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UEFA ermittelt gegen zwei Real-Profis

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Champions League - Gruppe G  

Real-Profis sollen Platzverweise beabsichtigt haben

24.11.2010, 16:14 Uhr | dpa, t-online.de, t-online.de, dpa

UEFA ermittelt gegen zwei Real-Profis. Geplanter Platzverweis? Reals Xabi Alonso (li.) trottet vom Feld. (Foto: dpa)

Geplanter Platzverweis? Reals Xabi Alonso (li.) trottet vom Feld. (Foto: dpa) (Quelle: imago)

Sind zwei amtierende Weltmeister vorsätzlich vom Platz geflogen? Real Madrids spanische Superstars Xabi Alonso und Sergio Ramos sind wegen des Verdachts absichtlich provozierter Platzverweise ins Visier der UEFA geraten. Derzeit wird geprüft, ob sich die beiden Madrilenen ihre Gelb-Roten Karten bei der 4:0-Gala der Königlichen im Champions-League-Spiel bei Ajax Amsterdam absichtlich eingehandelt und damit unsportlich verhalten haben. Der Verband prüfte den Schiedsrichterbericht und wollte danach entscheiden, ob ein Verfahren gegen die beiden Real-Profis eingeleitet wird.

Alonso und Ramos waren in Amsterdam in der Endphase der Partie jeweils wegen Zeitspiels vom Platz gestellt worden. Alonso verließ den Platz ohne jeden Protest, Ramos gab dem Referee sogar freundlich die Hand. Spanische Medien hatten keinen Zweifel daran, dass die Real-Profis sich die Platzverweise absichtlich eingehandelt hatten, um die anstehende Sperre im letzten Gruppenspiel gegen AJ Auxerre verbüßen und unbelastet ins Achtelfinale gehen zu können.

Für die Madrilenen ist die Partie gegen die Franzosen bedeutungslos, weil sie bereits als Gruppensieger feststehen.

Steckt Kalkül hinter der Geschichte?

In Spanien wurde vermutet, dass Real-Trainer José Mourinho die Spieler angewiesen hatte, sich vom Platz stellen zu lassen. Die Medien veröffentlichten Aufnahmen, die den Coach am Spielfeldrand im Gespräch mit Alonso zeigen. An Ramos soll die Order auf dem Wege der "stillen Post" gegangen sein: Eine Serie von Pressefotos ließ erahnen, dass Mourinho die Anweisung zuerst auf der Bank dem Ersatzkeeper Jerzy Dudek übermittelte, dieser sie Torwart Iker Casillas weitergab, der dann schließlich Ramos informierte. Der Trainer und die Real-Spieler bestritten die Medienberichte.

Angeblich geplante Aktion von Mourinho

Die Disziplinarkommission der UEFA prüft derzeit die Fernsehbilder und will anschließend über mögliche Sanktionen entscheiden. "Vorführung und Polemik" titelte die "AS" und warf Mourinho vor, dass er beide Profis zu den Regelwidrigkeiten angestiftet habe. Wenn die "AS" richtig liegt, hätte Mourinho eine bühnenreife Show abgeliefert. Denn nach dem Abpfiff beschwerte sich der Portugiese über die Platzverweise.

Erinnerungen an einen Fall von 1991

Die Angelegenheit erinnert an einen Fall aus dem Jahr 1991. Kölns damaliger Trainer Erich Rutemöller hatte im Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg Stürmer Frank "Otze" Ordenewitz mit dem berühmt gewordenen Spruch "Mach et, Otze!" dazu aufgefordert, sich eine Rote Karte einzuhandeln. Damit hätte Ordenewitz die Strafe in der Bundesliga abbrummen und im Pokalfinale mitspielen können.

Kurz vor dem Ende schlug der Profi des 1. FC Köln den Ball weg und wurde wie erhofft vom Feld gestellt. Dumm nur, dass Rutemöller vor TV-Kameras den Vorfall später ausplauderte und der damalige DFB-Chefankläger Hans Kindermann Ordenewitz für das Endspiel gegen Bremen sperrte.

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