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Hopp hofft auf milde Strafe für den Beschallungs-Täter

Hopp hofft auf milde Strafe für Beschallungs-Täter

13.06.2014, 15:30 Uhr | t-online.de, dapd, sid

Hopp hofft auf milde Strafe für den Beschallungs-Täter. Dietmar Hopp hofft auf einen milde Strafe für den Mitarbeiter, der die Lautsprecher-Anlage eingesetzt haben soll. (Foto: imago)

Dietmar Hopp hofft auf einen milde Strafe für den Mitarbeiter, der die Lautsprecher-Anlage eingesetzt haben soll. (Foto: imago)

Im Beschallungs-Skandal bei Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim hat sich Dietmar Hopp hinter den Mitarbeiter gestellt, der die Lautsprecher-Anlage eingesetzt haben soll. "Keine Frage, er hat der TSG Hoffenheim einen Bärendienst erwiesen. Aber wenn er seinen Arbeitsplatz verliert, wäre ich todunglücklich", erklärte der Mäzen in einem Interview mit der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Beim Bundesligaspiel zwischen den Kraichgauern und dem BVB am vergangenen Samstag hatte ein 1899-Mitarbeiter mit Hilfe eines Bekannten zum wiederholten Mal eine Beschallungs-Anlage aufgebaut, mit der die Schmährufe gegen Hopp übertönt werden sollten. Mittlerweile sind elf Anzeigen wegen Körperverletzung bei der Polizei eingegangen.

Hopp: "Es tut weh, so beleidigt zu werden"

An einen Rücktritt denkt Hopp wegen der anhaltenden Beleidigungen nicht, möglicherweise wird er aber in Zukunft auf das ein oder andere Heimspiel in der Rhein-Neckar-Arena verzichten. "Wenn es zu schlimm wird, gehe ich halt nicht mehr ins Stadion. Für mich ist Hoffenheim kein Spielzeug, an dem man irgendwann die Lust verliert, sondern eine Herzensangelegenheit. 1899 ist ja nicht nur eine Bundesliga-Mannschaft, sondern dazu gehört auch 'Anpfiff ins Leben' mit über 3000 Jugendlichen", erklärte der Mäzen.

Hopp empfindet es als ungerecht, zur Hassfigur stilisiert zu werden: "Ich bin für einige zum Sinnbild der Kommerzialisierung des Fußballs geworden. Doch in bin nicht der Erfinder dieser Entwicklung. Aber offenbar brauchen die, die unzufrieden sind, einen Blitzableiter." Er kritisierte erneut die Dortmunder Fans. "Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, wie es ist, vor 30.000 im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern als 'Sohn einer Hure' beschimpft zu werden. Das Schlimme ist, man fühlt sich total hilflos. Ohnmächtig. Ich bin auch nur ein Mensch. Wer meine Mutter kannte, weiß: Sie war eine herzensgute Frau. Es tut weh, so beleidigt zu werden", sagte der 71-Jährige.

Watzke erkennt Mitschuld an

In diesem Zusammenhang dürfte Hopp auch eine Entschuldigung von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gefreut haben. Dieser hatte unmittelbar vor dem jüngsten Aufeinandertreffen zwischen Hoffenheim und Dortmund eine Mitschuld an den Verbalattacken gegen Hopp eingeräumt. "Du hast immer 100 bis 200 völlig Verstörte, die man nicht eingefangen kriegt. Ich kann mir heute vorstellen, dass meine damaligen Worte sicher einige verrückte Menschen zusätzlich beflügelt haben, Herrn Hopp kritisch zu sehen. Daran trage ich eine Mitschuld", sagte Watzke in einem Doppel-Interview, das die "Sport Bild" nun veröffentlichte.

Watzke warb aber auch um Verständnis für seine damalige Situation: "Mich hat diese Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben gestört, die bei 20 bis 25 Millionen Euro lag. Ich musste als Verantwortlicher beim BVB vier Millionen Fans im Jahr 2009 mal erklären, warum Hoffenheim als kleiner Verein vor uns stand. Wenn ich mit der einen oder anderen Aussage über das Ziel hinausgeschossen bin, sollte man mir das nachsehen. Dafür entschuldige mich." Mittlerweile gehe Hoffenheim "einen wirtschaftlich grundsoliden Weg. Dieser Weg ist mir sympathisch."

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