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Lucio, Demichelis und jetzt Breno: Van Gaals Probleme mit den Südamerikanern

Van Gaals Probleme mit den Südamerikanern

14.02.2011, 11:14 Uhr | t-online.de, t-online.de

Lucio, Demichelis und jetzt Breno: Van Gaals Probleme mit den Südamerikanern. Breno ist nicht der erste Südamerikaner, den Louis van Gaal auf das Abstellgleis schiebt. (Foto: imago)

Breno ist nicht der erste Südamerikaner, den Louis van Gaal auf das Abstellgleis schiebt. (Foto: imago)

Er war einer der ganz wenigen, dem nach der 4:0-Gala gegen die TSG Hoffenheim nicht zum Lachen zumute war. Wieder einmal musste Breno 90 Minuten auf der Ersatzbank schmoren. Dabei sollte der brasilianische Abwehrspieler in dieser Saison endlich den Durchbruch schaffen beim FC Bayern. Die Hoffnung darauf scheint der 21-Jährige mittlerweile aufgegeben zu haben. "Ich habe keine Lust mehr", ließ Breno gegenüber der "tz" seinen Frust freien Lauf. Wieder einmal hat Trainer Louis van Gaal einem Südamerikaner den Spaß an der Arbeit genommen. Längst kein Einzelfall.

Breno ist beim FC Bayern bereits der dritte Spieler vom südamerikanischen Kontinent nach Lucio und Martin Demichelis, der von van Gaal ausgebootet wurde. Lucio flüchtete bereits im Sommer 2009 vor dem Niederländer. Der damalige Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft fühlte sich nicht genügend wertgeschätzt. Lucio trainierte gerade ein einziges Mal unter van Gaal, bevor er das Weite suchte.

Demichelis flüchtet im Winter

Demichelis versuchte es immerhin ein wenig länger. Doch auch der Argentinier gab im zurückliegenden Winter entnervt auf. Nach sieben Jahren beim FC Bayern flüchtete der Defensivspezialist Anfang des Jahres zum FC Malaga. Er bedankte sich anschließend beim Klub für die tolle Zeit, schickte dem Ex-Coach allerdings eindeutige Abschiedsworte hinterher. "Als van Gaal kam, begann alles zu stinken", sagte Demichelis über die Zeit mit dem Niederländer.

Jetzt ist also mit Breno der nächste dran. "Ich habe keine Chancen zu spielen. So gefällt mir das nicht", gab der bullige Defensivspezialist zu Protokoll. Breno, der 2008 im Alter von 19 Jahren vom FC Sao Paulo zum Rekordmeister gewechselt war, galt als größtes Abwehrtalent Brasiliens. "Er ist eine Option für die Zukunft", sagte Karl-Heinz Rummenigge damals.

Nach überstandenem Kreuzbandriss schien Breno in der Rückrunde neben Holger Badstuber in der Innenverteidigung gesetzt zu sein. Doch nach dem ersten Spiel im neuen Jahr gegen Wolfsburg saß er wieder auf der Bank. Für ihn spielt nun regelmäßig der gelernte Mittelfeldspieler Anatoli Timoschtschuk. Breno habe Schwächen im Spielaufbau begründete van Gaal seine Maßnahme.

Jede Menge Ärger in Barcelona

Das mag zwar richtig sein, doch eine gewisse Abneigung gegenüber südamerikanischen Kickern scheint offensichtlich. Im vergangenen Jahr äußerte sich Ex-Barcelona-Star Giovanni Silva de Oliveira im Zuge des Luico-Transfers zu Inter Mailand mit drastischen Worten über den Bayern-Coach. "Van Gaal ist für die brasilianischen Spieler der Hitler. Er ist arrogant und hat einige Probleme." Von 1997 bis 1999 spielte Giovanni unter van Gaal beim FC Barcelona, bevor er zu Olympiakos Piräus abgeschoben wurde.

Während van Gaals erster Amtszeit beim FC Barcelona zwischen 1997 und 2000 rasselte er auch immer wieder mit Superstar Rivaldo zusammen. Bei seinem zweiten Engagement (2002-2003) kam es dann endgültig zum Eklat. Der 74-fache brasilianische Nationalkicker verließ den Klub. Und der Weltfußballer von 1999 hatte keine netten Worte für seinen Ex-Coach, der zwischen den beiden Barca-Engagements mit der niederländischen Nationalmannschaft die WM-Qualifikation verpasst hatte, übrig.

"Der Señor van Gaal kann mir nur leid tun. Trotz all der Stars, die er in der niederländischen Nationalelf hatte, konnte er sich nicht für die WM qualifizieren. Nun ist er neidisch auf mich. Ich habe den Titel bei einer WM geholt, an der van Gaal nicht einmal teilnehmen durfte", lästerte Rivaldo. Der eigenwillige Trainer konterte ebenso deutlich. "Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte Barcelona Rivaldo schon vor drei Jahren verkauft."

Keine Verwendung mehr für Elber

Dass van Gaal eine gewisse Abneigung gegenüber südamerikanischen Akteuren zu haben scheint, belegt auch die Tatsache, dass der FC Bayern im Herbst vergangenen Jahres vorerst die Zusammenarbeit mit Giovane Elber auf Eis gelegt hat. "Ich arbeite nicht mehr als Berater von Bayern", bestätigte der ehemalige Münchner Publikumsliebling. "Nach der WM haben die mir mitgeteilt: Wir wollen für die nächsten zwei Jahre keinen Südamerikaner mehr." Van Gaals Vertrag läuft noch bis 2012.

Gustavo will es wissen

Mit Luiz Gustavo von der TSG Hoffenheim ist im Winter allerdings doch wieder ein Brasilianer an die Säbener Straße gewechselt. Man darf gespannt sein, wie lange es der 23-Jährige unter van Gaal aushält. Immerhin: Gustavo liebäugelt damit, sich einbürgern zu lassen.

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