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Klopp: "Marco Reus ist als junger Kerl falsch abgebogen"

Führerschein-Skandal  

Klopp: "Reus ist als junger Kerl falsch abgebogen"

18.12.2014, 19:02 Uhr | dpa

Klopp: "Marco Reus ist als junger Kerl falsch abgebogen". BVB-Coach Jürgen Klopp (li.) hat sich schützend vor Marco Reus gestellt. (Quelle: imago images/Schwörer-Pressefoto)

BVB-Coach Jürgen Klopp (li.) hat sich schützend vor Marco Reus gestellt. (Quelle: Schwörer-Pressefoto/imago images)

BVB-Trainer Jürgen Klopp hat "überrascht" auf das Fehlverhalten von Marco Reus reagiert, sich aber schützend vor den Nationalspieler gestellt. "Er ist maximal einsichtig und als ganz junger Kerl falsch abgebogen", sagte Klopp nach einem längeren Gespräch mit dem 25-Jährigen. Für das Fahren ohne Führerschein hatte Reus einen Strafbefehl von 540.000 Euro erhalten. Klopp sprach von einer "dummen Geschichte, bei der es keinen richtigen Ausweg gibt, bis man erwischt wird."

"Das war eine Dummheit", gestand der BVB-Profi der "Bild"-Zeitung. Über Jahre hinweg war er mit seinem Auto im Straßenverkehr unterwegs, ohne jemals eine Führerschein-Prüfung absolviert zu haben. Der saftige Strafzettel dafür dürfte einer der teuersten sein, der jemals in Deutschland ausgestellt wurde.

Hans-Joachim Watzke hatte Reus die "komplette Solidarität" des Bundesligisten zugesichert. "Wir stehen zu Marco wie eine Eins", sagte er bei Sky Sports News.

Der BVB-Geschäftsführer zeigte Verständnis dafür, dass Reus seinen Fehler jahrelang verschwieg und nicht korrigierte. "Marco hat sich zu dem Schritt entschieden, ohne Führerschein zu fahren, als er 18 oder 19 Jahre alt war. Anschließend erst kam diese unfassbare Prominenz", erklärte der BVB-Boss der Zeitung "Die Welt". "Da konnte er natürlich schwerlich zu einer Fahrschule fahren und sagen: 'Ich möchte gern den Führerschein machen'. Das wäre ja sofort rausgekommen, und es war ja bekannt, dass er schon zuvor Auto gefahren war."

"Sehen keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln"

Der BVB reagierte insgesamt mit Zurückhaltung auf die Schlagzeilen. "Wir haben mit Marco gesprochen. Er sieht seinen Fehler ein, spricht selbst von einer großen Dummheit", erklärte Sascha Fligge, Direktor Kommunikation beim Bundesligisten. "Er hat versprochen, dass so etwas nicht wieder vorkommt", sagte Fligge. "Weil wir Marco nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch sehr schätzen, sehen wir keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln." Ob Reus disziplinarische Maßnahmen seitens des Vereins zu erwarten hat, wurde nicht mitgeteilt.

Reus wurde mehrfach geblitzt

"Ich habe mich damals leider entschieden, diesen Weg zu gehen. Die Gründe kann ich heute selbst nicht mehr nachvollziehen", erklärte Reus. Der 25-Jährige war offenbar im März mit seinem Sportwagen von der Polizei für eine Kontrolle angehalten worden, dabei fiel den Beamten auf, dass er ohne Führerschein unterwegs war.

Laut "Bild" war der Bundesliga-Profi in den vergangenen Jahren bereits mehrfach wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden. "Ich habe meine Lehren daraus gezogen. So etwas passiert mir nie wieder", beteuerte Reus. Für den BVB-Star ist die Strafe ein weiterer Tiefpunkt im Jahr 2014, in dem er seinem Klub mehrfach länger verletzt fehlte und zudem die Fußball-WM in Brasilien verpasste.

Reus will Führerschein-Prüfung nachholen

Das Bußgeld für Deutschlands Fußballer des Jahres 2012 berechnet sich anhand seines Einkommens. Bei den 90 Tagessätzen geht die Staatsanwaltschaft von einem Netto-Monatseinkommen von 180.000 Euro aus. Vorbestraft wäre Reus damit nicht. Er will den Strafbefehl nach Angaben der "Bild" sofort akzeptieren. "Heute weiß ich: Ich war in dieser Situation viel zu naiv", sagte Reus. Er will sich angeblich nun bei einer Fahrschule anmelden und möglichst bald seine Führerschein-Prüfung nachholen.

Nach einem WDR-Bericht soll Reus soll bei einer Verkehrskontrolle einen gefälschten niederländischen Führerschein vorgezeigt haben. Das geht aus dem entsprechenden Strafbefehl hervor, der dem Rundfunksender vorliegt, hieß es in einer Mitteilung des WDR. "Die Verurteilung ist abgeschlossen, deshalb kann ich dazu nichts sagen", sagte die Dortmunder Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Laut WDR soll in dem Strafbefehl, der dem Sender nach eigenen Angaben vorliegt, stehen: "Im Jahr 2009 verschafften Sie sich über eine unbekannt gebliebene Kontaktperson einen niederländischen Führerschein, bei dem Ihnen bekannt war, dass Sie durch diesen keine Berechtigung erhalten, in Deutschland Kraftfahrzeuge zu führen. Bei diesem handelt es sich um eine Fälschung. (.)."

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