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"HSV Plus" beschlossen: Chaos-Tage in Hamburg sind noch nicht vorbei

Magath: "ein sinkendes Schiff"  

Die Chaos-Tage in Hamburg sind noch nicht vorbei

20.01.2014, 13:49 Uhr | dpa, sid, t-online.de

"HSV Plus" beschlossen: Chaos-Tage in Hamburg sind noch nicht vorbei. Strukturreform: Der Hamburger SV will sich neu erfinden. (Quelle: dpa)

Strukturreform: Der Hamburger SV will sich neu erfinden. (Quelle: dpa)

Nach der turbulenten Mitgliederversammlung und der Entscheidung, die Profispieler-Abteilung auszugliedern steht dem Hamburger SV nun viel Arbeit ins Haus. Dem Verein muss es gelingen, die teilweise zerstrittenen Reihen zu versöhnen, alle nötigen Maßnahmen zur Bildung der Fußball-AG einzuleiten und nebenbei zur Tagesordnung überzugehen. "Jetzt beginnt die Arbeit für den Vorstand", sagte Ernst-Otto Rieckhoff, dessen Konzept "HSV Plus" die große Zustimmung der HSV-Mitglieder gefunden hatte. Die Reform ist zudem noch nicht in trockenen Tüchern.

Bevor die heiß ersehnten Einnahmen durch Investoren in die Kassen des klammen HSV fließen können, muss das Konzept vom Vorstand konkretisiert und den Mitgliedern zur endgültigen Abstimmung im Mai oder Juni vorgelegt werden. Dafür ist eine 75-Prozent-Mehrheit erforderlich.

Chancenlose Konkurrenz

79,4 Prozent der 6380 abgegebenen Stimmen hatte Rieckhoffs "HSV Plus" zuvor bekommen. Das Konzept sieht eine Ausgliederung der Fußball-Profi-Abteilung aus dem 33 Sparten umfassenden Universalverein und die Bildung einer Aktiengesellschaft vor. Die anderen Modelle blieben chancenlos. "Rautenherz", das für eine Kommanditgesellschaft warb, wie sie die meisten der Bundesligisten unterhalten, wurde ebenso abgelehnt wie "HSV 21", das eine Stiftung vorsah. Der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Ertel, der das Konzept "HSV-Reform" gegen Ausgliederung und Anteilsverkauf unterstützte, erlitt eine deftige Schlappe. Das aus der Spitze der Supporter-Abteilung stammende Modell wurde letztlich nicht zur Abstimmung in Gänze gebracht.

"HSVplus" spaltet immer noch

"Es sind keine Gräben aufgerissen worden. Dafür war das Votum zu klar", sagte Rieckhoff. Dennoch haben die Gegner des Konzeptes noch nicht aufgegeben. Der Antrag auf Fernwahl wurde hauchdünn abgelehnt. Die 73,7 Prozent Ja-Stimmen reichten nicht, weil eine Dreiviertelmehrheit erforderlich gewesen wäre. Die 26,3 Prozent der Mitglieder sangen daraufhin lautstark wie die Fans im Stadion nach einem Sieg. Sie hoffen, dass die schweigende Mehrheit der Befürworter nicht zur finalen Abstimmung erscheint, und sich "HSVplus" noch abwenden lässt. Die Befürworter der Fernwahl wollten, dass möglichst viele der 72.000 Mitglieder an Abstimmungen beteiligt werden.

Ex-Präsident Jürgen Hunke hatte sein Model "HSV - Tradition mit Zukunft" kurz vor der Abstimmung zurückgezogen. "Die Niederlage schmerzt. Aber die Sache ist heute noch nicht entschieden", gab sich Hunke nach der Wahl gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" kampfeslustig. Er wolle weiter gegen "HSV Plus" kämpfen. Besonders der Verkauf von Anteilen des Vereins, des "Tafelsilbers", an Investoren ist ihm ein Dorn im Auge. Geplant ist, dass die Mehrheitsanteile auch in Zukunft per Satzung beim Verein liegen müssen, während nach dem Vorbild des FC Bayern bis zu 24,9 Prozent insgesamt für Investoren bereit gestellt werden. Die Initiative erhofft sich dadurch Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe.

Öffnung für Investoren

Joachim Hilke, Marketing-Vorstand des HSV, sieht das anders als Hunke. Er sprach sich überdeutlich für eine Öffnung des Klubs für externe Geldgeber aus. "Es gibt einen Zusammenhang zwischen der jeweiligen Struktur und dem Erfolg eines Vereins", sagte Hilke. "Die Ausgliederung ist das Fundament unseres zukünftigen Erfolgs. Wir brauchen Partner." Vorstands-Chef Carl-Edgar Jarchow steht auf Hilkes Seite: "Auf Dauer ist der eingetragene Verein nicht konkurrenzfähig", erklärte er.

Einer der potenziellen Geldgeber ist Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne, der im Vorfeld bereits seine Unterstützung angeboten hatte. Er wolle den neuen HSV als "strategischer Partner in größerem Umfang zu unterstützen", hatte der 76-Jährige erklärt. Im Gespräch sind demnach bis zu 25 Millionen Euro. Der HSV dürfe aber "niemals zum Spielball externer Geldgeber" werden. Allerdings betonte Kühne, als Mäzen auftreten zu wollen, nicht als Partner oder Investor.

Magath: HSV momentan nicht sexy

Die Voraussetzungen, Investoren zum Bundesliga-Dino zu locken, könnten allerdings besser sein. "Mittlerweile steht der HSV sportlich, wirtschaftlich und atmosphärisch schlecht da. Der Verein gleicht momentan eher einem sinkenden Schiff als einem Luxusliner", sagte Felix Magath gegenüber "Sport Bild Plus".

Der frühere Spieler, Manager und Trainer des Klubs warnte vor Schnellschüssen hinsichtlich der geplanten Umstrukturierung. "Eine Ausgliederung mit dem Verkauf von Anteilen, da bin ich skeptisch. Wenn man etwas verkaufen will, wartet man eigentlich bis man etwas schön und sexy gemacht hat. Ob der HSV momentan sexy ist - da habe ich meine Zweifel", ergänzte Magath beim Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD.

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