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Bis zu seiner Rückkehr: Übernehmen jetzt zwei alte Hoeneß-Freunde?

So geht es beim FC Bayern weiter  

Hoeneß könnte auf den Präsidentenstuhl zurückkehren

14.03.2014, 23:36 Uhr | tht, t-online.de

Bis zu seiner Rückkehr: Übernehmen jetzt zwei alte Hoeneß-Freunde?. Uli Hoeneß im November 2013 auf seiner bisher letzten Jahreshauptversammlung als Klub-Präsident (Quelle: imago images/Action Pictures)

Uli Hoeneß im November 2013 auf seiner bisher letzten Jahreshauptversammlung als Klub-Präsident (Quelle: Action Pictures/imago images)

Uli Hoeneß bleibt sich treu. Reagieren war dem 62-Jährigen schon immer ein Graus, er agiert lieber. So auch am Tag nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Bevor ihm andere zuvorkommen konnten, legte Hoeneß seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern nieder. Außerdem verzichtete er auf eine Revision und akzeptiert somit seine dreieinhalbjährige Haftstrafe. Ein kluger Schachzug. Denn damit lässt sich Hoeneß ein Hintertürchen offen, danach wieder auf den Präsidenten-Posten zurückzukehren.  

Hoeneß akzeptiert das Urteil ohne Wenn und Aber. Er gewinnt somit das wieder, was ihm in den Tagen des Prozesses wie Wachs aus den Händen geglitten ist: seine Glaubwürdigkeit. Als zuletzt die Summe der hinterzogenen Steuergelder von 3,5 Millionen Euro fast stündlich bis auf schier unvorstellbare 28,5 Millionen Euro angewachsen war, taten sich selbst die größten Bayern-Fans schwer, ihrem Präsidenten noch den Rücken zu stärken.

Hoeneß findet klare Worte

In einer persönlichen Erklärung sagte Hoeneß nun folgendes: "Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich."

Es ist vor allem dieser Satz, der ihm die Möglichkeit eröffnet, in absehbarer Zeit wieder das Ruder beim FC Bayern in die Hand zu nehmen. Denn seine Inszenierung als Opfer der Öffentlichkeit und Steuerfahndung und seine vermeintliche Uneinsichtigkeit, ließen ihn zuletzt in keinem guten Licht erscheinen. Jetzt bereut Hoeneß öffentlich. So gewinnt er den Respekt der Menschen wieder, mindestens derer, die ihm ohnehin wohlgesonnen waren, aber zuletzt mit ihm fremdelten.

Aufregung wird sich legen

Bei guter Führung könnte Hoeneß nach etwa sechs Monaten zum Freigänger werden und im Idealfall nach etwa 21 Monaten vorzeitig und auf Bewährung entlassen werden.

Nach dieser Zeit hat sich die öffentliche Aufregung längst gelegt. Jeder, der seine Strafe abgesessen hat, hat auch eine zweite Chance verdient. Wer dazu ehrlich bereut und büßt, wird sie erst recht von der Gesellschaft bekommen. Wer obendrein noch so viele Fans wie Hoeneß hat, sowieso. Einer weiteren Amtszeit als Präsident dürfte dann nichts mehr im Wege stehen.

Nachfolge schnell geregelt

Als Aufsichtsratsvorsitzender ersetzt ihn sein bisheriger Stellvertreter Herbert Hainer. Der Adidas-Chef wurde vom Aufsichtsrat der FC Bayern AG bei einer Telefonkonferenz einstimmig zum Nachfolger des zurückgetretenen Uli Hoeneß und neuen Chef des Gremiums bestimmt. Über die Nachfolge Hoeneß' im Amt des Präsidenten des Vereins wird satzungsgemäß eine außerordentliche Mitgliederversammlung entscheiden, die am 2. Mai abgehalten wird. Dann soll Karl Hopfner, derzeit noch erster Vize-Präsident, Hoeneß als Vereinspräsident beerben. Bis dahin führt er kommissarisch die Geschicke des e.V.

Eine Chance für den Klub

Die Krise bietet für den Triple-Sieger auch eine Chance. Der FC Bayern kann sich erstmals von Hoeneß emanzipieren. Dennoch wird die zweifelsohne prägendste Person in der über hundertjährigen Klubgeschichte auch weiterhin die Hand über den Verein halten.    

Mit Matthias Sammer (Sport), Jan-Christian Dreesen (Finanzen), Andreas Jung (Marketing) und Jörg Wacker (Internationale Ausrichtung) hat Hoeneß zur Unterstützung von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in den vergangenen Jahren bereits neue Gesichter in den Vorstand geholt. Sie können jetzt ihr Profil schärfen. Das könnte durchaus für Unruhe im Verein sorgen. Wer die Eitelkeiten, die rund um einen Fußballklub herrschen, kennt, bekommt eine Ahnung, was nun los sein wird.

Hoeneß kommt wieder

Doch Achtung, allzu große Alleingänge werden in einer Sackgasse enden: Denn Hoeneß wird zurückkehren. Der Mann hat schon viele Schlachten geschlagen. Wer als einziger Insasse einen Flugzeugabsturz überlebt, der steht auch ein paar Monate Knast durch. Hoeneß war schon immer ein Kämpfer.

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