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Ermittler: Motiv für NSU-Mord lag nicht in Person Kiesewetters

Ermittler: Motiv für NSU-Mord lag nicht in Person Kiesewetters

23.03.2012, 19:22 Uhr | dapd

Ermittler: Motiv für NSU-Mord lag nicht in Person Kiesewetters.

Die Bundesanwaltschaft hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn gezielt von der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle ermordet worden sei. "Es gibt bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass das Motiv für diese Tat in der Person Kiesewetters begründet ist", sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, am Freitag auf dapd-Anfrage.

Die "Stuttgarter Nachrichten" hatten zuvor berichtet, das Neonazi-Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe sei Kiesewetter offenbar "gezielt auf der Spur" gewesen. Die bisherige Darstellung der Sicherheitsbehörden sei "nicht aufrechtzuerhalten", wonach die damals 22-jährige Kiesewetter rein zufällig Opfer der mutmaßlichen Mörder Böhnhardt und Mundlos wurde, schrieb das Blatt.

Neue Erkenntnisse sollen dem Bericht zufolge darauf hinweisen, dass das Trio "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) mit einem Mietwagen von Zwickau nach Heilbronn gefahren sei, nachdem Kiesewetter bei einem Besuch in ihrem thüringischen Heimatdorf Oberweißbach erzählt habe, dass sie einen ursprünglichen freien Tag nicht nehmen, sondern am Tag darauf in Heilbronn Dienst tun würde.

Hier allerdings könnte es nach dapd-Informationen eine Unstimmigkeit geben. Denn die am 25. April 2007 erschossene Kiesewetter hatte sich erst am 17./18. April entschieden, den Dienst zu tauschen, während das von den Neonazis für Heilbronn benutzte Wohnmobil bereits Tage vor diesem Entschluss Kiesewetters angemietet wurde.

Die Zeitung berichtete weiter, die Information über den geplanten Aufenthaltsort der Polizistin habe deshalb entsprechend schnell auch Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe erreicht, weil sich "Mundlos im Sommer 2005 mehrere Tage - wenn nicht Wochen - in der rechtsextremen Szene von Oberweißbach" aufgehalten habe, obwohl das Trio da schon seit 1998 untergetaucht war. "Möglicherweise" habe Mundlos Kontakt zu einer früheren Freundin aufgenommen, schreibt das Blatt.

Der Zeitung zufolge vermuten Sicherheitskreise, "dass Kiesewetter unter dem Verdacht stand, die Rechten-Szene in ihrem früheren Wohnort auszuspionieren und auch etwas über das abgetauchte Thüringer NSU-Trio erfahren zu haben". Einige Anwohner hätten sie für eine verdeckte Ermittlerin gehalten.

Dem steht nach dapd-Informationen die Einschätzung von NSU-Ermittlern entgegen, dass "Kiesewetter niemals im rechten Bereich eingesetzt war".

Köhler betonte, die Bundesanwaltschaft halte an ihrer Einschätzung fest, dass Kiesewetter von den mutmaßlichen Rechtsterroristen "in ihrer Eigenschaft als Polizistin und damit als Repräsentantin des demokratischen Rechtsstaates ermordet wurde". Hinweise für ein in der Person Kiesewetters liegendes Tatmotiv gebe es bislang nicht.

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