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Die Bundesliga unterwirft sich dem FC Bayern München

Wegen Guardiola  

Die Bundesliga ergibt sich dem FC Bayern

26.02.2015, 14:05 Uhr | t-online.de

Die Bundesliga unterwirft sich dem FC Bayern München. Trainer Pep Guardiola versprüht mit seinen Bayern in diesem Jahr einen ganz besonderen Glanz. (Quelle: imago images/MIS)

Trainer Pep Guardiola versprüht mit seinen Bayern in diesem Jahr einen ganz besonderen Glanz. (Quelle: MIS/imago images)

Auf das 8:0 gegen den Hamburger SV folgte ein 6:0 beim SC Paderborn. Der FC Bayern hat in der Bundesliga seinen verlängerten Winterschlaf endgültig beendet und verteilt eine Lektion nach der anderen. Doch ist der Rekordmeister wirklich so stark oder erstarren die Gegner mittlerweile dermaßen in Ehrfurcht, dass sie gar nicht mehr auf die Idee kommen, sich gegen den Tabellenführer richtig zu Wehr zu setzen?

"Es gibt Orte, wo man lieber hinfährt. Man kann davon ausgehen, dass alle spekulieren, wie viele werden es denn. Wir schauen, dass es so wenige wie möglich werden", spekulierte Kölns Trainer Peter Stöger einige Tage vor der Partie bereits über die Anzahl der kommenden Gegentore. Der Aufsteiger ist der nächste Gegner der Münchner (ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker).

Am Donnerstag wagte er zumindest so etwas wie eine forsche Ankündigung. "Bayern hat eine außergewöhnliche Mannschaft, aber wir spekulieren schon damit, dass es hier und da eine riesige Sensation gibt." Richtig überzeugt klingt das allerdings nicht.

Köln-Stürmer outet sich als Robben-Fan

Kölns Torjäger Anthony Ujah outete sich unterdessen als Robben-Fan. "Unglaublich, was er in seinem Alter zeigt. Er lässt uns junge Spieler manchmal ganz schön dumm aussehen mit seinen Tricks und seiner Schnelligkeit", schwärmte der 24-jährige Angreifer in der "Bild"-Zeitung vom Niederländer.

Fast kann man den Eindruck gewinnen, die Kölner reisen nur in die bayerische Landeshauptstadt um sich am Spiel der Gastgeber zu erfreuen und um ein paar Trikots abzustauben.

Breitenreiter schwärmt vom FC Bayern

Man darf gespannt sein, ob sich die FC-Verantwortlichen ebenso wie vor zwei Wochen HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer zu Beifallskundgebungen hinreißen lassen. "Robben war allein das Eintrittsgeld wert. Als er ausgewechselt wurde, habe ich überlegt, ob ich klatschen soll. Dann habe ich es gemacht", sagte der HSV-Vorstandschef nach der 0:8-Demütigung.

Nicht nur der aktuell in Topform befindliche Robben wird derzeit von der nationalen Konkurrenz in den Himmel gehoben, sondern das gesamte Starensemble des FC Bayern mit Trainer Pep Guardiola an der Spitze. "Wir haben gegen die weltbeste Mannschaft mit dem weltbesten Trainer gespielt. Man kann diesen Zug nicht aufhalten. Ich danke für dieses tolle Erlebnis", sagte jüngst Paderborns Coach André Breitenreiter nach der 0:6-Heimklatsche.

Guardiolas Aura überstrahlt alles

Doch warum ist das so? Warum bedanken sich mittlerweile sogar Trainer beim Gegner, der ihnen gerade die höchste Saisonniederlage beigebracht hat? Vieles dürfte mit der Person Pep Guardiola zusammenhängen. Seine Verpflichtung hat die gesamte Bundesliga aufgewertet und alle möchten von dieser Aufwertung ein Stückchen abbekommen.

Die Ehrfurcht vor dem Spanier ist immens. Jeder will ihm ein anständiger und respektvoller Gegenüber sein, das Ergebnis ist dabei fast schon Nebensache. Oder können Sie sich vorstellen, dass Breitenreiter vom besten Trainer der Welt sprechen würde, wenn Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel - auch wenn Ergebnis und Spielweise identisch wären - anstelle von Guardiola neben ihm bei der Pressekonferenz sitzen würde? Natürlich nicht.

Von nichts kommt nichts

Es ist vor allem die Ausstrahlung des Spaniers, die dem Gegenüber die Knie zittern lassen. Anders kann man sich auch nicht erklären, warum Guardiola immer wieder die Coaching Zone verlassen kann, Schiedsrichterassistenten anfassen oder gar umarmen darf ohne dass dieses Verhalten bisher irgendwelche Konsequenzen hatte. Es hat sich schlichtweg bisher keiner getraut, dem Star-Coach mit der Super-Super-Aura unfreundlich entgegenzutreten.  

Natürlich hat sich Guardiola seinen Status auch zum Teil verdient. Dadurch, dass er Spieltag für Spieltag eine Bayern-Mannschaft auf das Feld schickt, die 90 Minuten dominant nach vorne spielt, sich nicht auf einer Führung ausruht und Fußball auf allerhöchstem Niveau präsentiert. Zusätzlich stehen immer auch noch ein paar WM-Helden auf dem Platz. Dennoch überrascht dieses Ausmaß an vorauseilender Huldigung des Spaniers und des FC Bayern doch ein wenig.

Wolfsburg und Donezk machen es vor

Was passiert, wenn man frech und vor allem giftig in die Partie geht, haben die Beispiele Wolfsburg und Donezk gezeigt. Gegen die Wölfe verloren die Bayern zum Bundesliga-Rückrundenstart mit 1:4 und gegen die Ukrainer kamen die Münchner in der Champions League nur zu einem mageren 0:0. Vor allem Donezk, krisengeschüttelt und frisch aus der Winterpause kommend, setzte Alonso und Co. dermaßen zu, dass den Bayern-Stars die Lust am Spiel verloren ging.

Doch in der Liga verfestigt sich der Eindruck, dass sich kaum noch ein Gegner traut, den Bayern auf die Füße treten zu wollen. Mit Ausnahme von Wolfsburg und Dortmund. Sogar der FC Schalke 04, in etwa auf Augenhöhe mit Donezk, weigerte sich einen Schlagabtausch mit den Münchnern anzunehmen. Über 70 Minuten spielten die Königsblauen in Überzahl, ohne dabei auch nur ansatzweise zu versuchen, auf Sieg zu spielen.

Mutlose Schalker

Am Ende feierte Roberto Di Matteo das 1:1 als großen Erfolg. "Wenn man auswärts in München einen Punkt holt, kann man zufrieden sein. Wir haben alles gegeben und sind als Team gut aufgetreten. Bayern ist eine sehr starke Mannschaft - auch in Unterzahl", redete der Schalke-Trainer seine Mauertaktik trotz Überzahl schön. Das war dann sogar Horst Heldt eine Nummer zu dick aufgetragen. "Ich hätte mir mehr Mut bei eigenen Angriffe gewünscht", klagte der Schalke-Manager.

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