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BVB in der Gündogan-Falle - Zorc: Bayern-Wechsel möglich

Zorc: Bayern-Wechsel möglich  

Dortmund in der Gündogan-Klemme

03.05.2015, 10:30 Uhr | t-online.de

BVB in der Gündogan-Falle - Zorc: Bayern-Wechsel möglich. Wohin geht die Reise von Dortmunds Ilkay Gündogan? (Quelle: imago images/Jan Hübner)

Wie sieht die Zukunft von Ilkay Gündogan aus? (Quelle: Jan Hübner/imago images)

Aus Sinsheim berichtet Patrick Brandenburg

Leuchtend gelbe Pyro-Nebelschwaden, Schmähgesänge - im Spiel beim vermeintlichen Plastik-Klub TSG 1899 Hoffenheim waren die Hardcore-Fans von Borussia Dortmund mal wieder voll in ihrem Element. Dagegen ließen die selbsternannten Traditionalisten eine bemerkenswerte Personalie beim leistungsgerechten 1:1 bei den Kraichgauern völlig unkommentiert: Ilkay Gündogan musste sich trotz des vor drei Tagen angekündigten BVB-Abschieds keinerlei Spitzen gefallen lassen. Weder Plakate, noch Pfiffe oder böse Rufe für die aufgekündigte "Echte Liebe".

Eher geschäftsmäßig hat der schwarz-gelbe Anhang den bevorstehenden Abgang eines einstigen Hoffnungsträgers zur Kenntnis genommen. In der Klubspitze ist das offenbar ähnlich. Oder wie soll man es deuten, dass Sportdirektor Michael Zorc bei Sky beiläufig erstmals verlauten ließ, auch ein Wechsel nach München komme in Frage?

Der Poker ist im vollen Gange

"Es ist nicht kriegsentscheidend", sagte Zorc auf eine entsprechende Frage. "Natürlich hätte man es lieber, wenn er nicht zu einem Konkurrenten innerhalb der Bundesliga wechselt. Wobei, Konkurrent im sportlichen Sinne sind sie dieses Jahr ja nicht." Die Borussia steckt in Sachen Gündogan-Wechsel ein wenig in der Klemme. Zwar hat der Verein nun Gewissheit, dass der Nationalspieler spätestens 2016 bei Auslaufen des Vertrages seine Zelte in Westfalen abbricht. Aber wann und wohin der 24-Jährige geht, steht derzeit in den Sternen.

Das Dortmunder Ziel lautet: mit einer Ablöse groß Kasse machen. Mindestens 20 Millionen Euro für den hoch veranlagten Nationalspieler sollten es schon sein. Dazu muss aber noch diesen Sommer ein Wechsel zustande kommen. Außerdem bräuchte es mehrere Interessenten, die sich gegenseitig hochpokern: Gündogan ist noch nicht wieder auf dem Niveau angekommen, das er vor seiner 14 Monate langen Verletzungspause hatte.

Da kann es nicht schaden, auch die Bayern zumindest mal ins Gespräch zu bringen. Bislang wird immer wieder Manchester United als erster Bewerber genannt. Arsenal London und Atletico Madrid sind angeblich im Rennen, ebenso Italiens Rekordmeister Juventus Turin. Welchen konkreten Karriere-Plan Gündogan selbst verfolgt, verrät er bislang allerdings nicht. Allein für die Planungssicherheit wäre es aber für Dortmund äußerst wichtig, bald Bescheid zu wissen. Sollte der neue Trainer Thomas Tuchel einen Ersatz suchen müssen, könnte der Faktor Zeit entscheidend sein.

Gegen Hoffenheim die Mitte nicht geschlossen

Seit der Bekanntgabe seines Abschieds-Wunsches steht Gündogan nun auch offiziell im Schaufenster. Beim Spiel in Hoffenheim konnte er allerdings kaum Werbung in eigener Sache machen. Wie schon in den vergangenen Wochen wollte dem Mittelfeldspieler nicht so viel gelingen. In der defensiven Zentrale hatte er an der Seite von Sebastian Kehl Schwierigkeiten, das Offensivspiel der Kraichgauer rechtzeitig zu unterbinden.

Immer wieder gelangen dem Team von Trainer Markus Gisdol Vorstöße durch das Zentrum. Bis zur 62. Minute erspielte sich die TSG satte sechs Großchancen. Der BVB konnte von Glück sagen, dass nur das Tor von Kevin Volland (33. Minute) dabei heraussprang. Unter anderem trafen Volland und sein Sturmpartner Anthony Modeste nur das Außennetz und Roberto Firmino setzte einen Kopfball an die Querlatte. Nur zwei Minuten nach dem Rückstand hatte Kapitän Mats Hummels per Kopf für die auf Rang neun abgerutschten Borussen getroffen und einen Zähler gerettet.

Gündogan hat den Siegtreffer auf dem Fuß

Dortmunds Pokalhelden drehten trotz der Strapazen beim Halbfinaldrama in München unter der Woche in der letzten halben Stunde groß auf. Pierre-Emerick Aubameyang, von TSG-Trainer Gisdol als "unfair schnell "gelobt, und der eingewechselte Ciro Immobile hätten dem BVB den dringend nötigen Dreier im Kampf um die Europa League bescheren können.

Ausgerechnet Gündogan besaß die letzte Riesenmöglichkeit. In der 89. Minute dribbelte sich der Spielgestalter durch die Abwehr der TSG, zögerte dann aber vorm Tor den entscheidenden Moment zu lange mit dem Abschluss. Das war seine mit Abstand beste Szene. Matchwinner Gündogan - das wär's für Schwarz-Gelb gewesen! Jedes Tor, jeder starke Auftritt bis Saisonende macht den Spieler wertvoller. So aber musste er nach der Partie von BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sebastian Kehl sogar ein wenig getröstet werden.

Vertrag ausreizen unerwünscht

Drei Bundesliga-Spiele und das Pokalfinale bleiben Gündogan noch, um sich für einen Top-Klub noch interessanter zu machen. Damit ihn der BVB am Ende der Saison nicht unter Wert verkaufen - oder gar behalten muss. Denn dass der Spieler seinen Vertrag bis zum Ende ausreizt und 2016 ablösefrei geht, wäre für beide Seiten vermutlich die schlechteste Lösung. Völlig ausgeschlossen ist sie noch nicht.

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