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Christian Fuchs von Mainz 05: So will ich Arjen Robben stoppen

"Robben musst du bei der Ballannahme stören"

24.06.2014, 12:28 Uhr | t-online.de, t-online.de

Christian Fuchs von Mainz 05: So will ich Arjen Robben stoppen. Christian Fuchs im Interview: "Den Robben musst Du schon bei der Ballannahme stören"

Christian Fuchs bejubelt den Hinspiel-Sieg gegen die Bayern in der Allianz Arena. (Foto: imago)

Das Interview führte Julian Moering

Es gibt bei Mainz 05 wohl kaum einen Zweiten, der die offensive Spielweise von Trainer Thomas Tuchel so perfekt verkörpert, wie Christian Fuchs. Meist als linker Außenverteidiger eingesetzt, kurbelt der Österreicher das Angriffsspiel der Rheinhessen immer wieder mit seinen schnellen Vorstößen und präzisen Flanken an und legte schon sechs Tore auf. Am Samstag steht der "Fuchser" vor der undankbaren Aufgabe, Arjen Robben am Toreschießen zu hindern. Mit t-online.de spricht der 24-Jährige über das anstehende Heimspiel gegen die Bayern, sein Saisonziel Europapokal, den Traum von der EM 2012 und das Geheimnis seiner langen Einwürfe.

t-online.de: Am Samstag kommt der FC Bayern mit breiter Brust an den Bruchweg. Haben Sie sich eigentlich schon überlegt, wie Sie Arjen Robben stoppen wollen?

Christian Fuchs: Naja, das wird sicherlich kein leichtes Unterfangen. Bei Arjen ist es sehr wichtig, dass man ihn schon bei der Ballannahme stört. Wenn der einmal ins Laufen kommt, ist es für jeden Verteidiger der Welt schwer, ihn zu verteidigen.

Robben zieht ja mit Vorliebe von der rechten Außenbahn nach innen und schließt dann von der Strafraumgrenze ab. Warum ist das so schwer zu verhindern?

Ja, man weiß zwar, was er vor hat, aber man weiß nie, wann der Haken nach innen kommt. Wenn er den dann mal ansetzt, ist er auf den ersten drei, vier Metern so dermaßen schnell, dass man kaum hinterher kommt. Er ist halt ein Spieler, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Es wird auf jeden Fall wichtig sein, ihn möglichst früh in seinen Aktionen zu stören.

Im Hinspiel ist Ihnen mit einem Sieg in München die Sensation gelungen. Klappt das nochmal?

Ich traue uns das auf alle Fälle zu. Wir hatten jetzt zwar ein paar Hänger, spielen aber immer noch einen guten Fußball. Doch die Aufgabe wird sicher ungleich schwerer werden.

Wegen Ribéry und Robben?

Ja, man sieht ja, dass die Bayern mit einem Ribéry oder einem Robben ein ganz anderes Gesicht zeigen. Wir werden dennoch eine gute Partie abliefern.

Die Fans träumen nach der Hinrunde vom Europapokal. Die Mannschaft auch?

Für mich persönlich ist Europa auf alle Fälle ein Ziel, und wenn man so in die Mannschaft reinhört, will sich keiner die Chance entgehen lassen. Und ich glaube, dass wir das schaffen können.

Trotz der angesprochenen Hänger zum Rückrundenstart?

Man muss auch sehen, dass wir in der Rückrunde teilweise mit Pech verloren haben. Oder gegen Bremen zu Hause in letzter Sekunde mit Pech den Ausgleich hinnehmen mussten. Nur in Köln haben wir zumindest die zweite Halbzeit komplett in den Sand gesetzt.

Und welche Konsequenzen ziehen sie daraus?

Keine großen. Wir werden unserer Linie sicherlich treu bleiben, denn ich glaube, dass wir weiterhin sehr guten Fußball spielen.

Nach so einer Pleite wie in Köln wirkt Trainer Thomas Tuchel immer sehr angefressen. Bekommt das die Mannschaft auch zu spüren?

Nein, überhaupt nicht. Nach dem Spiel ist er eigentlich noch nie laut geworden. Das vermeidet er auch bewusst. Aber nicht nur er ist dann angefressen. Auch als Spieler bist du in solchen Momenten enttäuscht. Es ist ja verständlich, dass man direkt nach dem Spiel vielleicht etwas zu emotional ist. Aber er macht das eigentlich ganz gut.

Inwiefern?

Wir machen zum Beispiel die Videoanalyse immer erst zwei oder drei Tage nach dem Spiel. Dann hat jeder ein paar Nächte drüber geschlafen und sieht das alles viel objektiver und kann Fehler, aber auch gute Szenen, viel besser analysieren. Danach kann man sich in Ruhe auf den nächsten Gegner vorbereiten. Es hilft ja nichts, wenn man so einem Spiel wie in Köln nachtrauert.

Sie sind in Mainz direkt zum Leistungsträger avanciert. Woran liegt das?

Thomas Tuchel weiß genau, wie er seine Spieler am besten einsetzt und wie er vor allem auch die Stärken der Spieler nutzt. Er lässt sehr offensiv spielen mit sehr offensiven Außenverteidigern. Das gefällt mir natürlich schon sehr. Und ich spreche wohl für alle, wenn ich sage, dass wir uns mit der Art, Fußball zu spielen, sehr wohl fühlen.

Wenn Sie sich schon so wohl fühlen, dann käme es Ihnen doch sicher entgegen, wenn Mainz 05 im Sommer die Kaufoption zieht.

Das ist Sache des Vereins. Der muss an mich, bzw. den VfL Bochum herantreten, wenn er die Option ziehen will. Aber ich sehe das alles ganz entspannt. Ich will mich bloß auf meine eigene Leistung konzentrieren, und was darüber hinaus geschieht, kann man sowieso nicht beeinflussen.

Aber Sie würden gerne bleiben?

Es liegt an Mainz und damit ist glaube ich alles gesagt.

In der Hinrunde trieben die "Bruchweg-Boys" in der Liga ihr Unwesen. Wie fanden Sie die Auftritte ihrer Kollegen Holtby, Schürrle und Szalai?

Ich hab es gut gefunden. Von mir aus könnten die das gerne nach jedem Spiel machen, denn das hieße, dass wir gewonnen haben.

Die drei haben Ihnen also nicht die Show gestohlen?

Also nein. Ich bin sowieso eher der Typ, der sich gerne im Hintergrund hält und dann auf dem Platz die Leistung bringt.

War es denn mit ein Grund für den Wechsel nach Mainz, dass mit Andreas Ivanschitz ein weiterer Österreicher im Kader steht?

Nicht unbedingt. Vor dem Transfer nach Mainz hab ich vor allem mit Lewis Holtby gesprochen, mit dem ich seit den gemeinsamen Bochumer Zeiten Kontakt gehalten habe. Er hat mir eigentlich Mainz schmackhaft gemacht.

Was hat er Ihnen denn erzählt?

Naja, dass hier gut gearbeitet wird, und dass beim ganzen Spaß, den man miteinander hat, auch die Ernsthaftigkeit nicht zu kurz kommt. Das hat sich auch alles bestätigt und ich glaube immer noch, dass das eine gute Entscheidung war.

Träumen Sie eigentlich von der EM 2012?

Auf alle Fälle! Das Schöne ist ja, dass wir es mit Österreich selbst in der Hand haben. Wir haben unsere Pflichtsiege im Gegensatz zur Türkei eingestrichen. Viel hängt vom nächsten Spiel gegen Belgien in Wien ab, aber wir haben in der Gruppe sicherlich eine gute Chance. Deutschland ist natürlich der klare Favorit.

...den Sie aber gerne ein bisschen ärgern wollen.

Na klar. Was gibt's denn für einen Österreicher schöneres, als den Deutschen a Haxl zu stellen. Da ist man noch mehr motiviert, als man es sowieso schon ist. Gegen Deutschland ist es immer etwas Besonderes.

Mal eine ganz andere Frage: Wo lernt man denn so weit einzuwerfen, wie Sie das können?

(lacht) Ich kann es einfach.

Also kein Trick dabei?

Das ist mein Betriebsgeheimnis. Ich wäre ja schön blöd, wenn ich das verraten würde. Ist ja mein Vorteil.

Als Österreicher interessieren Sie sich sicher für den Ski-Sport. Verfolgen Sie die WM?

Ja, mit Stolz. Es läuft für uns ja richtig gut. Wir haben ein paar Goldene, und das ist wirklich super.

Fahren Sie auch Ski?

Leidenschaftlich, aber leider komme ich kaum noch dazu, seit ich in Deutschland bin. Hier im Rhein-Main-Gebiet gibt es eher wenig Gelegenheiten für alpinen Sport.

Bei Ihnen zu Hause lebt ein Königspython. Wie kommt man denn auf so eine Idee?

Aus reiner Faulheit. Mein Beruf ist damit verbunden, dass man viel unterwegs ist, und da haben meine Frau und ich nach einem Haustier gesucht, das pflegeleicht ist, und das man auch mal zwei Tage alleine lassen kann.

Und da bleibt ja quasi nur der Königspython...

Ja eben.

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