Topspiel am Samstag

Darum ist Goretzka die Zukunft des FC Bayern – und Vidal nicht

09.02.2018, 16:18 Uhr | Constantin Eckner

"Thema wird aufkochen": Noch-Schalker Leon Goretzka äußert sich vor dem Spiel gegen seinen neuen Verein Bayern München. (Quelle: Omnisport)

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Der Wechsel von Leon Goretzka hat für große Aufregung gesorgt. Am Samstag ist er zum wahrscheinlich letzten Mal mit Schalke in München zu Gast – und trifft auf seinen größten Konkurrenten.

Bayern München konnte einmal mehr ein echtes Luxusschnäppchen auf dem Transfermarkt ergattern. Im Januar gab der deutsche Rekordmeister die Verpflichtung des bald ablösefreien Leon Goretzka im Sommer bekannt. Angesichts der Kaderstruktur kann diese Entscheidung die Weichen für die Zukunft im Mittelfeld der Münchner stellen.

Arturo Vidal (l.) könnte im Sommer schon Vergangenheit sein in München, denn mit Leon Goretzka (r.) steht die Zukunft dann schon bereit. (Quelle: imago)

Die Schwächen des "Kriegers"

Der Bundesliga-Tabellenführer setzt aktuell vor allem auf 4-2-3-1- und 4-3-3-Formationen, in welchen Javi Martínez und Sebastian Rudy die defensivste Position im Mittelfeld bekleiden können. Thiago Alcántara und James Rodríguez sind unterdessen für die Kreativrollen im Zentrum vorgesehen. Als drittes Puzzlestück braucht es einen laufstarken Mittelfeldakteur, der zwischen den Strafräumen die einzelnen Mannschaftsteile zusammenführt und in allen Spielphasen präsent ist.

Arturo Vidal scheint prädestiniert für diese Rolle. Der Chilene ist jedoch mit 30 Jahren und einer langen Historie an Knieverletzungen keine Lösung für die Zukunft. Zudem hat Vidal im Trikot des FC Bayern schon häufig unter Beweis gestellt, dass er taktisch nicht der disziplinierteste Spieler ist. Manches Mal startet der selbsternannte „Krieger“ grundlos Läufe oder schaltet sich unnötigerweise in den Spielaufbau ein.

Als möglicher Ersatz holten die Verantwortlichen im vergangenen Sommer bereits Corentin Tolisso an die Säbener Straße. Der Rekordtransfer aus Frankreich braucht allerdings noch Zeit, bis er eine größere Verantwortungslast im Mittelfeld tragen kann. Zudem präsentiert sich Tolisso als Option auf der rechten Seite und könnte fortan flexibel eingesetzt werden.

Taktisch flexibel und zuverlässig

Goretzka hingegen ist in den letzten Jahren zu einer Säule beim FC Schalke 04 herangereift und bekommt auch von Bundestrainer Joachim Löw mittlerweile regelmäßig das Vertrauen geschenkt. Der 22-Jährige verkörpert eben jenen Box-to-Box-Spieler, der mit seinem taktischen Verständnis und der notwendigen Laufstärke omnipräsent ist.

Defensiv kann Goretzka entweder im Pressing Druck aufbauen oder den Raum vor der eigenen Abwehr schließen. Offensiv ist er sowohl als Anspielstation im Aufbau wie auch als aggressiver Angreifer zu gebrauchen. Bei Schalke versuchte sich Goretzka in der Vergangenheit mit Vorliebe im ballfernen Raum zu positionieren und aus dem Blickfeld der gegnerischen Verteidiger wegzustehlen, um dann im letzten Spielfelddrittel das Zuspiel zu erhalten.

Eine vielversprechende Personalie

Für einen Mittelfeldspieler, der nominell auf der Sechser- oder Achterposition zuhause ist, strahlt Goretzka große Torgefahr aus. Auch deshalb kam er in der Nationalmannschaft in den vergangenen Monaten bereits als verkappter Zehner zum Einsatz. Allein diese Variabilität in Kombination mit seiner taktischen Verlässlichkeit macht Goretzka zu einer vielversprechenden Personalie.

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Am Samstagabend beim Gastspiel der Schalker in München bekommt der 23-Jährige die Chance, sich im Stadion seines baldigen Arbeitgebers zu präsentieren und eben diese Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Sollten beide in der Allianz-Arena auf dem Platz stehen, werden sich Goretzka und Vidal gewiss zur Genüge auf dem Rasen begegnen.

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