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Streit um Löwen-Rettung eskaliert: Uli Hoeneß kontert Ude-Kritik


Hoeneß: "Ude hat die Rettung der Löwen blockiert"

22.03.2011, 08:42 Uhr | t-online.de, sid, sid, t-online.de

Streit um Löwen-Rettung eskaliert: Uli Hoeneß kontert Ude-Kritik. Uli Hoeneß gibt sich angriffslustig. (Foto: imago)

Uli Hoeneß gibt sich angriffslustig. (Foto: imago)

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude im Zusammenhang mit der drohenden Insolvenz des Zweitligisten 1860 München scharf attackiert. "Herr Ude scheint ein besonderes Problem mit der Wahrheit zu haben: Er verträgt sie nicht", sagte der 59-Jährige der Münchner "tz". Hintergrund für den Streit ist ein gescheiterter Rettungspakt zwischen Politikern, der Führungsspitze des FC Bayern und Vertretern der Banken.

"Mit Hilfe von Horst Seehofer und der CSU hätte es einen Rettungsplan gegeben, eine perfekte Lösung", sagte der 59-Jährige in einem weiteren Interview mit dem "Münchner Merkur". Als sich diese Idee allerdings zerschlagen hatte, sollte die Stadtsparkasse als Plan B einspringen. Dies hätte Ude jedoch verhindert, so Hoeneß.

Trickreiches Kreditgeschäft

Die Rettung sah nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ursprünglich ein trickreiches Kreditgeschäft vor. Die Bayern wollten der BayernLB acht Millionen Euro leihen. Dieses Geld sollte an die Löwen weitergereicht werden. "Wir hätten der Landesbank die acht Millionen Euro für zwei Prozent Zinsen zur Verfügung gestellt, und die Landesbank hätte das Geld dann für vier Prozent an die Löwen weiterverleihen können", sagte Hoeneß. Dieser Deal soll am 18. Februar beschlossen worden sein. "An diesem Abend war für uns die Sache durch, alles war bis ins Detail besprochen", so Hoeneß.

Gescheitert sei die Rettungsaktion seiner Einschätzung nach an Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Der habe erst nach dem Wochenende davon erfahren. Zeil sei "beleidigt" gewesen, sagte Hoeneß, der nun Ude kritisierte. "Ude als Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtsparkasse hat nichts dafür getan - er hat diese Lösung blockiert", so sein Vorwurf an den Oberbürgermeister aus den Reihen der SPD und legte in der Münchner "tz" noch nach: "Meiner Meinung nach hat der OB 1860 nie wirklich geliebt."

Ude: Vorwürfe von Hoeneß "peinlich und geschmacklos"

Ude reagierte umgehend auf die Kritik und bezeichnete die Vorwürfe von Hoeneß in der "tz" als "peinlich und geschmacklos. Es kann nicht die Rede davon sein, dass ich irgendetwas unterbunden habe, was möglich gewesen wäre". Er hätte 1860 als Sparkassen-Aufsichtsratschef gar nicht helfen können, da die Kontrollgremien gar nicht damit befasst gewesen seien. Hoeneß solle sich "für seinen Versuch, Aggressionen auf einen parteipolitischen Gegner zu lenken, entschuldigen." Darauf wird der Oberbürgermeister vergeblich hoffen: "Die Entschuldigung kann sich der Herr Ude an den Hut stecken", sagte Hoeneß der "tz".

Die finanziell stark angeschlagenen Löwen benötigen bis Ende März acht Millionen Euro für ihre Rettung (3,5 Millionen Euro für die laufende Saison, 4,5 Millionen Euro für die Lizenz der kommenden Spielzeit). Auf die Hilfe des großen Stadtrivalen darf 1860 jedoch nicht hoffen. "Wir haben für 1860 alles getan, was wir tun können", sagte Hoeneß.

Hopfner: "Von uns ist keine Hilfe mehr zu erwarten"

FCB-Finanzvorstand Karl Hopfner hatte bereits zuvor klargestellt: "Von uns ist keine Hilfe mehr zu erwarten. Das geht nicht, wir können dem Verein ja nicht acht Millionen Euro schenken. Wir haben das Ganze ja auch nicht verursacht." Am Freitag hatte Löwen-Präsident Dieter Schneider dazu aufgerufen, dass "mögliche Geldgeber aus der Deckung kommen, an die wir bisher noch nicht gedacht haben. Es ist eine ernste Situation. Ich kann nicht versprechen, dass wir das schaffen".

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