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Islamverbände kritisieren geringe Bildungschancen von Muslimen

Islamverbände kritisieren geringe Bildungschancen von Muslimen

10.03.2012, 18:43 Uhr | dapd

Islamverbände kritisieren geringe Bildungschancen von Muslimen.

Die Konferenz Islamischer Landesverbände (KILV) sieht die jungen Muslime in Deutschland auf verlorenem Posten. Die vom Bundesinnenministerium vor zehn Tagen vorgelegte Studie "Lebenswelten junger Muslime in Deutschland" belege, dass Islamgläubige in der Bundesrepublik geringere Bildungschancen hätten, heißt es in einer Erklärung der KILV, die bei einem Treffen am Samstag in Frankfurt am Main verabschiedet wurde. 20 Prozent der jungen Muslime blieben ohne Schulabschluss, 40 Prozent erreichten den Hauptschulabschluss und nur 10 Prozent das Abitur.

Die Untersuchung wurde vom KILV begrüßt. Die Autoren hätten sich sachlich und detailliert mit den Lebenswelten junger Muslime befasst, sagte KILV-Sprecher Ramazan Kuruyüz. Die Studie fordere von der Mehrheitskultur in Deutschland, sich aktuellen Entwicklungen und Veränderungen offener zu stellen.

Kritik an Innenminister Friedrich

Kuruyüz kritisierte in diesem Zusammenhang Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Er hatte in einer ersten Stellungnahme erklärt, Deutschland achte die kulturelle Identität seiner Zuwanderer, doch man akzeptiere nicht "den Import antidemokratischer und religiös-fanatischer Ansichten". Zu einem derart plumpen Hinweis gebe die Studie keinen Anlass, betonte Kuruyüz.

Die Untersuchung hatte 22 Prozent der deutschen und 48 Prozent der nichtdeutschen jungen Muslimen eine "eher zurückhaltende" Integrationsbereitschaft attestiert. Daraus herzuleiten, ein Viertel der Befragten sei integrationsfeindlich oder sogar gewaltbereit, sei eine unzulässige Fehlinterpretation, kritisierten die Vertreter der islamischen Landesverbände. Von entsprechenden Einschätzungen auch in den Medien haben sich inzwischen einige Autoren der Studie, darunter Universitätsexperten, mehrfach distanziert.

Religionszugehörigkeit steht zu sehr im Vordergrund

Niedersachsens Vertreter auf dem Treffen, Firouz Vladi, kritisierte, vergleichbare Studien stellten stets die Religionszugehörigkeit in den Vordergrund. "Da könnte man vielleicht auch mal junge Katholiken oder eine der vielen christlichen Gruppierungen befragen und käme zu erstaunlichen Ergebnissen", sagte Vladi. "Wir wollen nicht länger Objekte sein, sondern partizipierende Subjekte in unserer Gesellschaft."

Die KILV vertritt nach eigenen Angaben gut die Hälfte der rund vier Millionen Muslime in Deutschland.

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