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Kimmich ├╝ber Corona, Impfen und Bel├Ąstigungen durch Journalisten

Von t-online, Mey

Aktualisiert am 13.12.2021Lesedauer: 7 Min.
Joshua Kimmich bereut, dass er sich nicht eher hat impfen lassen.
Joshua Kimmich bereut, dass er sich nicht eher hat impfen lassen. (Quelle: MIS/imago-images-bilder)
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Bayern-Star Joshua Kimmich zeigt sich nach seiner Corona-Infektion gel├Ąutert. Er bereut, dass er sich nicht fr├╝her hat impfen lassen. Was er im gro├čen Interview noch zu sagen hatte, lesen Sie hier.

Am Sonntagmorgen sickerten die ersten Informationen aus dem Exklusivinterview des ZDF mit Bayern-Star Joshua Kimmich durch. Am Abend strahlte der TV-Sender dann das komplette Interview aus. Die Aussagen Kimmichs im Wortlaut lesen Sie hier.

Kimmich ├╝ber seinen Krankheitsverlauf und wie es ihm heute geht...

... Generell war es nat├╝rlich eine sehr, sehr schwierige Zeit f├╝r mich. Ich hatte Gl├╝ck, dass mein Krankheitsverlauf relativ mild war. Ich hatte wenig Symptome, habe auch nichts geschmeckt und nichts gerochen. Leider wurde bei mir bei der Abschlussuntersuchung bei der Computertomographie festgestellt, dass ich noch ein bisschen Fl├╝ssigkeit in der Lunge habe und deshalb zehn Tage ruhiger machen muss, erst danach wieder ins normale Training einsteigen kann.

├ťber die Fl├╝ssigkeitsablagerungen in seiner Lunge und wie es jetzt weitergeht ...

... Das bedeutet, dass ich jetzt noch kein intensives Training machen kann, weil sonst die Gefahr besteht, dass das aufs Herz geht und man dann l├Ąngere Folgen davontr├Ągt. Aber wenn ich es jetzt etwas ruhiger angehen lasse, dann sollten da keine weiteren Folgen entstehen.

├ťber seine Gedanken, als er erfahren hat, dass er an Corona erkrankt ist ...

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... Das war nat├╝rlich nicht sch├Ân. Ich war davor schon zwei Wochen in Quarant├Ąne, jeweils eine Woche als Kontaktperson. Und am letzten Tag der Quarant├Ąne kam dann der positive Test. Da habe ich dann gehofft, dass ich einen milden Verlauf haben werde und keine Folgesch├Ąden davontrage.

Joshua Kimmich erkrankte am Coronavirus.
Joshua Kimmich erkrankte am Coronavirus. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Der Nationalspieler dar├╝ber, warum er noch nicht geimpft ist ...

... Ich habe lange Zeit sowohl bei der Krankheit als auch beim Impfen Risiken gesehen. Ich dachte, ich kann mich selbst vor der Krankheit sch├╝tzen, wenn ich mich an die entsprechenden Ma├čnahmen halte. Dadurch, dass ich alle drei Tage getestet wurde, konnte ich auch ausschlie├čen, dass ich eine Gefahr f├╝r die anderen bin. Das war f├╝r mich auch wichtig.

Im Endeffekt habe ich dann gesp├╝rt, gerade jetzt in der vierten Welle, wo die Inzidenzen wieder steigen, dass man es nicht nur durch eigenes Verhalten beeinflussen kann, ob man mit dem Virus in Kontakt kommt oder nicht. Wir hatten dann auch in der Mannschaft den einen oder anderen Fall, weshalb ich dann in Quarant├Ąne musste. Und da wurde mir bewusst: Du hast es nicht nur in der eigenen Hand.

├ťber einen Impftermin ...

... Ich hatte sogar schon einen Impftermin w├Ąhrend meiner zweiten Quarant├Ąnephase. Als Kontaktperson habe ich den Termin mit dem Arzt vereinbart. Leider kam mir dann die Erkrankung zuvor.

Jetzt ist es erst mal so, dass ich in ein paar Tagen als genesen gelte. Dieser Status dauert dann eine gewisse Zeit lang an. Wenn das dann empfohlen wird und der Zeitpunkt da ist, dann werde ich mich impfen lassen.

Kimmich ├╝ber seine Spielpause und ein schlechtes Gewissen seinen Mannschaftskollegen gegen├╝ber ...

... Das schlechte Gewissen ist auf jeden Fall da. In erster Linie meiner Familie gegen├╝ber, die sich viel anh├Âren musste. Aber nat├╝rlich auch meinen Mitspielern gegen├╝ber. Ich war dann derjenige, der zu Hause sa├č und diese Highlight-Spiele verpasst hat und der Mannschaft nicht helfen konnte. Genauso gut habe ich da die Mannschaft im Stich gelassen. Nicht dadurch, dass ich mich infiziert habe. Aber dadurch, dass ich zweimal jeweils eine Woche verpasst habe, weil ich Kontaktperson war ÔÇô das w├Ąre mit einer Impfung nicht passiert.

W├Ąhrend seine Kollegen ├╝ber den Sieg im Topspiel beim BVB jubelten, sa├č Joshua Kimmich auf der Couch.
W├Ąhrend seine Kollegen ├╝ber den Sieg im Topspiel beim BVB jubelten, sa├č Joshua Kimmich auf der Couch. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

├ťber Kritik aus der Mannschaft ...

... Kritik gab es nicht. Wir haben relativ offen und ehrlich dar├╝ber gesprochen. Einige Mitspieler haben nat├╝rlich nachgefragt. Am Ende des Tages ist es die Entscheidung jedes Einzelnen, die dann auch jeder akzeptieren muss. Auf der anderen Seite kann ich es auch verstehen und w├Ąre bei mir genau gleich, wenn man sich dar├╝ber ├Ąrgert, dass ein Mitspieler in wichtigen Spielen fehlt.

├ťber das gek├╝rzte bzw. gestrichene Gehalt durch den Klub ...

... Absolut kann ich das nachvollziehen. In der Thematik gibt es keine zwei Meinungen. Das war das gute Recht des Vereins, davon haben sie Gebrauch gemacht und deswegen hat man das zu akzeptieren.

├ťber Kritik an seiner Impfzur├╝ckhaltung ...

... Jegliche sachliche Kritik kann ich nachvollziehen und kann ich auch verstehen, vor allem zur jetzigen Zeit, wo die Inzidenzen wieder ansteigen. Trotzdem muss ich sagen, wurden einige Grenzen ├╝berschritten. Ich hatte das Gef├╝hl, dass es den einen oder anderen gab, der sich durch diese Diskussion profilieren wollte. Das war dann nicht nur sachliche Kritik und es ging nicht nur darum, die Unentschlossenheit zu kritisieren.

Joshua Kimmich stand heftig in der Kritik.
Joshua Kimmich stand heftig in der Kritik. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Das Verhalten als Vorbildfunktion ...

... Auch diese Frage habe ich mir oft gestellt. Nat├╝rlich bin ich mir dem bewusst, dass ich eine gewisse Vorbildfunktion darstelle. Ich bin Nationalspieler, ich bin Spieler vom FC Bayern M├╝nchen. Und trotzdem bin ich auch nur ein Mensch, der ├ängste und Bedenken hat. Wir sind momentan in einer Pandemie in einer Situation, die f├╝r keinen leicht und sch├Ân ist. Auch, wenn man sich ├╝berlegt, was die Politiker f├╝r Entscheidungen treffen m├╝ssen. Die m├╝ssen Entscheidungen mit einer unglaublichen Reichweite treffen in einer Zeit, wo vieles ungewiss ist, wo sich vieles schnell ver├Ąndert.

Wir haben ein Virus, das sich schnell ver├Ąndert. Dann haben wir einen neuen Impfstoff, wo man auch stetig weiter dazulernt. Und da immer die richtige Entscheidung zu treffen, ist unglaublich schwer. Auch da wurden viele Fehler gemacht und auch deshalb verstehe ich es nicht ganz, wieso einem Menschen wie mir dann dieser Fehler nicht zugestanden wird und man da dann fast aus allen Richtungen mit dem Finger zeigt und auch urteilt. Da hat mir das Differenzierte gefehlt.

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├ťber die Kritik im Allgemeinen ...

... Es geht gar nicht darum, meine Unentschlossenheit und diese Entscheidung zu rechtfertigen. Dass man das kritisiert, ist f├╝r mich v├Âllig in Ordnung und war zu erwarten. Das muss ich aushalten. Es ist aber schwierig, wenn es dar├╝ber hinausgeht. Ich meine, gerade in meinem Fall sind dann viele pers├Ânliche Informationen an die ├ľffentlichkeit gelangt. Es war dann so, dass man in mein Heimatdorf gefahren ist, versucht hat, meine Eltern vor die Kamera zu kriegen oder meine Tante und meinen Onkel. Man ist ins Dorf gegangen, in die Wirtsh├Ąuser, hat dort versucht, die Leute vor die Kamera zu kriegen. Auch in der Kirche.

Sogar bei der Beerdigung meines Opas war Presse vor Ort. Und da stelle ich mir schon die Frage: Wo ist da die Grenze? Wie wollen wir miteinander umgehen in unserer Gesellschaft? Wir sprechen immer von Respekt, Toleranz, Offenheit ÔÇô und das sind genau Werte, die mir in meiner Diskussion extrem gefehlt haben. Da wurden einfach Grenzen ├╝berschritten, wo manche auf den Zug aufgesprungen sind, um sich selbst zu profilieren und die ganze Diskussion f├╝r sich selbst zu nutzen. Das verurteile ich absolut.

Kimmich ├╝ber die Frage, inwiefern er mit seinem Verhalten daf├╝r verantwortlich ist, dass zurzeit viele Menschen noch nicht geimpft sind ...

... Das ist eine Entscheidung, die jeder f├╝r sich selbst treffen muss. Ich finde es gut und sch├Ân, dass viele Vorbilder ihre Rolle nutzen und auch zum Impfen aufrufen. Generell glaube ich nicht, dass es meine Aufgabe ist, die Menschen vom Impfen zu ├╝berzeugen. Es ist auch nicht der richtige Weg, jeden Menschen bis er nicht mehr kann unter Druck zu setzen. Es lohnt sich auch, zu erfragen: Wovor haben die Menschen Angst? Warum haben sie Bedenken?

Nat├╝rlich gibt es Menschen ÔÇô Verschw├Ârungstheoretiker und "Querdenker" ÔÇô von denen ich mich auch ganz klar distanziere. Aber ich glaube, es gibt doch noch Menschen, die einfach unentschlossen sind und ├ängste sowie Bedenken haben. Wenn wir jetzt sagen, wir haben genug aufgekl├Ąrt, jetzt m├╝ssen wir Druck aus├╝ben, bin ich mir nicht sicher, ob das der richtige Weg ist. Das wird dann zu einer noch gr├Â├čeren Spaltung unserer Gesellschaft f├╝hren.

├ťber seine Initiative "We Kick Corona" und wie es zusammenpasst, dass er unentschlossen war und noch nicht geimpft ist ...

... Generell ging es darum, Menschen schnell zu helfen, die unter Corona gelitten haben. Im Endeffekt haben wir alle gelitten, aber es gibt gro├če Verlierer. Wir haben unter anderem mit der UNICEF ein Projekt gegr├╝ndet, das daf├╝r sorgt, dass L├Ąnder, die noch keinen Zugriff auf Impfstoff haben, versorgt werden. Ich meine, in unserem Land haben wir den Luxus, dass es darum geht, die Menschen zu boostern. In anderen L├Ąndern haben die Menschen gar nicht die M├Âglichkeit, die Entscheidung zu treffen: Impfen ja oder nein? Sie haben den Impfstoff nicht. Allein diese Tatsache zeigt, dass ich kein Impfgegner bin.

Was Kimmich r├╝ckblickend anders machen w├╝rde und ├╝ber seine Fehler ...

... Nat├╝rlich w├Ąre es besser gewesen, mich fr├╝her impfen zu lassen. Aus mehreren Gr├╝nden. Es gibt ja mehrere gute Gr├╝nde, sich impfen zu lassen. In erster Linie, damit man sich selbst nicht infiziert. Wobei man das ja auch nicht mit Gewissheit sagen kann. Aber mit Gewissheit kann ich sagen, dass ich nicht h├Ątte in Quarant├Ąne gehen m├╝ssen als Kontaktperson.

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Generell war es f├╝r mich einfach schwierig, mit meinen ├ängsten und Bedenken umzugehen. Deshalb war ich auch so lange unentschlossen und konnte die Entscheidung zu dem Zeitpunkt auch nicht treffen und musste erst das durchleben, was ich jetzt durchlebt habe. R├╝ckblickend gesehen w├╝rde ich gerne die Entscheidung des Impfens fr├╝her treffen. Aber zu dem damaligen Zeitpunkt war es mir eben nicht m├Âglich.

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