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Bundesliga: 100 Profis droht die Arbeitslosigkeit

100 Profis droht die Arbeitslosigkeit

19.06.2011, 12:48 Uhr | t-online.de

Bundesliga: 100 Profis droht die Arbeitslosigkeit. Timo Hildebrand sucht noch einen neuen Klub für die kommende Saison. (Foto: imago)

Timo Hildebrand sucht noch einen neuen Klub für die kommende Saison. (Foto: imago)

Müssen etliche Bundesligaspieler bald stempeln gehen? Davon geht zumindest der "kicker" aus. 100 Spieler könnten nach Ablauf der ersten Transferperiode Ende August ohne Job dastehen, berichtet das Fachblatt. Mit anderen Worten: Jeder zehnte Profi aus den ersten beiden deutschen Ligen wäre ohne Job. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie eigentlich auch lobenswert: Financial Fairplay, selbstauferlegte Entschuldung, sehr gute Nachwuchsarbeit. Die Leidtragenden könnten letztlich ehemals etablierte Profis sein.

"In Deutschland hat sich einiges geändert. Es wird gewissenhafter geplant. Die Zeit des Hasardeurentums ist vorbei", sagte Michael Reschke gegenüber dem "kicker". Der Manager von Bayer Leverkusen glaubt auch, dass die vielen Nachwuchstalente dafür sorgen, dass so manch etablierter Kicker um seine weitere Anstellung zittern muss. "Sie sind, schon weil sie keine Ablöse verschlingen, kostengünstiger, als die Ausländer, die in den vergangenen Jahren geholt wurden und oft besser ausgebildet und mit hoher Identifikation mit ihren Klubs."

Financial Fairplay kommt zur neuen Saison

Außerdem besinnen sich die Klubs wieder auf das Sparen. Mit dem Financial Fairplay führt die UEFA ab der kommenden Saison schrittweise ein deutlich stringenteres Lizenzierungsverfahren ein. Insbesondere Zahlungen von Investoren an die Vereine werden dann reglementiert.

Weit über das Financial Fairplay hinaus geht der Beschluss der DFL, dass ab der Saison 2011/12 Erstliga-Klubs zehn Prozent und Zweitligisten fünf Prozent ihrer Verbindlichkeiten abbauen müssen. Damit wird das Geldausgeben auf Pump immer schwieriger für die Klubs.

Hoffen auf Wolfsburg

Dazu kommt noch, dass viele Klubs wie Schalke 04 oder der VfL Wolfsburg aufgeblähte Kader haben und eher Spieler abgeben müssen, als neue zu holen. Insbesondere die Volkswagenstädter waren in den vergangenen vier Jahren der große Transfermotor. Seit 2007 holten sie 58 neue Spieler, 76 verließen den Klub. Insgesamt brachten sie 144 Millionen Euro Ablösesumme in Umlauf. Aktuell hat der VfL  dagegen 200.000 Euro Transferüberschuss.  

Andere Vereine, wie Bremen oder Hamburg, müssen den Gürtel enger schnallen. Beim HSV, der in der Vergangenheit stets kräftig einkaufen ging, fährt man das Personalbudget um zehn Millionen Euro auf 45 Millionen Euro herunter. "Wer zwei Jahre nicht in den internationalen Wettbewerb kommt, muss so handeln", sagte HSV-Vorstandsvorsitzender Carl Jarchow, der aber auch zum Schluss kommt: „Insgesamt ist weniger Geld im Umlauf.“

Hildebrand bedauert

Das wiederum bekommen die Spieler zu spüren. "Zum heutigen Zeitpunkt sind mehr Spieler ohne Verein als in früheren Jahren", sagte Spielerberater Thomas Kroth. Spieler über 30 Jahre wie Timo Hildebrand (32), dessen Vertrag bei Sporting Lissabon am 30. Juni 2011 ausläuft, werden es schwer haben, einen adäquaten Klub zu finden. Denn längst haben Nachwuchskeeper wie Gladbachs Marc-André ter Stegen, Hannovers Ron-Robert Zieler oder Freiburgs Oliver Baumann die freigewordenen Plätze eingenommen. "Ich hätte Stuttgart nie verlassen dürfen", sagte Hildebrand kürzlich rückblickend.

"Der Markt reguliert sich irgendwann wieder von selbst", sagte Helmut Richter zu t-online.de und sieht die Lage relativ entspannt. "Die arbeitslosen Profis müssen eine Liga tiefer spielen, ins Ausland gehen oder sie akzeptieren wie aktuell beim TSV 1860 München geschehen, Verträge zu deutlich reduzierteren Bezügen", so der Inhaber der Spielervermarktungsagentur goal2Career weiter.

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