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FC Bayern München: Julian Green steht im Mittelpunkt


In den USA im Rampenlicht  

Seltene Hauptrolle für FCB-Talent Julian Green

01.08.2016, 15:32 Uhr | dpa, t-online.de

FC Bayern München: Julian Green steht im Mittelpunkt. Julian Green hat derzeit viel Spaß beim FC Bayern München.  (Quelle: imago images/Zuma Press)

Julian Green hat derzeit viel Spaß beim FC Bayern München. (Quelle: Zuma Press/imago images)

Julian Green genießt momentan einfach. Für den 21-jährigen Amerikaner kann der Amerika-Trip des FC Bayern gar nicht lang genug gehen.

Auf der Münchner Werbetour im Land seines Vaters Jerry kann der US-Nationalspieler endlich mal in jene Hauptrolle schlüpfen, die er im Bayern-Trikot gerne viel öfter ausfüllen würde. "Die ganze Reise ist schön", schwärmt Green. Ganz besonders freut er sich auf den letzten Test gegen Real Madrid am Mittwochabend: "Ja klar, das ist der Höhepunkt."

In Abwesenheit etlicher Topstars ist Green eines der Zugpferde des FC Bayern. Die US-Reporter reißen sich um den Nationalspieler ihres Landes. Bei Marketingterminen ist Green besonders gefragt. Und auf dem Platz erledigt er den Job, der in der regulären Saison wieder Robert Lewandowski zugedacht sein wird: das Toreschießen. In Charlotte, beim 4:1 gegen Inter Mailand, wurde Green nach drei blitzsauberen Treffern gefeiert.

"Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag Gas zu geben und hier meine Chance zu bekommen", sagte der in Florida geborene und in Bayern aufgewachsene Stürmer zu seinem neuen Anlauf unter Trainer Carlo Ancelotti.

Endlich raus aus der zweiten Mannschaft

Green will es weiter beim FC Bayern versuchen, zu dem er im Alter von 14 Jahren wechselte - ungeachtet der vermeintlich übermächtigen Konkurrenz: "Dieses Jahr will ich nicht mehr in der zweiten Mannschaft spielen, sondern in der ersten Mannschaft meinen Weg gehen. Ich weiß, der ist steinig und hart, aber ich werde hart dafür arbeiten."

Auch Ancelotti spendete ihm am Seitenrand Applaus beim Dreierpack gegen Inter. Zweimal vollendete Green klassisch als Torjäger, einmal traf er platziert mit links aus 16 Metern. "Julian war präsent im Strafraum, er hat gut abgeschlossen", lobte Ancelotti.

Er sieht ihn - anders als frühere Trainer - ausschließlich als Mittelstürmer und nicht mehr auf den Flügeln. "Seine beste Position ist zentral. Er kann auch auf den Seiten spielen, aber da ist er meiner Meinung nach nicht so effektiv", sagte der Italiener nach dem Inter-Spiel.

Ein echtes Perspektivgespräch hat Green mit Ancelotti noch nicht geführt. "Wir haben uns 'Hallo' gesagt und ein paar Wörter ausgetauscht", berichtete Green. "Er macht seine Sache gut in der Vorbereitung", sagte Ancelotti.

Riesige Konkurrenz

Aber den neuen Bayern-Trainer zeichnet eben auch aus, dass er sehr ehrlich mit seinen Spielern umgeht: "Die Konkurrenz bei Bayern ist groß. Der Kader ist stark", sagte Ancelotti und verwies ausdrücklich auf Greens Position: "Es wird nicht so einfach sein, da einen Platz zu finden." Dort, vorne drin, wo Lewandowski spielt, wo auch Thomas Müller spielen kann.

Green lässt sich nicht entmutigen. Der Youngster, der bei der WM 2014 im Achtelfinale gegen Belgien ein Tor erzielte, das ihn in den USA schlagartig bekannt machte, will sein letztes Vertragsjahr in München nutzen. Ein Wechsel noch in diesem Sommer ist nicht sein Ziel, auch wenn er ihn nicht ausschließt. "Jetzt und hier denke ich nur an Bayern und nicht an etwas anderes", sagte er.

Green weiß seit einer verkorksten Ausleihe zum Hamburger SV, wie schnelllebig und kaum planbar das Profigeschäft ist. "Da ist nicht alles glatt gelaufen. Aber ich habe mein Ding weiter gemacht. Das werde ich auch in Zukunft weiter machen", kündigte er an.

Auch zu Jürgen Klinsmann will er zurück. Der US-Coach hatte ihn im Sommer nicht für die Copa America nominiert. "Der Kontakt zu Jürgen Klinsmann ist gut. Vor der Copa war ich dabei, beim Turnier leider nicht. Ich hoffe aber, dass ich bald wieder für die USA auflaufen kann." Schließlich lockt 2018 das nächste große Turnier: "Die WM ist noch weit weg, aber immer ein Ziel", sagte Green. Am liebsten würde er in Russland immer noch als Bayern-Profi auflaufen.

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