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Nach 15 Jahren Anklage wegen Vergewaltigung und Entführung

Ulm  

Nach 15 Jahren Anklage wegen Vergewaltigung und Entführung

18.02.2021, 13:48 Uhr | dpa

Nach 15 Jahren Anklage wegen Vergewaltigung und Entführung. Paragrafen-Symbole

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration (Quelle: dpa)

Rund 15 Jahre nach Entführung und schwerem Missbrauch von zwei Jungen ist nun Anklage gegen einen 36-Jährigen aus dem Kreis Göppingen erhoben worden. Wie die Staatsanwaltschaft Ulm am Donnerstag mitteilte, werden ihm erpresserischer Menschenraub und besonders schwere Vergewaltigung in zwei Fällen in den Jahren 2006 und 2007 vorgeworfen. Außerdem wird ihm die Verbreitung und der Besitz kinderpornografischer Schriften zu Last gelegt.

Der Angeschuldigte soll in Ulm am 11. November 2006 in den späten Abendstunden einen damals 13 Jahre alten Jungen in sein Auto gestoßen und zu einem abgelegenen Feldweg gefahren haben. Dort soll er das gefesselte Kind schwer sexuell missbraucht haben. Danach ließ er den Jungen an einem Waldparkplatz aus dem Auto steigen. Gut ein Jahr später, am 18. Dezember 2007, soll der Verdächtige ebenfalls abends einen 12 Jahre alten Jungen in Heidenheim mit Gewalt in sein Auto gezerrt und ihn entführt haben. Auch ihn soll er zu einem abgelegenen Waldparkplatz gebracht, dort gefesselt und schwer sexuell missbraucht haben.

Auf die Schliche kamen die Fahnder dem Mann, weil er nach Angaben der Anklagebehörde über eine Internettauschbörse kinderpornografische Bilder und Videos angeboten haben soll. Bei Wohnungsdurchsuchungen im Sommer 2018 und im Spätherbst 2020 stellten sie "zahlreiches pornografisches Bild- und Videomaterial" sicher. Die Auswertung der Dateien und andere Beweismittel führten zu den bislang ungeklärten Taten aus den Jahren 2006 und 2007. Nach dem Täter war damals auch in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" gefahndet worden.

Der Mann ist in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft sieht das Gesetz für die vorgeworfenen Taten jeweils einen Strafrahmen zwischen 5 und 15 Jahren Freiheitsstrafe vor.

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