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FC Bayern München: Das große Zittern vor der TSG Hoffenheim

Das große Zittern vor der TSG Hoffenheim

11.02.2011, 11:15 Uhr | t-online.de, t-online.de

 FC Bayern München: Das große Zittern vor der TSG Hoffenheim. Louis van Gaal gibt sich cool: "Ich spüre keinen Druck mehr." (Foto: imago)

Louis van Gaal gibt sich cool: "Ich spüre keinen Druck mehr." (Foto: imago)

Selten zuvor dürfte der FC Bayern München so vor einem Dorfklub gezittert haben wie aktuell vor der TSG 1899 Hoffenheim (Samstag, ab 15.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Setzt der deutsche Rekordmeister sein Bundesliga-Heimspiel gegen das Team aus der 4000-Seelen Gemeinde in den Sand, dann ist in München "der Teufel los". So schrieb es immerhin der seriöse und eher zurückhaltende "kicker". "Louis van Gaal steht unter Druck wie noch nie in dieser Saison", berichtete das Fachblatt weiter. Wendepunkt oder Anfang vom Ende? Für den Bayern-Coach steht weit mehr auf dem Spiel als lediglich drei Punkte. Zumal der Coach auch innerhalb des Teams nicht mehr unumstritten scheint.

Demnach sind einige Spieler mit der Position, auf der sie spielen sollen, unzufrieden. Mit Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger, Danijel Pranjic, Luiz Gustavo und Anatolij Timoschtschuk spielten zuletzt in Köln gleich fünf Spieler nicht auf ihrer angestammten Position, für die sie eigentlich verpflichtet worden sind. Kein Wunder, dass das Team verunsichert ist. Hamit Altintop darf nur noch den Platzhalter für die oft verletzten Superstars Arjen Robben und Franck Ribéry spielen. Auch der Abgang von Mark van Bommel ist noch nicht gänzlich verdaut. Der Kapitän wäre gerne geblieben, flüchtete aber vor van Gaal.

Lachen über die Nase

Der uneingeschränkte Rückhalt für den Trainer innerhalb des Teams scheint zu bröckeln. Angeblich sollen sich die Kicker bereits ein wenig lustig machen über van Gaal. Wie die "Sportbild" berichtete, nennen die Spieler ihren Coach hinter seinem Rücken nur noch "die Nase". Die ist wegen eines Bruchs aus Profizeiten schief und entspricht nicht unbedingt den Vorstellungen eines perfekten Riechorgans. Aber nett ist dieser Spitzname sicher nicht.

Die Antwort müssen Schweinsteiger und Co. auf dem Platz geben. Bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg von Bayer Leverkusen hätte der FC Bayern nicht nur Tabellenführer Borussia Dortmund aus den Augen verloren, sondern müsste sogar ernsthaft um das Minimalziel Platz zwei zittern. Nur dieser Rang sichert definitiv die Teilnahme an der Champions League. Präsident Uli Hoeneß hatte bereits vor wenigen Wochen angekündigt, in diesem Fall Konsequenzen zu ziehen.

Sofort zurück nach München

Dass der Rekordmeister mittlerweile sogar vor Hoffenheim Bammel hat, zeigt die Tatsache, dass van Gaal seine Nationalspieler auf schnellstmögliche Weise von ihren Länderspielreisen nach München zurückbeordert hatte. So dass am Donnerstagmorgen das desaströse 2:3 von Köln endlich aufgearbeitet werden konnte. "Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln, um unser Minimalziel zu erreichen. In den nächsten Wochen entscheidet sich sehr viel", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Sollte der FC Bayern wieder nicht gewinnen droht eine gefährliche Abwärtsspirale. Die Spiele in der Champions League gegen Inter Mailand und das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Schalke 04 stehen neben der Liga in den nächsten Wochen ebenfalls auf dem Programm. Die Bosse sind  derweil längst dauergenervt von den mäßigen Leistungen der Mannschaft und zusehends auch vom Auftreten van Gaals, der zuletzt sanfte Kritik von Ikonen wie Oliver Kahn oder Mehmet Scholl als "Papageien-Geplapper" abkanzelte. Van Gaal scheint es zu lieben, Nebenkriegsschauplätze aufzumachen.

Retourkutsche gegen Hoeneß

Hat er aus diesem Grund Jörg Butt auf die Bank verbannt und Thomas Kraft als neue Nummer eins installiert? Allmählich drängt sich der Verdacht auf, dass der Niederländer den zweifellos hochtalentierten 22-Jährigen absichtlich ins Tor beorderte, um im Dauerzwist mit Hoeneß, der ja bekanntlich unbedingt Schalkes Manuel Neuer verpflichten möchte, mal wieder das letzte Wort zu haben. Diese Entscheidung könnte sich als fatal herausstellen. Wie soll ein unerfahrener Keeper hinter einer verunsicherten Mannschaft Glanzleistungen abrufen?

Derweil sind aus Hoffenheim selbstbewusste Töne zu hören, obwohl der Aufsteiger von 2008 noch nie gegen den Rekordmeister gewinnen konnte. So tief ist der FC Bayern also schon gefallen. "Bei den Bayern läuft es gerade richtig schlecht, die Stimmung ist mies. Das müssen wir ausnutzen", sagte Tom Starke der "Bild". Gegenüber den Fans wurde der Keeper noch deutlicher. "Ich glaube dieses Mal sind sie reif", so der 29-Jährige.

Hoffenheim-Coach: "Bayern ist angeknockt"

Auch Neu-Coach Marco Pezzaiuoli stichelte in Richtung des Münchner Star-Ensembles. "Die Bayern sind angeknockt", sagte der Nachfolger von Ralf Rangnick auf der Trainerbank der Kraichgauer. Zwar redeten alle beim Dorfklub nach dem Rangnick-Wechsel vom Klassenerhalt, doch nach zwei Siegen in Folge auf Schalke und gegen Kaiserslautern  fragt sich nicht nur Neuzugang Ryan Babel vom FC Liverpool: "Warum so bescheiden?" Der 24-Jährige weiter: "Vielleicht können wir in dieser Saison schon einen internationalen Platz erreichen, wir sind nur vier Punkte hinter den Bayern."

Einziger Hoffnungsschimmer der Bayern: Erstmals könnte in dieser Saison die angeblich gefährlichste Flügelzange Europas zum Einsatz kommen. Robben hat sich nach seiner Erkältung wieder zurückgemeldet und Ribéry hat seine Knieprobleme endgültig auskuriert. In 52 möglichen Bundesligaspielen standen die beiden Superstars gerade einmal acht Mal gemeinsam in der Startelf. Das sind magere 15,4 Prozent. Doch van Gaal ist es auch zuzutrauen, dass er beide zunächst auf der Bank lassen wird, da sie noch nicht hundertprozentig fit sind.

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