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SV Darmstadt 98: Trainer Schuster vor größter Herausforderung


Aufsteiger Darmstadt  

Schuster steht vor seiner größten Herausforderung

26.05.2015, 11:34 Uhr
SV Darmstadt 98: Trainer Schuster vor größter Herausforderung. Glücksmoment: Für Darmstadts Trainer Dirk Schuster wartet nach dem Aufstieg allerdings jede Menge Arbeit. (Quelle: Reuters)

Glücksmoment: Für Darmstadts Trainer Dirk Schuster wartet nach dem Aufstieg allerdings jede Menge Arbeit. (Quelle: Reuters)

Noch dürfen sie feiern, die Aufstiegshelden des SV Darmstadt 98. Doch Dirk Schuster, der Vater des Erfolges beim künftigen Bundesligisten, macht sich sicherlich schon reichlich Gedanken, wie es mit seinem Sensationsteam weitergehen soll. Schließlich will das nächste Fußball-Wunder nach dem Durchmarsch von Liga drei in Liga eins geschafft werden: der Klassenerhalt.

Den hat Schuster, wie Stürmer Dominik Stroh-Engel süffisant bemerkte, am Darmstädter Böllenfalltor bisher ja noch nicht gepackt - es gab anstelle zweimal den Aufstieg. Gewiss die bessere Alternative. Nun ist der Trainer umso mehr gefordert, möchte er mit seinem Team eine ordentliche (Außenseiter-)Rolle in der Bundesliga spielen. Allein mit Einsatzwillen - Schusters Credo lautet: "Mentalität schlägt Qualität" - wird es bei seiner bisher größten Herausforderung aber nicht reichen. Es bedarf mehr Qualität im Kader.

Geht das Konzept weiter auf?

Schon vor der vergangenen Saison waren die Lilien als Abstiegskandidat gehandelt worden. Die Darmstädter straften die Zweifler indes Lügen. Einmal mehr war das Konzept des Trainers aufgegangen, der in Personalunion auch Sportlicher Leiter ist. Schuster holte erneut Spieler, die kaum jemand mehr wollte und wenig bis gar kein Geld kosteten. Er gab ihnen eine zweite, vielleicht letzte Chance. Und die Auserwählten packten die Gelegenheit beim Schopfe. Wie Marcel Heller zum Beispiel.

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Aktuell beträgt der Marktwert des gesamten Kaders des Aufsteigers laut "transfermarkt.de" nur 12,45 Millionen Euro. Bayern-Torjäger Robert Lewandowski, dem sich die Abwehr des SV 98 in der kommenden Runde zweimal gegenüber sieht, bringt es allein auf 50 Millionen Euro. Ob das Konzept bei dieser Konkurrenz noch einmal derart greift, mag bezweifelt werden. Zumal einige Spieler schon in der Zweiten Liga an ihren Grenzen gestoßen waren.

Neue finanzielle Möglichkeiten

Mit dem Aufstieg könnte sich die Personalpolitik beim SV 98 ohnehin ändern. Waren Transfers aufgrund der beschränkten finanziellen Möglichkeiten des Klubs bisher kaum möglich, können die Lilien nun echtes Geld in die Hand nehmen.

Möglich macht dies die deutlich höhere Ausschüttung aus dem Topf der Fernsehgelder für die Darmstädter. Der Betrag (vergangene Zweitliga-Saison waren es knapp fünf Millionen Euro) wird sich vervierfachen. Ein Quantensprung. Gut möglich also, dass die Südhessen einen Rekord-Transfer tätigen: Die Top-Werte datieren noch immer aus dem Jahr 1981, als Guido Stetter (VfR Bürstadt) und Helmut Zahn (Freiburger FC) jeweils für umgerechnet 75.000 Euro geholt wurden. Damals hatten die Südhessen den zweiten von bisher drei Bundesliga-Aufstiegen geschafft.

Stärken, ohne zu schwächen

Für Darmstädter Verhältnisse kostspielige Transfers bergen aber auch Gefahren. Das Team trat in den vergangenen beiden Spielzeiten stets als eingeschworene Einheit auf. Das intakte Gefüge könnte aber durch teure Neuzugänge ins Wanken geraten.

Dirk Schuster steht also vor dem Spagat, die Mannschaft zu verstärken, ohne sie dabei zu schwächen. Sportlich muss es passen, charakterlich eben auch. Zumal er noch Hausaufgaben zu machen hat. Noch ist die Situation um Leistungsträger Hanno Behrens ungeklärt, der ein erstes Angebot ausschlagen hatte, nach dem Aufstieg aber durchaus bleiben könnte.

Mit Romain Bregerie, Leon Balogun und Fabian Holland laufen zudem gleich bei drei Spielern aus der Viererkette die Verträge aus. Gemeinsam mit Kapitän Aytac Sulu war die Abwehr ein Erfolgsgarant des Aufsteigers. Die 26 Gegentreffer sind Spitzenwert der Klasse. Überdies erzielte das Quartett 15 der insgesamt 44 Darmstädter Treffer. Schuster wird also gut überlegen, wie er mit den neuen finanziellen Möglichkeiten umgeht.

Das Stadion: Bremsklotz und Vorteil zugleich

Überdies hat Klub-Präsident Rüdiger Fritsch bereits angekündigt, auch Geld in die Infrastruktur zu stecken. Ein Leistungszentrum soll her. Und vor allem muss es Verbesserungen im altehrwürdigen Stadion am Böllenfalltor geben. Nicht unbedingt in Sachen Fassungsvermögen (aktuell 16.150 Zuschauer). Obwohl damit zu rechnen ist, das die Nachfrage nach Karten das Angebot bei Weitem übersteigen wird.

Vielmehr sind Lizenz-Auflagen zu erfüllen. Der Medien-Bereich muss auf das gestiegene Interesse angepasst werden. Auch bei den sanitären Anlagen besteht Handlungsbedarf. Der Umbau der nostalgischen Arena lässt auf sich warten - frühestens 2018 soll das Stadion endgültig im neuen Glanz erstrahlen. Eine optimistische Vorhersage.

So entpuppt sich das Stadion durchaus als Bremsklotz in der Entwicklung des Klubs. Dabei könnten die Lilien die Euphorie doch nur zu gut nutzen, um weitere Einnahmequellen zu erschließen. Etwa durch lukrative VIP-Logen, die es aktuell am Böllenfalltor nicht gibt. Zukunftsmusik.

Ihren Status als Darmstädter Kultstätte wird die Arena also vorerst nicht verlieren. In der Gegenwart möglicherweise ein Vorteil des Teams um Dirk Schuster, das die Begebenheiten vor Ort samt der grandiosen Stimmung im überalterten Rund bestens zu nutzen weiß. Vielleicht zum nächsten Fußball-Wunder.

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