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Heimspiel gegen Wolfsburg - Krise auf allen Ebenen: Hannover braucht einen Derby-Sieg


Mehrere Ausfälle  

Krise auf allen Ebenen: Hannover braucht einen Derby-Sieg

08.11.2018, 14:56 Uhr | dpa

Heimspiel gegen Wolfsburg - Krise auf allen Ebenen: Hannover braucht einen Derby-Sieg. Ist von Personalsorgen geplagt: 96-Coach André Breitenreiter.

Ist von Personalsorgen geplagt: 96-Coach André Breitenreiter. Foto: Swen Pförtner. (Quelle: dpa)

Hannover (dpa) - Bei diesem Dauerstreit verliert man langsam auch in Hannover den Überblick. Der Clubchef Martin Kind möchte die Anteilsmehrheit an Hannover 96 übernehmen dürfen und streitet sich deshalb mit der Deutschen Fußball Liga vor einem Schiedsgericht.

Eine Vereinsopposition will diese Übernahme verhindern und den 96-Boss mithilfe einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stürzen. Schon seit Wochen überziehen sich beide Lager gegenseitig mit Stellungnahmen und massiven Vorwürfen.

Mitten in diesen verworrenen Auseinandersetzungen muss sich die Mannschaft von Hannover 96 auf eine sportlich schwierige Situation konzentrieren. Es geht darum, den zweiten Bundesliga-Abstieg in nur vier Jahren zu verhindern. Da Hannover in den ersten zehn Saisonspielen gerade einmal sechs Pünktchen geholt hat, kommt dem Niedersachsen-Derby gegen den VfL Wolfsburg an diesem Freitagabend (20.30 Uhr) eine große Bedeutung zu.

"Wir kennen die Punktzahl. Wir kennen die Tabelle. Wir wissen, dass jetzt ein Sieg notwendig ist, damit wir den Anschluss nicht verlieren", sagte Kind. Der Hörgeräte-Unternehmer kann nur hoffen, dass das heftige Ringen um die künftige Ausrichtung des Clubs die Spieler nicht allzu sehr belastet. "Dieses Thema ist ein Thema der Gremien. Die Mannschaft sollte das nicht tangieren", meinte der Chef.

Zumindest auf der sportlichen Ebene war die Woche des Derbys bislang eine Woche des Schulterschlusses in Hannover. Martin Kind stützte den Trainer André Breitenreiter ("Er hat unser volles Vertrauen"), Manager Horst Heldt tat das Gleiche ("Der Trainer verhält sich exzellent"). Demonstrativ traten Präsident und Sportchef bei einem Pressetermin im Vereinssportzentrum des Tabellen-16. gemeinsam auf.

Wie groß das Vertrauen in Horst Heldt noch ist - diese Frage geriet angesichts der großen Turbulenzen zuletzt immer etwas in den Hintergrund. Gerade das Spiel gegen Wolfsburg erinnert aber noch einmal daran, dass der Manager im Frühjahr gern zum Nachbarn aus der Volkswagen-Stadt gewechselt wäre - bis Clubchef Kind ihm angesichts eines bis 2021 laufenden Vertrages die Freigabe verweigerte.

Zum Schaden des VfL Wolfsburg war diese Entwicklung nicht. Der Beinahe-Absteiger der beiden vergangenen Jahre holte mit Jörg Schmadtke einen anderen begehrten Manager, der wiederum mit Trainer Bruno Labbadia sowie den beiden Toptransfers Wout Weghorst und Jerome Roussillon eine erkennbare sportliche Weiterentwicklung einleitete. Bereits das Pokalderby in der vergangenen Woche gewann der VfL in Hannover mit 2:0. Auch in diesem Bundesliga-Duell am Freitagabend stehen die Wölfe deutlich weniger unter Druck.

In Hannover dagegen hat es Heldt als sportlich Verantwortlicher nicht leicht. Der gescheiterte Wechsel nach Wolfsburg hängt ihm noch an, der zumindest bislang missglückte Umbruch im Sommer genauso.

Trotz der acht Neuzugänge, die für mehr als 17 Millionen Euro verpflichtet wurden, fehlt den 96ern ein überzeugender Ersatz für den zu Schalke 04 gewechselten Verteidiger Salif Sané und ein Partner für den aktuell verletzten Torjäger Niclas Füllkrug. Auf die Frage, ob er in Hannover noch ein genauso großes Vertrauen wie André Breitenreiter spüre, antwortete Heldt am Donnerstag: "Eigentlich schon. Das spüre ich auch bei mir. Aber das müssten sie andere Leute fragen."

Bislang hat sich Martin Kind in Hannover immer vor seinen Trainer und seinen Manager gestellt. Und auch Breitenreiter warb vor dem Spiel gegen Wolfsburg für diesen Kurs. "Wir haben jetzt eine Phase, in der uns Punkte fehlen", sagte der Coach. "Aber das muss man gemeinsam durchstehen, um danach wieder Schritte nach vorn zu machen."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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