Sie sind hier: Home > Regional > Ulm >

Ulm: Brandanschlag auf Roma-Familie – Geständnisse

Versuchter Mord  

Geständnisse im Prozess um Brandanschlag auf Roma-Familie

11.05.2020, 16:33 Uhr | dpa, AFP

Ulm: Brandanschlag auf Roma-Familie – Geständnisse. Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg Deutscher Sinti und Roma, gibt vor dem Kornhaus eine Pressekonferenz: Dort findet ein Prozess nach einem Brandanschlag auf eine Roma-Familie statt.  (Quelle: dpa/Stefan Puchner)

Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg Deutscher Sinti und Roma, gibt vor dem Kornhaus eine Pressekonferenz: Dort findet ein Prozess nach einem Brandanschlag auf eine Roma-Familie statt. (Quelle: Stefan Puchner/dpa)

Fünf junge Männer sollen einen Brandanschlag auf den Wohnwagen einer Roma-Familie verübt haben – offenbar aus rassistischen Gründen. Sie haben vor dem Landgericht Ulm ihre Tat gestanden.

Vor dem Landgericht Ulm hat am Montag der Prozess gegen fünf junge Männer begonnen, die im baden-württembergischen Erbach einen Brandanschlag auf eine Roma-Familie verübt haben sollen. Sie haben sich während der Verhandlung entschuldigt und gestanden.

Die fünf Männer sollen laut Anklage im Mai 2019 eine Fackel auf den Wohnwagen der Familie auf einer Wiese in Erbach (Alb-Donau-Kreis) geworfen haben. In dem Fahrzeug, das nur knapp verfehlt wurde, war eine schlafende Frau mit ihrem neun Monate alten Sohn. Die Ermittler schließen ein rassistisches Motiv nicht aus. Die Personen, die zur Tatzeit 17 bis 20 Jahre alt waren, waren im Juli festgenommen worden.

Zunehmender Antiziganismus bereitet Sorge

"Ich schäme mich zutiefst für diese Aktion", sagte einer der Angeklagten zu Prozessbeginn. Er und seine Freunde hätten nie vorgehabt, jemanden zu verletzen. Deshalb habe er die brennende Fackel auch nicht auf den Wohnwagen, sondern gezielt daneben geworfen. "Wir waren dumm und haben nicht an die Konsequenzen gedacht", sagte ein Mitangeklagter. Sie hätten der Familie nur Angst machen wollen.

Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg Deutscher Sinti und Roma, gibt vor dem Kornhaus eine Pressekonferenz: Dort findet ein Prozess nach einem Brandanschlag auf eine Roma-Familie statt.  (Quelle: dpa/Stefan Puchner)Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg Deutscher Sinti und Roma, gibt vor dem Kornhaus eine Pressekonferenz: Dort findet ein Prozess nach einem Brandanschlag auf eine Roma-Familie statt. (Quelle: Stefan Puchner/dpa)

Der Verband der Deutschen Sinti und Roma hat vor dem Prozess eine Kundgebung abgehalten. Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg Deutscher Sinti und Roma, sagte vor Beginn der Verhandlung: "Der zunehmende Antiziganismus in Deutschland und in Europa bereitet uns sehr große Sorgen."

Der Fall wird wegen Corona-bedingter Abstandsregeln im Ulmer Kornhaus verhandelt, einem ehemaligen Kornspeicher. Das Verfahren wird vor der großen Jugendkammer verhandelt. Ein Teil der attackierten Familie tritt als Nebenkläger auf. Das Gericht setzte 20 Verhandlungstage bis Ende September an.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal