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Erinnerung an Relegation - Nach "Halbangst": Wiedersehen zwischen Fortuna und Hertha


Erinnerung an Relegation  

Nach "Halbangst": Wiedersehen zwischen Fortuna und Hertha

09.11.2018, 14:09 Uhr | dpa

Erinnerung an Relegation - Nach "Halbangst": Wiedersehen zwischen Fortuna und Hertha. Bei der Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC im Jahr 2012 ging es zur Sache.

Bei der Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC im Jahr 2012 ging es zur Sache. Foto: Anke Hesse. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Ein Platzsturm, ein geklauter Elfmeterpunkt und ein juristisches Nachspiel: Trainer-Ikone Otto Rehhagel hatte am Rande des Relegationsspiels 2012 nach eigener Auskunft "Halbangst".

Vor dem ersten Aufeinandertreffen seit jenem Skandal-Spiel vor sechs Jahren zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC am Samstag (15.30) kommen bei vielen Fans und Beteiligten Erinnerungen hoch. Doch die Vertreter beider Vereine mühen sich, die Gemüter schon vorab zu beruhigen.

"Das war vor 100 Jahren, ein anderer Trainer, eine andere Hertha, eine andere Situation", sagte Trainer Pal Dardai. Er wolle das kommende Spiel "nicht hochjazzen" und sich "nullkommanull" mit der Relegations-Begegnung befassen. Auch für Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel spielen die Geschehnisse keine Rolle mehr. "Das ist Vergangenheit und nur ein Thema für die Fans", sagte der 64-Jährige.

Die chaotischen Szenen hätten ihm "Halbangst" gemacht, hatte Rehhagel, der die Berliner 2012 trainierte, im Anschluss an die Partie vor dem DFB-Bundesgericht gesagt. "Ich habe 1943 in einem Keller im Ruhrgebiet gesessen, als uns die Amerikaner bombardiert haben", erklärte er. Sein damaliges Gegenüber Norbert Meier findet den Vergleich heute "eine Nummer zu hoch". "Dem Otto nehme ich das nicht übel, der hat das auch nicht so gemeint", sagte er dem "Express".

Trotzdem ist "Halbangst" längst zum geflügelten Wort unter Fortuna-Fans geworden. So sorgte erst nach dem Aufstieg im Frühjahr eine Gruppe von Fans und Bloggern mit der Umdichtung des Abba-Klassikers "Thank You for the Music" in "Danke für den Aufstieg" für Aufsehen. Der Name des Blogs? "Halbangst".

Beide Clubs haben momentan andere Probleme. Die Berliner sogar mit den eigenen Anhängern. Seit den Prügeleien der Hertha-Fans mit der Dortmunder Polizei vor zwei Wochen herrscht Eiszeit zwischen der Geschäftsführung und den Ultras. Im Spiel gegen Leipzig gab es einen Stimmungsboykott. Inzwischen gibt es Zeichen der Annäherung. "Herthaner gegen Herthaner - das verstehe ich nicht, da müssen wir eine Lösung finden", lautete Dardais Appell an beide Seiten.

Derweil muss Funkel seine Mannschaft nach sieben Bundesliga-Spielen ohne Sieg wieder in die Erfolgsspur führen. Die Rheinländer sind gleichauf mit dem VfB Stuttgart Tabellenletzter. Die sportliche Situation mache ihm Sorgen, sagte Funkel, betonte aber: "Ich hatte nie Angst in meinem Leben - oder Halbangst."

Am 15. Mai 2012 hatte es zwischen Fortuna und Hertha kurz vor Schluss 2:2 gestanden. Den Berlinern fehlte nur ein Tor, um die Klasse zu halten. Doch die Vorfreude der Fortuna-Fans kannte keine Grenzen. Sie stürmten das Feld, als sie den Abpfiff zu hören glaubten. Die Mannschaften flüchteten in die Kabine. Ein Fan klaute einen Elfmeterpunkt. Erst mehr als 20 Minuten später konnte die Partie fortgesetzt werden. Es fiel kein Tor mehr: Hertha war abgestiegen. Daran konnte auch ein Protest gegen die Spielwertung nichts ändern. Erst zehn Tage später durften die Rheinländer den Aufstieg nach der Entscheidung des Gerichts offiziell feiern.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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