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Champions-League-Viertelfinale: Madrid fährt mit Respekt zum Außenseiter

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Real fährt mit Respekt zum Außenseiter

27.03.2012, 14:32 Uhr | dpa

Champions-League-Viertelfinale: Madrid fährt mit Respekt zum Außenseiter. Real Madrids Mittelfeldspieler Mesut Özil. (Quelle: imago)

Real Madrids Mittelfeldspieler Mesut Özil. (Quelle: imago)

Das kleine Stadion mit Platz für 22.859 Zuschauer ist seit Wochen ausverkauft, die heimischen Blätter überschlagen sich mit Superlativen. Die Champions-League-Sensation APOEL Nikosia darf sich im Viertelfinal-Hinspiel mit Real Madrid messen.

Nach der Wunderreise durch die Vorrunde und dem Elfmeter-Coup gegen Olympique Lyon im Achtelfinale soll das Duell mit Mesut Özil, Cristiano Ronaldo & Co. für das erste zyprische Team im Königsklassen-Viertelfinale ein weiterer Fußball-Feiertag werden.

"Erster Schritt für das Halbfinale"

"Wir haben etwas Besonderes erreicht, etwas, was nie wieder passieren wird", sagte APOEL-Präsident Phivos Erotokritou. "Die Uhr für das Treffen mit der Fußballgeschichte tickt für APOEL", schrieb die Zeitung "Goal News". "Das Spiel mit Real ist der Höhepunkt der Geschichte des Vereins", urteilten gleich mehrere Zeitungen. Das politische Blatt "Charavgi" ging mit ihrer Schlagzeile forsch in die Offensive: "Erster Schritt für das Halbfinale", schrieb die Zeitung.

Dabei ist der zyprische Meister erst zum zweiten Mal im Millionenspiel Königsklasse dabei. Vor zwei Jahren schied das Team ohne jeden Sieg als Gruppenletzter aus. Niemand nahm Notiz von den Billigkickern. Dieses Mal schafft es der bunt zusammengewürfelte Haufen aus Brasilianern, Portugiesen, Griechen und Zyprern sogar, dem Star-Ensemble von Real Madrid Respekt einzuflößen.


Real ist vor dem Gegner gewarnt

Und was aus Madrid hervordrang, klang durchaus nach ein bisschen mehr als den üblichen Anstandsgesten. "Wir können da kein lockeres Spielchen hinlegen. Wir haben großen Respekt vor APOEL, weil sie eine gute Gruppenphase hingelegt haben", sagte Sami Khedira. Auch der sonst so selbstbewusste Real-Coach Jose Mourinho geht davon aus, "dass uns diese Mannschaft vor eine harte Aufgabe stellen wird". "APOEL war die Überraschungself im Wettbewerb und wir müssen mit großem Respekt zu Werke gehen", sagte Reals Vorstandsmitglied Emilio Butragueño.

Der frühere Stürmer schränkte aber auch realistisch ein: "Es stimmt, es gab andere Teams im Lostopf, die wir unbedingt vermeiden wollten." Der Ausflug auf die Mittelmeerinsel soll für die Königlichen daher auch nur ein Zwischenstopp auf dem Weg ins erhoffte Halbfinale gegen den FC Bayern München oder Olympique Marseille werden.

Nikosias Trainer: "Wir brauchen Ballbesitz. Sonst gehen wir unter"

Die Tickets in Nikosia sind restlos verkauft. In der vergangenen Woche gab es einen Kampf um die letzten 800 Karten. Mehr als 4000 Menschen standen stundenlang Schlange, der Vorstand von APOEL entschuldigte sich später. "Auch wenn wir ein Stadion mit dreifacher Kapazität hätten, würden wir es füllen. Es ist menschlich nicht machbar, alle zu befriedigen", hieß es in einer Vereinsmitteilung. Sogar aus Griechenland, Australien und Kanada gab es Ticketanfragen.

Und wie sieht die Taktik von Trainer Ivan Jovanovic beim Streben nach dem nächsten Fußballwunder aus? "Wir brauchen Ballbesitz. Sonst gehen wir unter", sagte der Coach kurz und knapp.

Lissabon hat keine schlaflosen Nächte wegen Chelsea

Im zweiten Spiel zur Viertelfinal-Ouvertüre ruhen alle englischen Hoffnungen auf dem FC Chelsea. Der letzte Vertreter von der Insel tritt als leichter Favorit bei Benfica Lissabon an. "Chelsea ist ein großer Name, aber wir werden deshalb keine schlaflosen Nächte haben", sagte Benfica-Sportdirektor Rui Costa.

Benfica-Legende Eusebio träumt 50 Jahre nach dem letzten Europacup-Coup seines Stammklubs sogar vom Champions-League-Triumph 2012. "Chelsea ist auf unserem Niveau", sagte Eusebio. Die Engländer setzen im Estadio da Luz auf die ehemaligen Benfica-Profis David Luiz und Ramires. "Sie kennen die Atmosphäre dort und können ihren Kollegen viele hilfreiche Informationen geben", sagte Chelseas Interimscoach Roberto di Matteo.

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