Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Boxen >

Brechen Mayweather und McGregor alle Rekorde?

Alle Infos zum Mega-Fight  

Brechen Mayweather und McGregor alle Rekorde?

26.08.2017, 23:13 Uhr | David-Emanuel Digili, t-online.de

Brechen Mayweather und McGregor alle Rekorde?. Mayweather (li.) und McGregor vor wenigen Tagen bei einer PK in Las Vegas. (Quelle: imago images)

Mayweather (li.) und McGregor vor wenigen Tagen bei einer PK in Las Vegas. (Quelle: imago images)

Heute Nacht (ab 3 Uhr im Liveticker bei t-online.de und im Livestream bei DAZN) ist es soweit: Das Duell der Giganten im Boxring. Der 500-Millionen-Kampf: Box-Legende Floyd Mayweather trifft im Superweltergewicht (bis 69,853 kg) auf UFC-Superstar Conor McGregor. Der ungewöhnlichste und unglaublichste Kampf des Jahres.

t-online.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Fight zwischen "Money" und "The Notorious" in der t-mobile Arena in Las Vegas.

Das Head-to-Head

Floyd Mayweather

 

Conor McGregor

40

Alter

29

„Money“

Spitzname

„The Notorious“

1,73 m

Größe

1,75 m

1,83 m

Reichweite

1,88 m

49

Kämpfe

24 (im Mixed Martial Arts)

49 (26)

Siege (durch K.o.)

21 (18)

0

Niederlagen

3

• Wer ist der Favorit?

Ohne Frage Floyd Mayweather. Einer der besten Boxer aller Zeiten gegen einen Neuling, der dazu auch noch in seiner bisherigen Karriere kein Talent für Boxtechnik bewiesen hat. Ein McGregor-Sieg wäre eine der größten Überraschungen der Box-Geschichte. Nahezu alle Experten waren sich im Vorfeld einig: Mayweather sollte keine großen Probleme mit McGregor haben. Eigentlich.

Doch besonders zwei Aspekte könnten dem Star zum Verhängnis werden: Mayweather ist bereits 40 Jahre alt – und hatte seinen letzten Kampf im September 2015, also vor fast zwei Jahren. Trotzdem strotzt er vor Selbstbewusstsein. Es wäre eine "Enttäuschung" für ihn, wenn er McGregor nicht ausknockt, sagte Mayweather im Vorfeld.

McGregor beim Presse-Training vor dem Fight. (Quelle: dpa)McGregor beim Presse-Training vor dem Fight. (Quelle: dpa)

Und der "Underdog"? "Der Mangel an Respekt motiviert mich", kündigte McGregor an. Und: "Es ist enttäuschend, wie wenig Wertschätzung meinen Fähigkeiten entgegengebracht wird. Die Leute sind so engstirnig. Sie haben bestimmte Vorstellungen davon, wie Dinge ablaufen sollten – und zwar nur auf eine bestimmte Weise. Wenn das wirklich der Fall wäre, hätten wir niemals neue Länder entdeckt oder wären in den Weltraum geflogen."

• Wie kam es zum Mega-Fight?

2015 brachte McGregor – das UFC-Großmaul – in der Show von US-Talker Conan O'Brien einen Superkampf gegen Mayweather ins Gespräch: "Ich würde gegen ihn kämpfen, wenn es möglich wäre." Damals schien ein Duell der beiden Stars aus zwei verschiedenen Sportarten unmöglich. Doch die Spekulationen nahmen immer mehr Fahrt auf. Immer wieder stichelte McGregor gegen Mayweather, heizte die Gerüchteküche an. Bald wurde klar: Die Fanlager brennen auf den Kampf – und die Börsen könnten alle Dimensionen sprengen.

UFC-Boss Dana White hat den Kampf miteingefädelt. (Quelle: imago images)UFC-Boss Dana White hat den Kampf miteingefädelt. (Quelle: imago images)

Im Mai 2016 meldete die britische "Sun": Beide Seiten wären in Verhandlungen über einen Kampf. UFC-Boss Dana White – McGregors Arbeitgeber – verneinte: "Da ist nichts dran. Das ist nur eine Boulevard-Story." Wenige Tage später provozierte McGregor erneut, postete eine Montage von sich selbst und Mayweather, wie auf einem Werbeplakat für einen Kampf. Dann plötzlich reagierte der Boxer: "Ich hoffe, der Fight kommt zustande", sagte Mayweather im US-Sender Showtime. Am 30. November sorgte eine neue Meldung für Aufregung: McGregor erhielt die Box-Lizenz in Kalifornien.

2017 dann nahmen die Überlegungen noch einmal zusätzlich Fahrt auf. Im Februar kündigte auch die Boxkommission von Nevada an, McGregor eine Lizenz ausstellen zu wollen - um den Kampf in Las Vegas stattfinden zu lassen. Wochen später stichelte Mayweather beim US-Sportsender ESPN in Richtung seines möglichen Gegners: "Los, unterschreib die Papiere. Du hast doch gesagt, Du wärst der Boss. Dann beweis es." Am 14. Juli stand der Hammer fest: Mayweather vs. McGregor am 26. August. Mitte Juli folgten noch vier irre Pressekonferenzen innerhalb weniger Tage in Los Angeles, Toronto, New York und London, in denen sich beide Superstars übel beschimpften.

• Erfolge 

Beide haben ihre Sportarten in den letzten Jahren dominiert, waren die Aushängeschilder von Boxen und Mixed Martial Arts. 

Mayweathers Kämpfe haben unfassbare 1,3 Milliarden US-Dollar eingespielt – Rekord in der Boxwelt. "Money" ist ungeschlagen, könnte mit einem Sieg sogar den legendären Schwergewichtler Rocky Marciano übertreffen, der ebenfalls keinen einzigen seiner 49 Fights verlor. In insgesamt vier Gewichtsklassen war Mayweather Titelträger, hat dort fast alle Großen besiegt: José Luis Castillo (Leichtgewicht) 2002 gleich zwei Mal, Oscar De La Hoya (Halbmittelgewicht) und Ricky Hatton (Weltergewicht) 2007, Shane Mosley (Weltergewicht) 2011, Miguel Cotto (Halbmittelgewicht) 2012, Canelo Alvarez (Halbmittelgewicht) 2013, Manny Pacquiao (Weltergewicht) 2015. 

Mayweathers letzter Kampf: Am 12. September 2015 schlug der Champ André Berto (li.) nach Punkten. (Quelle: imago images)Mayweathers letzter Kampf: Am 12. September 2015 schlug der Champ André Berto (li.) nach Punkten. (Quelle: imago images)

McGregor war noch 19, als er 2008 seinen ersten MMA-Kampf bestritt – und gewann. Direkt darauf entschied er sich, Profi zu werden. Nach einem durchwachsenen Start - drei Siege und zwei Niederlagen aus den ersten fünf Fights – folgte eine Serie von acht gewonnenen Kämpfen in Folge. McGregor zog das Interesse von UFC-Boss Dana White auf sich, der ihn 2013 unter Vertrag nahm – hier wurde McGregor zum Weltstar.

Wie Mayweather im Boxen versuchte sich auch McGregor in mehreren Gewichtsklassen, stand gegen die Besten seines Sports im Octagon, lieferte sich erbitterte Duelle. Aktuell ist er amtierender Leichtgewichts-Champion – und schrieb im November 2016 UFC-Geschichte: Durch den Sieg gegen den damaligen Titelträger Eddie Alvarez wurde McGregor der erste Fighter, der in zwei Gewichtsklassen gleichzeitig Champion war – denn gleichzeitig hielt er auch noch den Titel im Federgewicht, den er sich 2015 in nur 13 Sekunden von seinem Rivalen José Aldo holte.

• Was verdienen Mayweather und McGregor?

Mayweathers Börse wird auf unfassbare 100 Millionen US-Dollar geschätzt – und die Summe könnte sich sogar noch vervierfachen (!), wenn der Kampf alle finanziellen Ziele erreicht oder übertrifft. Auch McGregor wird absahnen: Mindestens 75 Mio. kassiert der Ire.

Irre Szenen: Auf der Promo-PK in New York Mitte Juli bewarf Mayweather (m.) McGregor mit Dollar-Scheinen. (Quelle: imago images)Irre Szenen: Auf der Promo-PK in New York Mitte Juli bewarf Mayweather (m.) McGregor mit Dollar-Scheinen. (Quelle: imago images)

• Wird es der teuerste Kampf aller Zeiten?

Alle Anzeichen deuten darauf hin. Bei Mayweathers Kampf gegen seinen Box-Rivalen Pacquiao 2015 wurden insgesamt unglaubliche 623 Millionen Dollar umgesetzt. Die Chancen stehen gut, dass dieser Rekord noch übertroffen wird. Allein durch Tickererlöse könnten jetzt über 70 Mio. in die Kassen fließen. 

Der Fight wird in über 200 Länder übertragen. Allein in den USA wird mit fast fünf Millionen Pay-per-View-Käufen gerechnet. Preis: 89,95 US-Dollar für die normale Übertragung, 99,95 für HD-Qualität. Experten rechnen hier mit bis zu 400 Mio. Erlös. Hinzu kommen noch Sponsorengelder.

• Wieviel kosten die Tickets?

Kurz gesagt: Ein Vermögen! Nicht ohne Grund sind noch immer hunderte Karten verfügbar. Startpreis der verbliebenen Tickets: 3.500 Dollar! Direkt am RIng müssen sogar 10.000 Dollar bezahlt werden.

• Was steht für beide auf dem Spiel?

Eigentlich nichts – und doch eine ganze Menge, vor allem für Mayweather! "Money" will auf keinen Fall die erste Niederlage seiner Karriere kassieren – und dann auch noch gegen den Box-Neuling McGregor. Auch der ganze Sport könnte an Prestige verlieren, wenn ein – hochtalentierter – Debütant eine Legende schlägt.

McGregor dagegen müsste sich höchstens vorwerfen lassen, seinen großen Worten aus den Wochen vor dem Kampf ("Mayweather wird die zweite Runde nicht überstehen!") keine Taten gefolgt haben zu lassen. Für seine Fans ist er eh der Größte. Hier ist Mayweather also klar stärker unter Druck als sein Gegner.

Prunkstück: Der "Money-Belt" wurde eigens für den Kampf angefertigt. (Quelle: imago images)Prunkstück: Der "Money-Belt" wurde eigens für den Kampf angefertigt. (Quelle: imago images)

Auf dem Spiel steht außerdem der eigens angefertigte Protz-Gürtel des Box-Verbands WBO: Der "Money-Belt" ("Geld-Gürtel") aus Krokodilleder; geschmückt mit 1,5 Kilogramm 24-karätigem Gold, 3.360 Diamanten, 600 Saphiren und 300 Smaragden.

Nur für den Fall, dass die Börsen nicht als Anreiz ausreichen...

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal