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HSV und 1. FC Köln hinken ihrem Anspruch einmal mehr hinterher

Bundesliga - Hamburger SV/1. FC Köln  

Angeblich ist ja noch so viel Zeit

14.08.2011, 13:42 Uhr | t-online.de, dpa

HSV und 1. FC Köln hinken ihrem Anspruch einmal mehr hinterher. Trainer unter dem Eindruck der Sieglosigkeit: Michael Oenning vom HSV (li.) und Kölns Stale Solbakken. (Montage: t-online.de; Fotos: Reuters und imago)

Trainer unter dem Eindruck der Sieglosigkeit: Michael Oenning vom HSV (li.) und Kölns Stale Solbakken. (Montage: t-online.de; Fotos: Reuters und imago)

Jahrzehntelang waren der Hamburger SV und der 1. FC Köln in der Bundesliga Meisterschaftskandidaten und gewannen den Titel sogar. Das ist lange vorbei. "Wir sind ein Verein, der seit vielen Jahren nur noch von der Tradition lebt", hatte HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow zwei Tage vor dem ersten Heimspiel der 49. Bundesliga-Saison der Hanseaten das Dilemma auf den Punkt gebracht. Es folgte ein ernüchterndes 2:2 gegen Aufsteiger Hertha BSC, der erste Punkt der noch jungen Spielzeit. Die gleiche Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft in Köln. Das 1:5 auf Schalke stürzte den FC mit 1:8 Toren und null Punkten ans Tabellenende.

Der vermeintliche neue Heilsbringer der Geißböcke, Stale Solbakken, geht am Rhein bereits durch die "Hölle": "Der Druck auf mich ist hoch, aber ich habe Vertrauen in meine Arbeit. Ich denke nicht an meine persönliche Situation, sondern ich glaube an mein Konzept."

Oenning: "Gar nichts funktioniert richtig"

Dieser Satz könnte auch von seinem Hamburger Kollegen Michael Oenning stammen. Oennings einziger Vorteil gegenüber Solbakken ist, bereits im vergangenen Jahr für seinen jetzigen Verein gearbeitet zu haben. In punkto Akzeptanz aber benötigt Oenning ebenso positive Ergebnisse wie der Bundesliga-Neuankömmling aus Norwegen. In Hamburg wie in Köln wird Mittelmaß verabscheut, von Abstiegskampf ganz zu schweigen. Dass der Weg zu einem gesicherten Platz in der Spitze nur über Kontinuität und Geduld führt, wissen alle Vereine. Entscheidend ist, auch danach zu handeln - um Oenning nicht mehr sagen zu hören: "Richtig funktioniert hat bis jetzt noch gar nichts. Aber das kriegen wir hin. Unsere Phase des Findens wird wohl noch länger dauern. Vieles muss noch eingeschliffen werden."

Solbakken lernt den besonderen Druck in der Bundesliga kennen

Der Anspruch sorgt an der Elbe wie am Rhein Jahr für Jahr dafür, dass Phasen des Kennenlernens und Automatisierens von Abläufen notwendig sind und ausgerufen werden. Mit dem Durchhalten aber ist es eine ganz andere Sache. Solbakken rechnet mit "sehr großem Druck durch Presse und Fans", bis es gegen den 1. FC Kaiserslautern die dritte Chance auf seinen ersten Punkt als Bundesliga-Trainer gibt.

Der HSV und Köln und der Faktor Zeit auf der Haben-Seite

Auffallend: Unter dem Dom wird genauso wie an der Waterkant alljährlich verkündet, den irgendwann verloren gegangenen Faden erfolgreicherer Tage wieder aufzunehmen. Doch Spiele wie die der Kölner gegen Wolfsburg und in Gelsenkirchen und jene der Hamburger in Dortmund und gegen Hertha zerstören den Willen zur Nachhaltigkeit erschreckend früh. Oder ist diese Saison alles anders? "Wir brauchen Zeit, wir haben Zeit", sagte HSV-Chef Jarchow nach dem glücklichen Remis gegen die Berliner. Es gebe "zu dem Umbruch keine Alternative". Und "Man muss den jungen Leuten Zeit geben", fügte Sportdirektor Frank Arnesen reichlich abgedroschen an.

Sein Kölner Kollege Volker Finke, bloß ein halbes Jahr länger in Amt und Würden, ließ wenig überraschend wissen, "dass es ein bisschen Zeit braucht, eine veränderte mannschaftstaktische Einstellung auf den Platz zu bringen". Beinahe philosophisch umschrieb der erfahrene Ex-Trainer eine Diskussion um Solbakkens Position: "Für die ganz globalen Fragen ist es noch etwas zu früh."

Mental schon vor dem ersten "Endspiel" am Boden

Solbakken aber weiß, dass nach der "Katastrophe" von Schalke jetzt gegen Lautern bereits ein "großes, großes Spiel" auf ihn und die enttäuschende Mannschaft wartet. Da Solbakken seinen Jungs aber mentale Schwäche attestierte, ist die Frage, wie sie mit einem "Endspiel" bereits am dritten Spieltag klarkommen soll. Eventuell aber ist der Zustand der Bundesliga-Elf des 1. FC Köln schon bald nicht mehr Solbakkens Sorge.

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