Sie sind hier: Home > Politik > Regionales > Baden-Württemberg: News, Polizeimeldungen und Videos >

Sensoren für das Personal

Sensoren für das Personal

24.12.2011, 15:24 Uhr | dapd

Sensoren für das Personal.

Waldkirch im Breisgau ist nicht der Nabel der Welt. Auch die Nähe zum knapp 20 Kilometer entfernten Freiburg reicht nicht aus, um Fachkräfte in das Städtchen mit seinen rund 20.000 Einwohnern zu locken. Der Sensortechnikhersteller Sick AG braucht hier andere Strategien um Experten zu gewinnen. Familienfreundlichkeit, flexible Arbeitszeitmodelle und eine Großoffensive in den sozialen Netzwerken gehören dazu.

Allein in diesem Jahr wurden in dem Familienunternehmen rund 300 offene Stellen besetzt - in einem Umfeld mit Vollbeschäftigung und in Konkurrenz zu Großkonzernen wie Mercedes oder Bosch. Eine gute Bezahlung allein reicht da nicht aus, weiß Andreas Grieger. Er ist seit acht Jahren Personalchef von weltweit etwa 5.800 Arbeitnehmern und stolz auf das Unternehmen, das auch 2011, wie bereits seit rund 15 Jahren, zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Die Sick AG gehört nach eigenen Angaben weltweit zu den Markt- und Technologiefu?hrern in der Sensorelektronik.

Netzoffensive ab Januar - Mitarbeiter bloggen

"Wir müssen überregional denken", sagt Grieger. Gesucht werden insbesondere Entwicklungs- und Vertriebsingenieure, die auf dem Arbeitsmarkt äußerst knapp sind. In der Spitze gab es bei Sick im vergangenen Jahr immerhin gleichzeitig 180 offene Stellen. Ab Januar geht der Sensorhersteller nun offensiv ins Netz und lässt auch seine Mitarbeiter frei auf Facebook bloggen. Berührungsängste gibt es dabei nicht, die Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen sei so groß, dass negative Botschaften nahezu ausgeschlossen seien.

"Wir richten uns nach dem Medienkonsum unserer Zielgruppe", sagt Personal-Marketing-Mann Bernd Konschak, der den Netzgang organisiert. Deshalb werden ab Januar auf YouTube Videos eingestellt, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren. Angestellte werden porträtiert, der "Job der Woche" vorgestellt. Internet-Börsen gehören bereits jetzt zum Alltag, genau wie die Präsenz bei Karrierenetzwerken wie LinkedIn oder Xing. Eher konventionell ist dagegen das Transparent am Gebäude der Firmenzentrale an einer Ampelkreuzung in Waldkirch. "Sie warten auf grün?" heißt es da. Die Antwort lautet: "Wir warten auf Sie."

Familienfreundlichkeit ist Top-Thema

Bei Sick wird versucht, die Lebensläufe der Mitarbeiter zu berücksichtigen, und dazu gehören unter anderem 50 verschiedene Teilzeitmodelle. Es gibt Arbeitsplätze zu Hause, Überstundenkonten und Frauenförderung. Sick unterstützt den Bau einer kommunalen Kindertagesstätte in Waldkirch für Kinder ab zehn Monaten, eine stundenweise Notfall-Kinderbetreuung steht genauso zur Verfügung wie das vergünstigte Mittagessen für Mitarbeiterkinder oder die Möglichkeit, Essen aus dem Betriebsrestaurant mitzunehmen.

Auch mit seinem Gesundheitsmanagement mit eigener Betriebsärztin versucht das Unternehmen, sich positiv abzuheben. Eigenverantwortung wird aber groß geschrieben sowohl bei der Auswahl des Essens in der Kantine - wo die Fettpunkte der jeweiligen Mahlzeit ausgewiesen werden - als auch beim Besuch von Rücken-, Pilates-, Tai-Chi- oder Yogakursen. 2009 erhielt Sick den Sonderpreis "Gesundheit" im Wettbewerb Deutschlands Beste Arbeitgeber. "Wir wollen Angebote machen, aber niemanden bevormunden", sagt Grieger.

Fluktuation unter einem Prozent

Dass es im schwierigen Jahr 2009 keine Kündigungen gab, versteht sich fast von selbst. "Wir können sowohl Wachstum als auch Krise managen", zeigt sich der Personalchef überzeugt. Er spricht von sozialer Verpflichtung, aber auch davon, dass man sehr viel Geld für Mitarbeiter ausgegeben habe. Die Kurzarbeitszeiten wurden deshalb intensiv für Qualifizierungen genutzt. 2010 lagen die Waldkircher bereits wieder über Vorkrisenniveau.

"Ein gutes Personal-Marketing kann man nur machen, wenn man etwas zu erzählen hat", meint Grieger, "denn sonst sind die Leute schnell wieder weg." Bei Sick liegt die Fluktuation unter einem Prozent und Grieger hat etwas zu erzählen. Dazu gehört, dass es bei Sick mehr Freiheiten gebe, als bei den Großunternehmen weiter im Norden Baden-Württembergs. Das gelte besonders für die Entwickler, aber auch für die Belegschaft insgesamt. "Wer Sick kennt, mag Sick", sagt er. Da aber Sensoren für Lichtschranken, Mess- oder Barcodelesegeräte ausschließlich an Industriekunden verkauft werden, kann er auf den allgemeinen Bekanntheitsgrad nicht setzen. Er sieht seine Firma deshalb als einen "hidden champion" , einen Sieger, der nicht auf dem Treppchen steht.

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
HUAWEI Mate20 Pro für 1 €*, WirelessCharger gratis
von der Telekom

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018