Sie sind hier: Home > Regional > Wuppertal >

Schwebebahn in Wuppertal: So lief die erste Fahrt

Nach langer Zwangspause  

So lief die erste Fahrt der Wuppertaler Schwebebahn

01.08.2019, 12:22 Uhr | Ulrich Brüne, dpa

Schwebebahn in Wuppertal: So lief die erste Fahrt. Die Wuppertaler Schwebebahn fährt wieder: Auf diesen Moment haben die Wuppertaler lange gewartet. (Quelle: dpa)

Die Wuppertaler Schwebebahn fährt wieder: Auf diesen Moment haben die Wuppertaler lange gewartet. (Quelle: dpa)

Wuppertal hat seine Schwebebahn wieder: Nach achteinhalb Monaten Zwangspause haben die Hängezüge am Donnerstagmorgen ihren Betrieb wieder aufgenommen.

Wuppertal schwebt wieder. Pünktlich um 5.12 Uhr machte sich Donnerstagmorgen die erste himmelblaue Bahn von Vohwinkel aus auf den Weg nach Oberbarmen. Nach einer fast neunmonatigen Zwangspause nahm das schwebende Denkmal in Wuppertal wieder Fahrt auf. Damit ging die längste Betriebspause in der Geschichte der Schwebebahn zu Ende. 

An Bord war viel Stadt-Prominenz: Neben der WSW-Geschäftsleitung, Vertretern des Stadtmarketings und einigen Wuppertal-Botschaftern zeigte sich auch ein strahlender Oberbürgermeister. Wuppertal ohne Schwebebahn, das sei doch wie Paris ohne Eifelturm, so OB Andreas Mucke. "Endlich hören wir wieder den Herzschlag unserer Stadt." Das wichtigste Verkehrsmittel sei wieder einsatzbereit. "Alle haben sie vermisst und den Neustart herbeigesehnt. Das ist für uns das Comeback des Jahres."

Trotz der Ferien, waren sie um 4 Uhr aufgestanden, um wieder einmal Schwebebahn zu fahren: (v. li.) Petrus Ageloulis, Malik Diallo und Ivan Nettelmann. (Quelle: Ulrich Brüne)Trotz der Ferien, waren sie um 4 Uhr aufgestanden, um wieder einmal Schwebebahn zu fahren: (v. li.) Petrus Ageloulis, Malik Diallo und Ivan Nettelmann. (Quelle: Ulrich Brüne)

Froh waren auch die ersten Fahrgäste, die an diesem Morgen schon sehnsüchtig auf ihre Bahn warteten. Und der Andrang war groß: Damit auch wirklich alle mitkommen konnten, folgte direkt eine zweite Bahn. Sie fahre täglich mehrmals von Vohwinkel aus mit der Schwebebahn, erzählte Adriana Schönwald t-online.de. "Ob nun zur Arbeit, zum Einkaufen oder nur, um sich mit Freunden zu treffen." Sie sei, wie so viele andere auch, in den zurückliegenden Monaten auf die Ersatzbusse angewiesen gewesen. "Das war aber schon zeitlich keine wirkliche Alternative." Nun ist sie froh, dass ihre Schwebebahn wieder fährt. Ein gutes Gefühl sei das.

Arbeiten bis zum letzten Moment

Bis in die frühen Morgenstunden hatten die Verantwortlichen der Stadtwerke noch an den letzten Details gearbeitet. Bis zum Schluss liefen die technischen Abnahmen. "Um den Vier-Minuten-Takt auch sicherstellen zu können, mussten zum Beispiel 18 neue Schwebebahnen fahrtauglich sein", erläuterte Michael Krietemeyer, Projektleiter Schwebebahnausbau bei den WSW, die letzten Maßnahmen.

Artur Knodel, seit sieben Jahren auf dem Leitstand einer Schwebebahn, durfte nach neunmonatiger Pause die erste Bahn fahren. (Quelle: Ulrich Brüne)Artur Knodel, seit sieben Jahren auf dem Leitstand einer Schwebebahn, durfte nach neunmonatiger Pause die erste Bahn fahren. (Quelle: Ulrich Brüne)

Nach dem Absturz der Stromschiene im November 2018 seien nicht nur zusätzliche Sicherungen am Gerüst konstruiert und montiert worden. "In den zurückliegenden Monaten haben wir auch die restlichen orange-blauen Schwebebahnwagen ausgemustert." Doch alles lief nach Plan. Um 5.43 Uhr hatte die erste Bahn, sicher gesteuert von Schwebebahnführer Artur Knodel, Oberbarmen erreicht, um nach einem kurzen Stopp wieder zurück nach Vohwinkel zu schweben.

Die erste Schwebebahn auf dem Weg nach Oberbarmen: Die Stadt hat ihr Wahrzeichen wieder. (Quelle: Ulrich Brüne)Die erste Schwebebahn auf dem Weg nach Oberbarmen: Die Stadt hat ihr Wahrzeichen wieder. (Quelle: Ulrich Brüne)

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Der beliebte historische Kaiserwagen, der unregelmäßig zu Sonderfahrten verkehrt und bei Touristen sehr beliebt ist, kommt vorerst nicht mehr zum Einsatz. In dem Fahrzeug wird vor allem die alte Relaistechnik modernisiert. Das sei für das neue Betriebssystem der Bahn notwendig. "Teilweise sind die Systeme ja schon 40 bis 50 Jahre alt", erläutert Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH. "Wir gehen aber davon aus, dass spätestens Mitte des kommenden Jahres der Kaiserwagen wieder genutzt werden kann."


Im November war eine Stromschiene auf mehreren Hundert Metern Länge vom Trägergerüst abgestürzt. Zwar wurde niemand verletzt, doch der Betrieb auf der 13,3 Kilometer langen Trasse wurde erstmal eingestellt. Nach Angaben der Stadtwerke wurden seitdem mehrere Sicherungen eingebaut. Als Ersatz setzte die Stadt Busse ein, doch die waren lange nicht so schnell, da die Schwebebahn rote Ampeln und Staus einfach überfliegen kann.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage


shopping-portal