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Randalierer in Frankfurt beschädigen teure Spezialkamera

Randalierer beschädigen teure Spezialkamera

24.06.2014, 14:10 Uhr | dpa, t-online.de, sid

Randalierer in Frankfurt beschädigen teure Spezialkamera. Nach den Randalen liegt die wertvolle Kamera am Boden. (Foto: dpa)

Nach den Randalen liegt die wertvolle Kamera am Boden. (Foto: dpa)

Eintracht Frankfurt droht der vierte Abstieg aus der Bundesliga. Einige Fans können damit anscheinend nicht umgehen. Nach der 0:2-Heimpleite der Frankfurter gegen den 1. FC Köln regierte der Mob. Anhänger, die der Ultra-Szene zugeordnet werden, stürmten den Platz und ließen ihrem Frust und der Zerstörungswut freien Lauf. Unter anderem beschädigten die Randalierer eine 600.000 Euro teure Spezialkamera. Die High-Speed-Kamera ist ein Unikat und wurde während der Partie erstmals getestet. "Die ist umgeworfen worden. Der Täter war so schlau, auch noch in die Kamera zu schauen", sagte Andreas Rink, der Produktionsleiter der Deutschen Fußball-Liga. (Blog: Daum führt die Eintracht ins Debakel)

Das Gerät sollte extrem langsame und scharf geschossene Aufnahmen liefern. "Die Kamera ist eigentlich nicht zu bezahlen. Es gibt sie nur einmal auf der Welt", sagte Sportschau-Chef Steffen Simon, der für die ARD ebenfalls Bilder des Spezialgerätes nutzte.

Täter könnte zur Rechenschaft gezogen werden

Wie hoch der Schaden genau und ob die Kamera komplett kaputt gegangen ist, ist noch unklar. "Es ist auch möglich, dass an dieser 600.000 Euro teuren Kamera nur ein Schaden in Höhe von 50.000 Euro entstanden ist", sagte Rink. Für die Entwicklerfirma LNC könnte diese Frage entscheidend sein. "Die Firma hat die Kamera entwickelt, sie sollte erprobt und nach Möglichkeit dann auch gebucht werden."

Für den Schaden dürfte laut Rink nun zunächst eine Versicherung von Eintracht Frankfurt aufkommen. Doch in letzter Konsequenz könnte auch der Täter zur Rechenschaft gezogen werden. "Wenn es eine Täterermittlung gibt, wird die Versicherung oder der Verein sicherlich an denjenigen herantreten."

Jagdszenen auf dem Platz

Direkt nach dem Abpfiff hatten rund 150 Eintracht-Ausschreitungen die verängstigten Frankfurter Spieler über den Platz gejagt. Sie ließen sich erst von den Schlagstöcken und dem Pfefferspray der Polizei zurückdrängen. Zuvor wussten sie nicht wohin mit ihrem Frust über den bevorstehenden Abstieg und prügelten sich bereits untereinander auf den Rängen.

"Es ist bedauerlich, dass die Fans so ihre Enttäuschung geäußert haben", sagte Bruchhagen in der Sendung "Doppelpass". Ob die Eintracht für diese Vorfälle bestraft wird, ist noch ungewiss. Bruchhagen: "Ich kann nicht beurteilen, wie der DFB reagiert."

"Sonst wäre hier alles eskaliert"

"Das ist furchtbar. Das sind ganz schlimme Bilder, die wir in Frankfurt nicht sehen wollen", sagte Frankfurts Aufsichtsratsboss Wilhelm Bender. Vize-Präsident Axel Hellmann meinte: "Präsident Peter Fischer hat die Situation durch intensive Gespräche mit den Ultras gerade noch gerettet. Sonst wäre das hier alles eskaliert."  

Der 56-Jährige stellte sich als einziger Frankfurt-Offizieller den Fans entgegen und konnte mit Gesprächen beruhigend einwirken. Fischers Ansprache: "Bleibt ruhig! Hier gibt es nicht mehr viel zu retten. Wir machen alle weiter. Dann gewinnen wir eben gegen den scheiß BVB!"  

Zum Abschluss nach Dortmund

Am 34. Spieltag muss Frankfurt zum designierten Meister nach Dortmund reisen. Mindestens ein Remis könnte den Sturz  in die Zweitklassigkeit noch verhindern. Zeitglich müsste Borussia Mönchengladbach beim Hamburger SV verlieren.

"Unsere Ausgangsposition ist mit Abstand die schlechteste", sagte Bruchhagen. Dennoch hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben. "Es wäre fatal, wenn wir resignieren würden. Wir werden alles tun, um unsere kleine Chance zu nutzen."

Fischer entspannt die Situation

Dank Fischers Vermittlungskunst konnte letztlich ein Desaster gerade noch abgewendet werden. Einige Chaoten wurden noch auf dem Platz verhaftet, die Spieler entschuldigten sich 45 Minuten nach ihrer Kabinen-Flucht bei den Fans für den Auftritt gegen den FC. "Wir wollten deeskalierend zu wirken", sagte der desillusionierte Frankfurter Trainer Christoph Daum.

Doch bereits am Montag könnte es eine Fortsetzung der Krawalle geben. "Wir treten jetzt die Flucht nach vorne an und werden in Frankfurt trainieren“, sagte Daum. Sicherheitshalber wird dann aber die Übungseinheit unter Polizeischutz stattfinden. Bereits in der Vorwoche musste die Eintracht eine Einheit absagen, nachdem die Polizei Anzeichen aus der Fanszene erhalten hatte, dass aufgebrachte Anhänger ihren Frust persönlich an den Spielern auslassen wollen.

Warnschuss und Verhaftungen

Nach der 0:3-Pleite beim FSV Mainz, sorgten die berüchtigten Anhänger für Aufregung, als sie sich mit der Polizei eine Auseinandersetzung lieferten in Folge dessen 19 Personen verhaftet wurden und ein Polizist einen Warnschuss abgeben musste. Daraufhin empfahl die Polizei, am kommenden Tag auf das Training zu verzichten.

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