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HSV: Frank Rost verlässt Mannschaftsrat

Bundesliga - Hamburger SV  

Viel Zündstoff beim Hamburger SV

19.04.2010, 07:22 Uhr | t-online.de, t-online.de

HSV: Frank Rost verlässt Mannschaftsrat. HSV-Keeper Frank Rost (Foto: imago)

HSV-Keeper Frank Rost (Foto: imago)

Beim Hamburger SV brennt der Baum. Der Klub, der in der Hinrunde noch mit begeisterndem Fußball die Liga stürmte und ein heißer Titelkandidat war, steht nach der sportlichen Talfahrt nur noch auf Rang sieben und muss um das Erreichen der Europa League bangen. Dabei war das eigentliche Saisonziel die Qualifikation für die Champions League.

Nun ist auch noch Torhüter Frank Rost aus dem Mannschaftsrat des Bundesligisten zurückgetreten. Das gab der Torhüter auf seiner Homepage bekannt.

Rost: "Habe einen Fehler gemacht"

Damit reagierte der Routinier nach eigenen Angaben auf den Vorwurf des HSV-Trainerstabes, er habe mit einem unangemeldeten Kinobesuch am Vorabend des Spiels gegen Mainz 05 (0:1) eine Disziplinlosigkeit begangen. Rost hatte am Freitag einen Kinobesuch mit einigen Spielern organisiert und damit offenbar gegen die Regeln verstoßen. Der Keeper nahm den Vorfall auf die eigene Kappe. "Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Kollegen, die mit mir im Kino waren, keinerlei Schuld trifft." Für sein Fehlverhalten entschuldigte sich Rost "bei den Fans, dem Trainerstab und dem Verein".

Querelen im eigenen Lager

Doch nicht nur um den Torhüter gibt es im Verein Querelen. Das kickende Personal beim Traditionsklub ist zunehmend unzufrieden. Nationalspieler Piotr Trochowski klagte über mangelnde Wertschätzung vom Trainer, Stars wie Jerome Boateng, Zé Roberto und Eljero Elia sollen vor dem Absprung stehen. Die Kritik entzündet sich vor allem an Trainer Bruno Labbadia. Der verprellte gegen Mainz nun auch noch seinen Kapitän David Jarolim und wechselte ihn gegen den U-23-Spieler Sören Bertram aus. Der Tscheche wiegelte einen Tag nach dem Match gegen die Rheinhessen zwar ab und sagte: "Das ist abgehakt. Ich möchte jetzt nichts Falsches sagen." Doch der Mittelfeldspieler wird nicht erfreut darüber gewesen sein, ist allerdings klug genug, kurz vor dem Europa-League-Halbfinale gegen den FC Fulham kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen.

Labbadia: "Konzentrieren uns nicht nur auf die Europa League"

Möglicherweise wäre für Labbadia jetzt schon Schluss, wäre da nicht das große Ziel Europa-League-Finale, das am 12. Main in der Hansestadt stattfindet. Eine historische Chance für den HSV, die den Coach wohl noch im Sattel hält. "Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Europa League", behauptete allerdings Labbadia, "wir wollten gegen Mainz unbedingt gewinnen, aber wir konnten nicht." Ein Armutszeugnis, die Mannschaft folgt ihrem Trainer anscheinend nicht mehr. Während er nach dem ebenso enttäuschenden 0:0 gegen Hannover 96 vor zwei Wochen noch zum allgemeinen Erstaunen seine Spieler gelobt hatte, kritisierte er diesmal die Abwehr ("Unnötiges Gegentor, bei dem wir schlecht gestanden haben") ebenso wie die Offensive ("Konnten uns nicht durchsetzen") und stellte allgemein fest: "Uns haben 10 bis 15 Prozent gefehlt."

Hoffmann ist ratlos

Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann verweigert denn auch ein Treuebekenntnis zu dem Trainer, den er vor der Saison für die Ablöse von einer Million Euro von Bayer Leverkusen losgeeist hatte. "Wir haben am Donnerstag ein extrem wichtiges Spiel, bei allem anderen verdrehen Sie mir sowieso das Wort im Mund", sagte er vier Tage vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Europa League gegen den FC Fulham. Der Trainer habe die Mannschaft immerhin ins Halbfinale geführt. "Wir können nichts schönreden, unser Gesicht in der Bundesliga ist nicht gut", ergänzte Hoffmann nach dem erstmaligen Abrutschen aus den internationalen Rängen, "ich kann mir die Motivationslage der Spieler nicht erklären".

Schwach gegen Spitzenteams

Bereits jetzt scheint klar: Nach Saisonende ist für Labbadia Schluss. Zu katastrophal verlief die Rückrunde. Nach der Hinserie lag der Klub noch aussichtsreich auf Rang vier. Der HSV hatte den Anspruch, mit den besten Teams der Liga mitzuhalten. Auch deshalb wurde ein Star wie Ruud van Nistelrooy in der Winterpause verpflichtet. Doch gemessen an diesen Ansprüchen ist der Ertrag 2010 äußerst bescheiden: Ganze 17 Punkte wurden aus den bisherigen 14 Spielen geholt. Die Hanseaten stehen damit in der Rückrundentabelle hinter Klubs wie dem FSV Mainz 05, dem 1.FC Köln oder Hertha BSC. Die schlechte Rückrunde hat bei Hamburg schon Tradition. So verspielte der Liga-Dino in der letzten Saison auf der Zielgeraden aus aussichtsreicher Position die Titel in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League.

Diskussionen um Labbadia

Labbadia wird bereits seit Wochen einer Nachfolgerdiskussion ausgesetzt. In den Medien werden Joachim Löw und Mathias Sammer als Kandidaten für den Posten des 44-Jährigen gehandelt. “In diesem Geschäft gibt es keine unabdingbaren Treueschwüre”, sagte HSV-Boss Hoffmann dazu unlängst. Dabei ist Labbadia nach Thomas Doll, Huub Stevens und Martin Jol bereits der vierte Trainer seit 2007. Käme der fünfte, so würde der mögliche Nachfolger neue Ideen, neue Spieler und einen neuen Spielstil etablieren wollen. Der Klub müsste wieder fast bei Null beginnen. Klingt so, als bleibe Kontinuität in der Hansestadt auch in Zukunft ein Fremdwort.

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