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FSV Mainz 05 – Bayern München 3:2 – FC Bayern taumelt in die Krise

Bundesliga - FC Bayern München  

Bayern taumelt in die Krise

28.11.2011, 10:17 Uhr | t-online.de

FSV Mainz 05 – Bayern München 3:2 – FC Bayern taumelt in die Krise. Mario Gomez (li.) und Daniel van Buyten sind nach der Pleite in Mainz enttäuscht. (Foto: imago)

Mario Gomez (li.) und Daniel van Buyten sind nach der Pleite in Mainz enttäuscht. (Foto: imago)

Aus Mainz berichtet Julian Moering

Es war ein milder Novemberabend in Mainz, doch den Verantwortlichen des FC Bayern München dürfte trotzdem ein eiskalter Schauer über den Rücken gelaufen sein. Nach einer indiskutablen Vorstellung musste der Rekordmeister bei Kellerkind Mainz 05 mit 2:3 (0:1) die zweite Ligapleite in Folge und die dritte in den letzten fünf Partien hinnehmen. Wurde die Heimpleite gegen Dortmund noch als eine Art Betriebsunfall aufgefasst, stecken die Münchner nun nach der erneuten Niederlage in einer handfesten Krise.

Noch vor kurzem hätte man das kaum für möglich gehalten, doch die Zeiten, als die Bayern die Konkurrenz nach Belieben dominierten, reihenweise deklassierten und schon als der kommende Deutsche Meister gefeiert wurden, sind vorerst vorbei. "Es ist insgesamt ein negativer Trend, den wir in der Bundesliga haben", konstatierte Sportdirektor Christian Nerlinger, der den grippekranken Trainer Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz nach dem Spiel vertrat. Stürmer Thomas Müller befand: "Wenn man die Tabellenführung hergibt, dann ist das mit Sicherheit ein Tiefpunkt." Der FCB verspielte in Mainz nicht nur die Tabellenführung, auch das Selbstvertrauen ist hin.

Hoeneß sauer, Neuer patzt

Die Mainzer waren der Startruppe von der Isar in fast allen Belangen überlegen. Läuferisch, kämpferisch und auch spielerisch. Das brachte Präsident Uli Hoeneß derart auf die Palme, dass er sich bereits in der Pause in der Kabine eingefunden haben soll, um ein paar deutliche Worte an die Mannschaft zu richten. Die schienen auch kurzfristig Wirkung zu zeigen. Nach dem schnellen Ausgleich nach der Pause (56.) kam der FCB besser ins Spiel. Dass dann aber ausgerechnet Nationalkeeper Manuel Neuer, der sonst so sichere Rückhalt, bei der erneuten Mainzer Führung patzte, passte ins Bild des aus Münchner Sicht völlig verkorksten Abends. Wer nach der Partie einen kurzen Blick in die Bayern-Kabine erhasche konnte, sah dort wieder Uli Hoeneß stehen, mit ernster Miene und den Händen in der Tasche, aber diesmal ungewohnt wortlos. Die Leistung seiner Mannschaft hatte ihm wohl die Sprache verschlagen.

"Schweinsteiger fehlt uns"

Besonders auffällig war, wie schwer sich die Elf im Spiel nach vorne tat. Es fehlte durchweg die zündende Idee, die Treffer durch Daniel van Buyten resultierten beide aus ruhenden Bällen. Der Ausfall von Bastian Schweinsteiger, der nach einem Schlüsselbeinbruch wieder mit leichtem Training begonnen hat, wiegt schwerer, als es die Münchner bislang zugeben wollten. Das hat auch Mitspieler Müller erkannt: "Bastian ist der Initiator für das Spiel nach vorne, daher kann man schon sagen, dass er uns fehlt." Eigentlich, so Nerlinger, müsse der FC Bayern in der Lage sein, den Ausfall eines jeden Spielers zu kompensieren. Ist er aber nicht.

Rätsel um Robben

Einer, der für zündende Ideen hätte sorgen können, musste in Mainz die vollen 90 Minuten zuschauen. Arjen Robben habe muskuläre Probleme, so Nerlinger, deswegen sei er nicht eingewechselt worden. Warum sich der Holländer trotzdem die komplette zweite Hälfte warmlaufen musste, bleibt ein Rätsel. Die Diskussion um Robbens Leistungsstand nach sieben Wochen Verletzungspause und seine zukünftige Rolle im gut besetzten Mittelfeld der Bayern wird auf jeden Fall weitergehen - und weiter für Unruhe sorgen.

Müller ist angefressen

Unruhe, die niemand gebrauchen kann. Es sei laut Nerlinger jetzt besonders wichtig, Nerven zu bewahren und die "Situation genau zu analysieren", doch eben jene Nerven sind derzeit arg angekratzt. So reagierte Müller fast schon patzig, als er auf die mangelnde Laufbereitschaft angesprochen wurde: "Das machen wir schon immer so, auch letztes Jahr und das Jahr davor, als wir Meister geworden sind." So dünnhäutig kennt man Müller sonst gar nicht, ein deutliches Indiz für angefressenes Selbstbewusstsein.

Tuchel: "Schlau und clever"

Ein ganz anderes Bild gab es auf Seiten der siegreichen Mainzer. Nach jetzt zwei Heimsiegen in Folge sieht Trainer Thomas Tuchel seine Mannschaft wieder auf dem Weg nach oben: "Wir waren heute schlau, wir waren clever. Man muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen, wir sind seit einigen Wochen auf einem richtig guten Weg." Der FSV kletterte mit nun 15 Punkten auf Rang 13 und hat noch das Nachholspiel beim 1. FC Köln ausstehen. Für die Leistung gegen München hat Torschütze Niko Bungert eine einfache Erklärung parat: "Es ist manchmal einfacher als man denkt. Wir haben sie studiert und ihre Schwächen ausgenutzt." Für Bayern-Ohren mag das fast wie Hohn klingen.

Damit aus Hohn nicht auch noch Spott wird, müsse man jetzt eben die restlichen drei Ligapartien und das Pokal-Achtelfinale gegen Bochum gewinnen, so Nerlinger. Doch schon am nächsten Wochenende gastiert der direkte Verfolger Werder Bremen in der Allianz Arena. Eine erneute Niederlage, und man würde sogar auf Platz vier abrutschen. Die Alarmglocken schrillen an der Säbener Straße.

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