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Formel 1: Mercedes denkt über ein B-Team nach

"Stressfaktoren" für die Crew  

Mercedes denkt über ein B-Team nach

16.03.2016, 11:33 Uhr | sid

Formel 1: Mercedes denkt über ein B-Team nach. Lewis Hamilton beim Boxenstopp: Vor allem für die Mechaniker im Team bedeutet die diesjährige Mammut-Saison eine große Belastung. (Quelle: imago images/HochZwei)

Lewis Hamilton beim Boxenstopp: Vor allem für die Mechaniker im Team bedeutet die diesjährige Mammut-Saison eine große Belastung. (Quelle: HochZwei/imago images)

Mehr Rennen, mehr Schuften - aber nicht automatisch mehr Millionen für die Teams: Die bevorstehende Mammut-Saison mit 21 Rennen rund um den Globus sorgt in der Formel 1 weiter für Aufregung.

Während sich die Piloten um Weltmeister Lewis Hamilton und Ferrari-Star Sebastian Vettel über die Extra-Schichten hinter dem Lenkrad freuen, stehen die Teams angesichts der Rekordsaison vor großen Herausforderungen.

"Ein unglaublich intensiver Kreislauf"

"21 Rennen ist richtig viel, wir kommen von 19. Das wird physisch und psychisch zu einem Stressfaktor für die Mannschaften", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor dem Saisonauftakt im australischen Melbourne (Sonntag ab 5.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de). Der Branchenprimus denkt sogar darüber nach, ob er eine Art "B-Team" von Mechanikern mit an die Strecke nimmt, um die Belastungen der Mitarbeiter in Grenzen zu halten.

Im Gegensatz zu den Fahrern reist das Team hinter den Stars meist nicht First-Class um die Welt, bekommt wenig Schlaf und muss vor und nach den Rennen die Tonnen von Material auf- und abbauen. "Für alle wird das sehr intensiv, das Team arbeitet jetzt rund um die Uhr. Und für 21 Rennen sind sie dann weg von ihren Familien", sagte Mercedes-Pilot Hamilton: "Den ganzen Tag sind sie auf den Beinen, bauen das Auto auseinander und wieder zusammen, entwickeln es - es ist ein unglaublich intensiver Kreislauf für uns alle. Aber ich garantiere, dass nicht einer von ihnen sagen wird: 'Ich wünschte, es wäre einfacher.'"

Ecclestone kennt keine Gnade

Doch die Formel 1 ächzt schon jetzt wegen der Rekordsaison. Chefpromoter Bernie Ecclestone nimmt mit seinem Expansionskurs nur wenig Rücksicht. Im Vergleich zur Saison 2015 wird der Kalender noch einmal um zwei Grand Prix aufgebläht. Während mit dem Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring (31. Juli) ein Traditionsrennen zurückkehrt, macht der PS-Zirkus auch für den äußerst umstrittenen Grand Prix von Europa in Baku (19. Juni) Halt.

Trotz der Ausdehnung der Saison sterben die großen, alten Rennen weiter aus, nur noch zehn Grand Prix werden im Kernmarkt Europa ausgetragen - mit Russland und Aserbaidschan. Nicht alle Teamchefs sehen die Entwicklung mit Wohlwollen, zumal die vielen Rennen mit den vielen Reisen die Rennställe vor neue finanzielle und logistische Probleme stellt.

Kaltenborn: "Mehr Rennen nicht gleich mehr Sponsoren"

Wir dürfen den Markt nicht übersättigen. Wir beklagen uns jetzt schon, dass die Zuschauerzahlen zurückgehen. Glaubt man, dass man mit 21 Rennen mehr kriegt? Oder ist es dann zu viel Formel 1? Das sind Fragen, die man berücksichtigen muss", sagte Sauber-Chefin Monisha Kaltenborn, die schon jetzt ständig ums Überleben ihres Teams kämpft: "Bei den Sponsoreneinnahmen ist es so, dass man die Einnahmen nicht pro Rennen verbucht, sondern Verträge hat, die ganze Saisons umfassen - egal, ob es 17 oder 21 Rennen sind. Ich denke nicht, dass mehr Rennen auch mehr Sponsoren anlocken."

Ein Schrumpfen des Feldes kann aber nicht im Interesse der Formel 1 sein. Deshalb werden die Rufe lauter, dass Ecclestone seine Schatztruhe etwas weiter öffnen möge. "Er muss mehr Geld ausschütten, um zu gewährleisten, dass alle Teams in der Lage sind, zu den vielen Rennen zu kommen", erklärte Ferrari-Chef Sergio Marchionne.

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