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Verein: Staatliche Gesellschaft soll Nürburgring übernehmen

Verein: Staatliche Gesellschaft soll Nürburgring übernehmen

11.05.2012, 17:00 Uhr | dapd

Verein: Staatliche Gesellschaft soll Nürburgring übernehmen.

Der Verein "Ja zum Nürburgring" fordert von der Landesregierung einen Neustart für den Motorsport auf der Rennstrecke. Nur mit einer Rückbesinnung zu den Wurzeln sei der Ring noch zu retten, sagte der Vorsitzende des Vereins, Otto Flimm, am Freitag in Koblenz. Das Land müsse die Sportstätten von Hotels und Freizeitpark abtrennen und schuldenfrei in öffentlicher Hand neu starten.

"Eine solche Betriebsgesellschaft muss nur kostendeckend arbeiten und könnte dem Breitensport wieder gebührenden Raum einräumen", betonte Flimm.

Mit der Rückbesinnung auf den Breitensport würde auch das Gemeinwohl am Ring erneut in den Vordergrund rücken. "Den Rest kann ein Insolvenzverwalter abwickeln", fügte Flimm hinzu. Durch ein grundsätzliches Umdenken und eine enge Abstimmung mit der Europäischen Union sei die Lage noch in den Griff zu bekommen, sagte der Anwalt des Vereins, Dieter Frey. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob es sich bei den gewährten Finanzspritzen des Landes für den Ring in Höhe von 524 Millionen Euro um unrechtmäßige staatliche Beihilfen handelt, die möglicherweise zurückgezahlt werden müssen.

Auch der Verein "Ja zum Nürburgring" hatte mit seiner Beschwerde im vergangenen Jahr in Brüssel das Prüfverfahren in Gang gebracht. "Die Abtrennung der Rennstrecke von Rest wäre ein klares Signal an die EU, dass in Zukunft Wettbewerbsverzerrungen ausgeschlossen werden sollen", argumentierte der Anwalt.

Sollte die Landesregierung schnell handeln, würde der Verein auch von seiner Klage vor dem Landgericht Koblenz absehen. Dort wird voraussichtlich ab 24. Mai verhandelt, ob die weitgehend landeseigene Nürburgring GmbH dem Verein 1,6 Millionen Euro zurückzahlen muss. Diese Summe steuerte die gemeinnützige Initiative 2008 für Sicherheitsmaßnahmen an der Nordkurve bei, für die angeblich Geld fehlte. Sponsoren hätten für den Erhalt der Rennstrecke gespendet, ohne zu wissen, dass das Land den Bau von Hotels und Freizeitpark am Ring bezuschusst. "Der Verein wurde über den Tisch gezogen", sagte Anwalt Frey. Werde das Geld nicht zurückgezahlt, müsse er die Spendenquittungen der Sponsoren zurückfordern, befürchtet Flimm.

Der Verein unter Leitung des ehemaligen ADAC-Präsidenten Flimm unterstützt seit 30 Jahren den Nürburgring und spendete für den Neubau der Grand-Prix-Strecke in den 80er Jahren sechs Millionen Mark. Flimm zu Ehren ist eine Straße am Ring benannt. "Wir wollen nun einen konstruktiven Beitrag zu Rettung leisten", betonte Flimm.

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