Killzone  

Bleihaltige Zukunftsvision

30.05.2005, 16:36 Uhr | Medienagentur plassma / as, t-online.de

Die Amsterdamer Entwickler von "Guerilla Games" hatten sich mit "Killzone" ein großes Ziel gesetzt. Sie wollten nichts Geringeres als den Genre-Thron für Action-Shooter auf der Playstation 2 erobern. Wie sich herausstellt, sind die Vorschusslorbeeren nicht ganz zu Unrecht verteilt worden: "Killzone" überzeugt mit einer durchaus gelungenen Kombination aus Action und Kino-Feeling. Um am Konsolen-Konkurrenten "Halo 2" vorbeizuziehen, reicht es aber nicht ganz.

Foto-Show


#

Die Menschheit in Nöten
"Killzone" spielt in einer fernen Zukunft: Nachdem die Menschheit sich alle Mühe gegeben hat, die Erde zugrunde zu richten, beginnt der größte Exodus in der Geschichte. Dank hochwertiger Technik und riesigen Raumkreuzern gelingt es, weite Teile des Universums in Besitz zu nehmen. Immer neue Kolonien werden auf fernen Sternen aus dem Boden gestampft. Doch je weiter der Expansionsfeldzug reicht, desto lauter werden die Rufe der Neider und Gegner. Diese bauen sich schließlich eine eigene Siedlung auf dem Planeten Helghan auf. Das Problem: Die Atmosphäre dort verändert die Menschen und macht sie zu gnadenlosen und gierigen Supersoldaten. Ein Krieg zwischen den Helghast und der Menschheit bricht aus. Austragungsort der Schlacht ist der Mond Vecta, wo die Helghast mit einer riesigen Armee einfallen und für ein Blutbad sorgen.

Vier Kameraden sollt ihr sein
Der Spieler wird mitten in die Kriegswirren auf Vecta geworfen und führt ein Quartett von menschlichen Soldaten der Eliteeinheit "ISA" an. Vor jeder Mission entscheidet man sich für einen der vier Charaktere und bestimmt somit den Verlauf des kommenden Einsatzes. Truppführer der Einheit ist Jan Templar, der durch ausgeglichene Eigenschaften glänzt. Seine Sprintgeschwindigkeit ist akzeptabel, und auch in Sachen Widerstandskraft kann der Bursche überzeugen. Anders hingegen der kahl geschorene Hakha: Er war selbst einst Teil der Helghast und kann sich deshalb unbemerkt an den Feinden vorbei schleichen, ohne von ihnen erkannt zu werden. Wer allerdings lieber unentdeckt durch enge Schächte oder über steile Stiegen klettert, kommt bei der Ninja-Dame Luger auf seine Kosten. Ihre Stärke ist es, mit möglichst gewandten Einlagen neue Wege ausfindig zu machen und für sich zu nutzen. Steht man eher auf die Hau-drauf-Methode, dürfte der kantige Rico genau der richtige Mann sein: Das Muskelpaket schleppt ein riesiges Maschinengewehr mit sich herum und mäht damit gleich ganze Straßenzüge leer. Je nach Lust und Laune entscheidet der Spieler, welchen der vier Krieger er übernehmen und durch die folgende Mission scheuchen möchte.

Selbständige Begleiter
Die übrigen drei Kämpfer begleiten den Spieler, halten sich allerdings meist zurück. Zwar sorgen sie für Rückendeckung, um den Abschuss der breiten Helghast-Masse muss man sich aber selbst kümmern. Wenigstens sind die Kameraden unverwundbar und bleiben nach zu vielen Treffern lediglich für einige Sekunden bewegungslos stehen, bevor sie wieder zur Waffe greifen.

Fettes Waffenarsenal
Waffen gibt es in "Killzone" reichlich. Dem Spieler steht ein Arsenal von mehr als zwanzig verschiedenen Klein- und Großkalibern zur Verfügung, allerdings darf jeder Elitesoldat maximal drei Knarren auf einmal tragen. Puristen können mit Hilfe der beiden PS2-Analogsticks selbst zielen, während Anfänger lieber auf großzügige Hilfsfunktionen zurückgreifen sollten. Wenn es in punkto Steuerung etwas zu bemängeln gibt, dann die Tatsache, dass die Spielfigur gerne mal ein kleineren Gegenständen hängen bleibt. Das wird besonders bei den zerbombten Schlachtfeldern deutlich. Hier wird die Suche nach dem richtigen Durchgang zur echten Geduldsprobe.

Ego-Shooter ohne wenn und aber
Trotz aller Unterschiede zwischen den vier Hauptfiguren bleibt "Killzone" ein durch und durch geradliniges Actionspiel ohne jegliche Kompromisse. Kaum im Spiel, pfeifen einem die Kugeln um die Ohren, und man wird in hektische Grabenkämpfe mit den Helghast verwickelt. Ständig tönen Schreie, Funksprüche oder einfach nur das donnernde Rumoren ferner Explosionen aus den Boxen. Untermalt wird das aufregende Kriegsszenario von einem hervorragenden orchestralen Soundtrack, der einigen Hollywood-Streifen zur Ehre gereichen würde.

Foto-Show

Grafisch bester PS2-Shooter
Grafisch gehört "Killzone" eindeutig zu den besten PS2-Spielen der letzten Monate und reizt die Hardware von Sonys Videokonsole voll aus. Die elf Abschnitte wurden detailliert in Szene gesetzt. Dabei haben die Entwickler nicht an Abwechslung gespart: Durchstreift man anfangs noch zerklüftete Straßenschluchten, verschlägt es den Spieler bald in die abgelegenen Dschungel von Helghast oder gar in einige verschneite Bergregionen. Bei so viel optischen Leckerbissen kommt es allerdings besonders bei größeren Gegneraufkommen und Explosionen stellenweise zu heftigen Ruckeleinlagen. Genre-Konkurrenten wie "Halo 2" oder "Half-Life 2" liefern eine deutlich überzeugendere technische Performance ab. Die kleineren und größeren Schwächen verwehren "Killzone" deshalb auch die Aufnahme in die Spitzenriege der Ego-Shooter.

Klüger, als man denkt
Auch bei dem Verhalten der Gegner haben sich die Entwickler nicht lumpen lassen: In fünf Gattungen unterteilt, schlagen die Helghast-Schurken meist in größeren Gruppen zu und verhalten sich dabei beängstigend intelligent. In "Killzone" kann man beispielsweise keine Widersacher einfach in einen plumpen Hinterhalt locken. Vielmehr sprechen sich die feindlichen Soldaten untereinander ab und warten lieber ein wenig länger, als sich unnötig in Gefahr zu bringen. Dies führt bei Genre-Neulingen zu gelegentlichen Frustmomenten, Profis allerdings freuen sich über das glaubwürdige Gegnerverhalten.

Auch online ein Hit
Hat man sich erst einmal durch den umfangreichen Story-Modus gearbeitet, bietet "Killzone" als Zugabe noch einen sehr gelungenen Online-Part. Hier treffen bis zu 16 Spieler unter anderem in Standard-Spielvarianten wie dem "Deathmatch" (jeder gegen jeden) aufeinander. Dazu kommen intelligente Neuerungen wie der "Supply Drop"-Modus, in dem man sich um die Beschaffung von Munition kümmern muss. Wer die meisten Bleibohnen einsammelt, gewinnt. Mit an Bord ist auch die beliebte "Assault"-Funktion, in der sich zwei Teams gegenüberstehen und die jeweilige Feind-Basis mit taktischem Geschick erobern müssen, und die "Domination"-Variante, in der die Spieler wichtige Check-Punkte besetzen müssen. Kurzum: Guerilla Games hat auch im Mehrspieler-Modus an alle wichtigen Funktionen gedacht.

Fazit
Ganz hat es nicht zum "Halo"-Killer gereicht, aber dennoch ist "Killzone" für PS2-Spieler die aktuell wohl beste Alternative zu Microsofts Zukunftsballerei. Wer über die technischen Schwächen und eine stellenweise etwas schwammige Steuerung hinweg sehen kann, bekommt auf jeden Fall jede Menge Action für sein Geld.

Titel: Killzone
Wertung: Sehr gut
Genre: Ego-Shooter
System: Playstation 2
Hersteller: Guerilla Games
Publisher: Sony
Preis: zirka 60 EUR

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Dschungel-Look: exotisches Flair für Ihre 4 Wände
jetzt auf otto.de
Anzeige
Was Ihr Partner für die Bau- finanzierung können muss
Kostenlose Beratung bei Interhyp
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal