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Wuppertal-Kolumne: Erneute Datenpanne bei Matthias Nocke

MEINUNGKolumne "Scheuges Talfahrt"  

Nocke tut es wieder – Datenpanne aus "Vergesslichkeit"?

Von Jürgen Scheugenpflug

19.03.2021, 09:30 Uhr
Wuppertal-Kolumne: Erneute Datenpanne bei Matthias Nocke. Jürgen Scheugenpflug lehnt sich gegen eine Statue: Der Kabarettist kennt die Gepflogenheiten von Wuppertal in- und auswendig.  (Quelle: Uli Kopka)

Jürgen Scheugenpflug lehnt sich gegen eine Statue: Der Kabarettist kennt die Gepflogenheiten von Wuppertal in- und auswendig. (Quelle: Uli Kopka)

Für t-online schreibt der Wuppertaler Kabarettist Jürgen Scheugenpflug exklusiv die Kolumne "Scheuges Talfahrt". Thema diesmal: eine weitere Datenpanne von Matthias Nocke.

Er hat es schon wieder getan. Unser Vorzeige-Dezernent und CDU-Dauerärgernis, Matthias Nocke, hat mal wieder eine klitzekleine Datenpanne verursacht. Er hatte im Vorfeld zu Beratungen zum Haushalt 2022/2023 über die personelle Lage im Ordnungsamt informiert, leider aber u. a. vergessen, 40 Namen von Mitarbeitern der Stadt zu anonymisieren. Wie kann das geschehen?

Noch im Januar 2020 war der sympathische Beigeordnete mit beiden Füßen und mit vollem Anlauf in eine Datenschutzaffäre gerutscht, als er schon einmal einen unsachgemäßen Umgang mit Parteidaten verursacht hatte. Kurz: personifizierter Datenklau. Mit diesen Daten hatte Nocke damals für seine Person als CDU-Parteivorsitzender geworben und den Parteifreund Rainer Spiecker ausgestochen. Schmierig, aber wahr. Gut, das kostete ihn dann sein Amt als Parteivorsitzender, Dezernent aber durfte er bleiben. Die Bezirksregierung wollte den Vorgang seinerzeit prüfen, das Ergebnis liegt aber (noch) nicht vor. Warum auch? Hat doch Zeit. Und genau die nutzt der Schwager des NRW-Innenministers Herbert Reul, um es noch einmal zu probieren. Warum lässt er sich nicht von seiner Frau beraten, die in Remscheid als Dezernentin für Ordnung, Sicherheit und Recht tätig ist?

CDU fällt mit Eskapaden auf

Stadtdirektor Johannes Slawig kommentierte den Vorgang als "unsensibles Verhalten" seines Parteifreundes. Sonst nichts. Immerhin stellt er ein klärendes Gespräch zwischen OB Uwe Schneidewind und Herrn Nocke in Aussicht. Denn Schneidewind verbindet ja bekanntlich. Leider kann das erfahrungsgemäß ebenso lange dauern, wie die Prüfung durch die Bezirksregierung im ersten Fall. Und so lange darf Matthias Nocke weiterhin gut bezahlt vom Bürger vor sich hinwuseln.

Dennoch wird dem OB längst aufgefallen sein, dass der Bündnispartner CDU vorrangig mit derartigen oder ähnlichen Eskapaden auffällt. Das war in der Vergangenheit so und hat sich, trotz mehrfacher Lippenbekenntnisse, nicht geändert. Selbst die längst vergessene SPD hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Ihr Übungsleiter Klaus-Jürgen Reese fordert vehement kurzfristige und lückenlose Aufklärung des Vorgangs. "Sofern die Berichterstattung zutreffen sollte, würde das aus Sicht der SPD ein offensichtlich wiederholt rechtswidriges Verhalten des Herrn Nocke bedeuten." Na das ist ja mal ein starkes Zeichen aus einer Ecke, die ansonsten eher kuschelig und ruhig geworden ist. "Völker hört die Signale ..." Darauf trinke ich jetzt sofort einen Kurzen, Ehrenwort.

Jürgen Scheugenpflug ist seit 1989 als Kabarettist, Moderator, Autor, Sänger und Kolumnist tätig. 2007 rief er die "Bergische Akademie für Kabarett & Comedy" ins Leben. Aktuell ist er Leiter der bundesweiten Comedyserie "Comedy im Bett" und als künstlerischer Leiter der Kleinkunstbühne "Schatzkiste" in Wuppertals Nachbarstadt Remscheid tätig. 

Die in Gastbeiträgen geäußerten Ansichten geben die Meinung der Autoren wieder und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online-Redaktion.

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