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FC Bayern gegen Dortmund: Nach Pokalspiel herrscht Kriegsstimmung

Plagiatsvorwürfe: Nach Klopps Kritik fliegen die Giftpfeile

02.03.2013, 08:29 Uhr | sid, dpa, t-online.de

FC Bayern gegen Dortmund: Nach Pokalspiel herrscht Kriegsstimmung. Jupp Heynckes wehrt sich gegen die Vorwürfe. (Quelle: imago images/Ulmer)

Jupp Heynckes wehrt sich gegen die Vorwürfe. (Quelle: Ulmer/imago images)

Das Pokalspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (1:0) hallt immer noch nach. Jupp Heynckes hat empört auf die Plagiats-Vorwürfe von Jürgen Klopp reagiert. "Der FC Bayern besteht ja schon ein bisschen länger, als Jürgen Klopp Trainer ist, und hatte schon immer einen eigenen Spielstil. Es ist ganz wichtig, dass man in Sieg und Niederlage Größe zeigt, besonders wenn man verliert", sagte der 67-Jährige.

Damit reagierte der Bayern-Trainer auf die Worte seines Dortmunder Kollegen, der die Münchner Geschäftspolitik mit Methoden aus der chinesischen Industrie verglichen hatte.

Heynckes ist mächtig angesäuert

Klopp hatte nach dem 0:1 im Viertelfinale des DFB-Pokals den Münchnern vorgeworfen, die Spielanlage des BVB kopiert zu haben. "Im Moment ist es so, wie es die Chinesen in der Industrie machen. Schauen, was die anderen machen, um es abzukupfern und dann mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einzuschlagen. Und schon ist man wieder besser", hatte Klopp gesagt.

Heynckes verärgerte das sichtlich. "Wenn Jürgen irgendwann mal in den Genuss kommt, Bayern München oder Real Madrid zu trainieren, wird er merken, was das bedeutet, dass das eine ganz andere Welt ist. Dann wird er vielleicht ein bisschen anders reden", sagte er: "Ich möchte Borussia Dortmund nicht zu nahe treten, das ist eine Klassemannschaft, aber wenn sie solche Klubs trainieren, haben sie eine Sisyphus-Arbeit vor sich, in allen Bereichen."

Watzke schießt zurück

Diese Aussagen wiederum wollte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht auf sich sitzen lassen und sprang seinem Coach zur Seite. "Das ist ganz sicher nicht der Verein, der uns zu sagen hat, wie man in der Niederlage Größe zeigt. Da haben sie selbst nicht gerade das Monopol drauf", stellte Watzke klar, dass man sich von den Bayern nicht den Mund verbieten lasse. "Was Jürgen Klopp sagt, ist in der Sache vollkommen richtig. Wir brauchen von den Bayern ganz bestimmt keine Belehrungen darüber, wie wir uns zu verhalten haben", sagte er.

Gegenüber Sky legte Watzke nach. "Der FC Bayern ist politisch auch nicht immer vollkommen korrekt. Von daher soll sich Heynckes darum kümmern, was seine Aufgabe ist und Jürgen Klopp wird das auch tun." Watzke weiter: "In der Sache hatte Jürgen Klopp ja nicht komplett unrecht. Über den Zeitpunkt der Aussagen kann man sicherlich streiten."

Mangelnder Respekt

Zuvor hatte Heynckes betont, er selbst habe sich gegenüber dem BVB immer verbal zurückgehalten - sowohl nach dem verlorenen Titelrennen in der Bundesliga 2012 als auch nach dem 2:5-Debakel im Pokal-Finale. "Jürgen Klopp ist jetzt fünf Jahre Trainer in Dortmund, auch er hat einige Jahre gebraucht, um diese Prozesse anzuschieben und auf dem Niveau Fußball zu spielen. Ich bin im zweiten Jahr Trainer hier..."

Er habe gegen Mannschaften der großen Trainer Marcello Lippi, Arrigo Sacchi, Ernst Happel oder Johan Cruyff gewonnen, sagte der Bayern-Coach weiter. "Da ist es mir nie eingefallen zu sagen, die haben etwas von uns abgekupfert." Klopp dagegen erhebe jetzt den Anspruch, auf sein System "ein Patent angemeldet" zu haben.

Größe in der Niederlage zeigen

Es gehöre sich, die Leistung des Gegners anzuerkennen. "Glauben Sie, dass mir oder meiner Mannschaft das in den Schoß gefallen ist? Das sind Prozesse, die sie einleiten müssen. Wenn ich nur junge Spieler habe, ist das leichter umzusetzen." Grundsätzlich habe sich Klopp "immer fair verhalten", fügte der sichtlich aufgewühlte, aber ruhig sprechende Heynckes an: "Wenn er da im kleinen Kreis mit seinen Dortmunder Journalisten ist, rutscht sowas schon mal raus. Ich bewerte das nicht über."

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