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Autobahn-Maut östlich der Oder treibt Trucker auf Landstraße zurück

Autobahn-Maut östlich der Oder treibt Trucker auf Landstraße zurück

21.06.2012, 15:10 Uhr | dapd

Autobahn-Maut östlich der Oder treibt Trucker auf Landstraße zurück.

An der ersten Mautstelle der neuen polnischen West-Ost-Autobahn A 2 bei Rzepin rund 20 Kilometer hinter Frankfurt (Oder) herrscht wenig Betrieb. Auto- und Lastzugfahrer ziehen Tickets und düsen weiter in Richtung Poznan (Posen).

Reisende kommen auf der Fahrt in die knapp 170 Kilometer entfernte westpolnische Stadt zügig voran: Der Verkehr auf der Autobahn, deren westlichstes Teilstück erst vor einem halben Jahr übergeben worden war, hält sich seit Ende Mai in Grenzen. Denn seither wird auch auf diesem neuen Abschnitt - pünktlich zur derzeitigen Fußball-EM - Maut kassiert.

Nur das erste Stück hinter der Grenze ist gebührenfrei: So biegen viele Autos und vor allem Lastzüge bei Rzepin von der Autobahn auf die parallel führende Landstraße nach Poznan ab. Ganze Kolonnen von Lastwagen donnern wie vor dem Autobahnbau durch westpolnische Dörfer und Kleinstädte hindurch. "Solange es kostenlos war, war die Autobahn viel voller", erzählt der Fahrer einer Spedition aus Koszalin (Köslin), der auf einem Parkplatz eine Pause einlegt. "Jetzt ist die Autobahn für die meisten zu teuer."

Für den etwa 135 Kilometer langen Maut-Abschnitt bis Poznan müssen Autofahrer 31 Zloty (derzeit etwa 7,20 Euro) zahlen, für große Lastzüge sind es über 100 Zloty. Deshalb würden viele Fahrer auf die Landstraße ausweichen, erzählt der Trucker. Zumal es dort auch mehr Rastplätze und Tankstellen gebe.

Das bestätigt ein Tankwart an der Raststation "Port 2000", die direkt an der alten Landstraße nahe dem Ort Mostki liegt. Der Verkehr hier habe seit der Mauteinführung deutlich zugenommen, etwa um ein Drittel, schätzt er. "Für uns ist das besser", sagt er lachend. In den vergangenen Monaten habe es an der Tankstelle eine ziemliche Flaute gegeben.

"Als die Autobahn noch mautfrei war, gab es hier auf der Landstraße kaum Verkehr", erzählt auch ein 50-jähriger Trucker, der aus dem nordostpolnischen Olsztyn (Allenstein) Richtung Paris unterwegs ist. "Jetzt sind die Lkw zurück auf der Straße, das ist eine Katastrophe", sagt er. Doch ihm bleibe bei den hohen Mautgebühren kaum etwas anderes übrig: Er besitze vier Lastzüge, die würden viel Unterhalt kosten. Die Maut könne er sich daneben nicht leisten.

Jürgen Voigt, Niederlassungsleiter der Spedition Alblas in Jacobsdorf bei Frankfurt (Oder), kann diese Probleme nachvollziehen. "Wenn es die Zeit erlaubt, fährt man auch Landstraße", sagt er. Viele polnische Kollegen würden Sturm laufen gegen die Höhe der Maut. Die Gebühr spiele allerdings nicht die einzige Rolle, wenn es um die Frage geht, ob Autobahn oder Landstraße genutzt wird, sagt der im Polen-Geschäft erfahrene Voigt. Es sei immer eine Abwägung zwischen Preis, Strecke und Einsatzart. "Wenn ich bis nach Warschau will, bleibe ich eher auf der Autobahn als bei kurzen Strecken", erklärt er.

Indes werden in Polen Befürchtungen laut, dass die Unfallzahlen steigen könnten, weil die Lastzüge wieder durch die Dörfer fahren. Genaue Zahlen über die Verkehrsbelastungen auf der Landstraße gibt es noch nicht. Die Verkehrspolizei schätzt nach Angaben der westpolnischen Tageszeitung "Gazeta Lubuska", dass rund 80 Prozent der Lkw auf die Landstraße "zurückgekehrt" sein könnten.

Deutsche Touristen und Fußball-Fans auf dem Weg zu den EM-Spielorten sollten die von vielen Anwohnern als "Todesstrecke" bezeichnete Landstraße möglichst meiden und besser die Autobahn nutzen, auch wenn die Fahrt dort Maut kostet. Zumal man über die neue Schnellstraße von der Grenze bei Frankfurt (Oder) aus keine zwei Stunden mehr bis Poznan benötigt. Eine Alternative ist die Bahn, die auf Reklametafeln direkt neben der Autobahn für den Berlin-Warszawa-Express wirbt. Der braucht von Berlin bis Poznan nur rund zwei Stunden und 45 Minuten.

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