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Corona-Krise brockt Aareal Bank Jahresverlust ein

Wiesbaden  

Corona-Krise brockt Aareal Bank Jahresverlust ein

18.01.2021, 09:32 Uhr | dpa

Die verschärften Corona-Lockdowns in vielen Ländern treffen die Aareal Bank schwerer als gedacht. Statt eines Betriebsgewinns erwartet der Vorstand für das abgelaufene Jahr jetzt ein negatives Betriebsergebnis in zweistelliger Millionenhöhe, wie der Immobilienfinanzierer überraschend am Sonntagabend in Wiesbaden mitteilte. Als Ursache nannte das Geldhaus eine erhöhte Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten schlecht an. Für die im MDax notierte Aareal-Bank-Aktie ging es am Montag kurz nach Handelsstart um rund vier Prozent auf 19,17 Euro abwärts.

Die Aareal Bank ist stark in der Finanzierung von Gewerbeimmobilien wie Hotels, Büros und Einkaufszentren engagiert. Weil Geschäfte in vielen Ländern wegen der Pandemie über Monate hinweg geschlossen blieben und der Tourismus weggebrochen ist, stehen viele Kreditnehmer aus den Branchen stark unter Druck.

Erst Mitte November hatte die Aareal-Führung ihre Ziele für 2020 gekappt, aber noch einen Betriebsgewinn im mittleren zweistelligen Millionenbereich in Aussicht gestellt. Nun rückt der Vorstand davon ab. "Wir haken das Pandemie-Jahr 2020 mit einer umfassenden Vorsorgemaßnahme für Covid-19-bedingte Risiken ab", sagte Finanzvorstand Marc Heß. Für das neue Jahr erwarte man ein "deutlich positives Betriebsergebnis". Die gesamten vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr will die Bank am 24. Februar vorstellen.

Trotz des Jahresverlusts sollen die Aktionäre für 2020 eine Dividende von 1,50 Euro je Anteil erhalten. Dies steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Aufsichtsbehörden dies erlauben. Für 2019 waren die Aareal-Aktionäre leer ausgegangen, nachdem Aufsichtsbehörden zu einem Dividendenstopp aufgerufen hatten.

Derweil schürt Finanzchef Heß die Hoffnung, dass das Institut in den kommenden Jahren wieder deutliche Gewinne einfährt. So wolle die Bank 2023 ein Konzernbetriebsergebnis in der Größenordnung von 300 Millionen Euro erwirtschaften. Mögliche Übernahmen seien dabei noch nicht eingerechnet. Als Voraussetzung nennt der Vorstand jedoch, dass die Corona-Pandemie bis dahin vollständig überwunden ist.

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