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SV 98 - Eintracht Frankfurt: "Schweineball" entscheidet Hessenderby

Frankfurt-Manager Hübner sauer  

"Schweineball" entscheidet Hessenderby

12.09.2016, 10:13 Uhr | t-online.de

SV 98 - Eintracht Frankfurt: "Schweineball" entscheidet Hessenderby. Die Darmstädter Spieler bejubeln gemeinsam mit dem Torschützen Sandro Sirigu (2.v.re.) das 1:0. (Quelle: dpa)

Die Darmstädter Spieler bejubeln gemeinsam mit dem Torschützen Sandro Sirigu (2.v.re.) das 1:0. (Quelle: dpa)

Aus Darmstadt berichtet Jonas Klinke

Nein, ein gutes Spiel war es nicht, was die Fans im Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor zu sehen bekamen. Ehrlich gesagt konnte man diesem Spiel glatt die Erstligareife absprechen. SV Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt- das Hessenderby in der Bundesliga. Für Fußball-Romantiker ein Festtag, schließlich trafen zwei Traditionsvereine im deutschen Oberhaus aufeinander.

Fußball-Ästheten dürften dagegen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben bei dem Anblick, der sich ihnen über 90 Minuten bot. Daran dürfte auch das Siegtor zum 1:0 für Darmstadt nichts geändert haben.

Wenig Torraumszenen

Lange Bälle, viele Mittelfeld-Zweikämpfe, wenige Torraumszenen. Die Chancen, die da waren, wurden kläglich vergeben. Die besten Möglichkeiten hatten die Gäste aus Frankfurt. Doch weder Mijat Gacinovic (19.Minute), noch Branimir Hrgota (40.) konnten aus den wenigen Fehlern der Darmstädter Kapital schlagen. Selbst eine schlafende Gastgeber-Verteidigung bei einem schnell ausgeführten Freistoß in der 77. Minute konnte die Eintracht nicht ausnutzen. Szabolcs Huszti scheiterte am glänzend aufgelegten Darmstädter Schlussmann Michael Esser.

"Das war ganz langweilig"

Meist standen die Lilien defensiv sicher und stellten das Zentrum zu. Da Frankfurt kein Mittel fand, um den Defensivverbund zu überwinden, gab es lange Querpassstaffeten, die zwar hohen Ballbesitz, aber keine Torgefahr einbrachten. Eintracht-Torwart Lukas Hradecky hatte keine große Freude an dem Spiel seiner Mannschaft: "Wir haben immer nur die gleichen Positionen besetzt und niemand ist tief gelaufen. Wir haben es nicht geschafft die Verteidigung der Darmstädter lang zu machen."

Für seine anschließende Bemerkung: "Das war ganz langweilig, sich das von hinten anschauen zu müssen", erntete Hradecky zustimmendes Nicken der Journalisten.

Ein Spiel ohne Spielwitz

Es passte zu diesem kampfbetonten Spiel, das selbst kleine Ansätze von Spielwitz komplett verpufften. Ein Hackentrick von Marcel Heller blieb ebenso ohne Wirkung wie der Versuch von Alex Meier, einen Pass für einen Teamkollegen durchzulassen. Stattdessen gab es viele harte Zweikämpfe im Mittelfeld und Nickligkeiten. Ein typisches Derby eben, allerdings ein fehlerbehaftetes.

Während die Eintracht immerhin um einen geordnetes Spiel bemüht war, besann sich Darmstadt auf lange Bälle. Dementsprechend verärgert war Eintracht-Manager Bruno Hübner nach dem Spiel: "Sie haben nicht mal versucht Fußball zu spielen. Sie haben einfach hinten rausgeschlagen und waren mit dem Unentschieden zufrieden. Eigentlich darf man für so ein Spiel nicht belohnt werden."

Sirigus "Schweineball"

Und selbst die Belohnung, das 1:0 durch Sandro Sirigu in der 90. Minute, war eigentlich so nicht geplant. "Ich hab einen Mitspieler auf dem zweiten Pfosten gesehen. Und hab gesehen, dass der Torwart ein bisschen zu weit draußen steht. Dann wollte ich ihn auf den zweiten Pfosten chippen. Das er dann natürlich direkt reingeht ist umso schöner", beschrieb der Torschütze den glücklichen Siegtreffer kurz vor Schluss. Zugleich war es Sirigus erstes Bundesliga-Tor.

Trainer Norbert Meier bezeichnete den Schuss von Sirigu gar als "Schweineball": "Du brauchst das Glück. Wir kennen auf deutsch gesagt diese ‘Schweinebälle‘, die sich irgendwo hinsenken, wo der Torwart überhaupt nicht mit rechnet und auch überhaupt nichts machen kann."

Kein Hessen-Derby ohne Bengalos

Leider gesellte sich zu den Fehlern auf dem Spielfeld erneut das Fehlverhalten einiger Unverbesserlicher auf den Rängen hinzu. Sorgten bereits die gezündeten Bengalos im Darmstädter Block F für Unruhe, so erlebte das Schauspiel nach dem Tor von Sirigu seinen traurigen Tiefpunkt, als Leuchtraketen aus der Nordkurve in den Frankfurter Gästeblock geschossen wurde. Darmstadts Präsident Rüdgier Fritsch zeigte sich entsprechend verärgert: "Ich verstehe nicht, wie man den Fußball so missbrauchen kann. Dafür habe ich null Verständnis."

Gleichzeitig kündigte er rechtliche Konsequenzen an: "Ich habe von unseren Sicherheitsbeauftragten gehört, dass wir die zwei Pyro-Abschießer identifiziert haben. Ich kann sagen, dass die keinen Spaß haben werden. Wir werden sie mit allen rechtlichen Möglichkeiten verfolgen."

Genauso energisch sollten beide Teams auch in die nächsten Wochen starten und an ihren spielerischen Mitteln arbeiten, sonst droht beiden Teams wie im letzten Jahr ein langwieriger Abstiegskampf.

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