Sie sind hier: Home > Sport > 2. Bundesliga >

HSV-Friedhof: Hier möchte man nicht begraben sein

Hier möchte man nicht begraben sein

22.11.2010, 08:51 Uhr | t-online.de, t-online.de

HSV-Friedhof: Hier möchte man nicht begraben sein. Gähnende Leere auf dem HSV-Friedhof. (Foto: imago)

Gähnende Leere auf dem HSV-Friedhof. (Foto: imago)

Das HSV-Grabfeld - ein weltweit einmaliges Projekt, schwärmte man in Hamburg bei der Eröffnung des ersten und einzigen Friedhofs für Fans direkt neben dem Stadion. Interessenten und Anfragen gäbe es zuhauf. Nach zwei Jahren ist die Bilanz ernüchternd: Von 500 möglichen Gräbern sind nur drei belegt. Bei der "Jubiläumsfeier" im September waren es noch zwei.

Das HSV-Grabfeld liegt auf dem Hauptfriedhof Altona direkt neben der Imtech-Arena, bei Beerdigungen kann man die Westtribüne sehen. Den Eingang bildet ein hölzernes Fußballtor, der Rasen kommt direkt aus der Arena und auf Wunsch läuft "Hamburg, meine Perle" in der Friedhofskapelle. "Der Tod ist ein ernstes Thema, und dennoch: Die gesamte Fußballwelt beneidet diesbezüglich den HSV", frohlockte man auf der Website des Bundesligisten noch im letzten Jahr.

Brachland am Stadion

Die Realität sieht anders aus. Kaum jemand will den Rothosen tatsächlich bis ins Jenseits folgen. Wie die "Hamburger Morgenpost" berichtet, liegt der Großteil des Friedhofs brach. "Es gibt nur wenig Nachfragen", gesteht Kerstin Godenschwege, Sprecherin des Bezirks Altona. Dennoch hegt sie leise Hoffnung. "Vielleicht braucht es noch Zeit, bis die Idee bei den Leuten ankommt."

Auf dem HSV-Friedhof in Form eines Fußballstadions herrscht solange gähnende Leere. "Ab einer gewissen Lebensphase ist die Leidenschaft für Fußball vielleicht nicht mehr so wichtig", sagte ein Sprecher des zugehörigen Bestattungsinstituts.

Kein HSV-Begräbnis im Programm

Aber auch der Preis spielt eine gewichtige Rolle: Wer das volle HSV-Programm für die letzte Ruhe haben möchte, muss einen fünfstelligen Betrag dafür hinlegen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Das ist vielen potenziellen Kunden zu teuer, und deshalb nahmen die Bestatter das Begräbnis im Rauten-Sarg aus dem Programm.

"Zuviel des Guten"

Vielleicht hätte man auf HSV-Idol Uwe Seeler hören sollen, der dem Projekt von Anfang an skeptisch gegenüber stand. "Wenn es solche Anhänger gibt, die das wollen, meinetwegen, aber vielleicht ist das auch ein bisschen zu viel des Guten", sagte "Uns Uwe" anlässlich der Eröffnung vor zwei Jahren.

Pauli baut Kita

Beim Lokalrivalen St. Pauli verweisen nur die Totenkopf-Fahne und die Einlaufmusik "Hells Bells" auf das Jenseits. Und weil man dort schon aus Tradition alles anders macht als beim großen Bruder, hat man sich für eine Zielgruppe entschieden, die das Leben noch vor sich hat: Die Kiezkicker planen eine Kindertagesstätte im Millerntor-Stadion.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal