als Symboltier. Das hat mit der Geschichte um den Spatz zu tun, der mit einem Zweig im Schnabel beim Bau des Münsters den Ulmern vorgemacht hat, wie man einen besonders langen Balken durchs Stadttor bekommt: nicht quer auf dem Wagen sondern der Länge nach.

Das Ehinger Tor hat ein Taubenproblem

Wo wir wieder bei der Taube wären. Denn mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit ist diese Geschichte nur entstanden, weil hoch oben auf dem Münsterdach eine Vogelfigur mit Zweig im Schnabel sitzt. Und die Lutherischen Ulmer waren wohl mit der Bibel so wenig bewandert, dass sie nicht darauf kamen, dass es sich eigentlich um die Taube aus der Bibel handelte. Die Taube – Sinnbild des Heiligen Geistes!

Die Tauben-Task-Force der CDU jedenfalls fordert nun die Stadt auf, endlich einzugreifen. In zahlreichen Gassen der Innenstadt klagten Ladenbesitzer und Passanten bereits über Tauben, ihr lautes Gurren und ihre Hinterlassenschaften. "Der Kot beschädigt außerdem Gemäuer, weil er sich hinein ätzt," sagt Fraktionsgeschäftsführer Johannes Schulz. Besonders schlimm sei es am Ehinger Tor – ein wichtiger Umschlagplatz nicht nur von Ulmern sondern eben auch von Tauben. Sie fühlen sich in den mehr als 150 Jahre alten Stein-Torbögen wohl. Und tatsächlich: Weißliche und graue Krusten haben sich auf dem Boden gebildet. Ein paar weiße Federn kleben hier und dort.

Augsburg könnte Ulm als Vorbild dienen

Außerdem liegen am Ehinger Tor, aber auch immer wieder in der Nähe des Kinos und an anderen Ecken der Innenstadt, Körner verstreut. Vor allem morgens, wenn der Reinigungsdienst der Stadt noch nicht überall war. Johannes Schulz: "Leute gehen mit Eimern los und schütten Körner auf die Wege. Das zieht nicht nur Tauben an sondern auch Ratten." Eigentlich erwartet den, der erwischt wird, ein Bußgeld.

Die CDU-Fraktion stellt klar: "Wir haben nichts gegen Tauben. Aber die Population muss gesteuert werden." In dem Antrag, den sie nun gestellt hat, schlägt die Fraktion ein Taubenhaus vor. Die Friedensstadt Augsburg hat damit ihre Taubenplage in den Griff bekommen und ein friedliches Miteinander von Mensch und Taube geschaffen. Denn wenn die Taubenhäuser das Zuhause der Tauben werden, dann kann man besser einschätzen, wie viele Tauben in der Stadt leben. "Wenn es zu viele werden, tauscht man einfach die Taubeneier durch Gipseier aus", sagt Johannes Schulz.

Eine andere Lösung: Falken. Sie könnten, Johannes Schulz zufolge, hin und wieder losgelassen werden. Also in Zukunft blutige Gemetzel über den Köpfen der Ulmer und Ulmerinnen? Nein, beruhigt Johannes Schulz. Sie fressen die Tauben nicht. Sie verscheuchen sie nur.

Doch Achtung: Tauben finden immer wieder zurück. Nicht umsonst wurden sie lange Zeit als Boten genutzt…

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Johannes Schulz
  • Eigene Recherche

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal