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Wettskandal: Kapitän des SC Verl von Mitspieler belastet

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Wettskandal  

Mitspieler belastet Verler Kapitän

02.12.2009, 12:14 Uhr | sid

Spielpartner: Patrick Neumann (rechts) wollte Teamkamerad Christian Knappmann für Manipulationen gewinnen. (Foto: imago)Spielpartner: Patrick Neumann (rechts) wollte Teamkamerad Christian Knappmann für Manipulationen gewinnen. (Foto: imago) Beim SC Verl kehrt im Rahmen der Ermittlungen im Wettskandal keine Ruhe ein. So soll der suspendierte Kapitän des Regionalligisten, Patrick Neumann, versucht haben, Mitspieler zur Manipulation anzustiften. Das sagte dessen früherer Verler Teamkollege Christian Knappmann der "Sport Bild".

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"Lass uns doch gegen uns wetten"

"Im Training kam Pepe zu mir. Er meinte: Knappi, kriegst du auch so miese Prämien. Lass uns doch mal gegen uns wetten", soll Patrick Neumann, der von seinen Mitspielern offenbar "Pepe" gerufen wurde, laut Knappmann gesagt haben: "Ich hielt das für einen dummen Spruch, er wollte wahrscheinlich erst mal bei mir vorfühlen. Ich habe aber sofort gesagt: so ein Quatsch!"

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Nach Ablehnung unter Druck gesetzt

Verl-Angreifer Knappmann ging eigenen Angaben zufolge nach Bekanntwerden des Skandals durch die Staatsanwaltschaft Bochum vor knapp zwei Wochen zusammen mit einem Teamkollegen zur Vereinsführung. Dort berichtete er, dass Neumann ihn möglicherweise für Manipulationen gewinnen wollte. "Jetzt im Nachhinein ergibt alles einen Sinn. Zum Beispiel, dass einer unserer Spieler ein Training plötzlich abbrach mit Muskelfaserriss. Wir haben ihn wochenlang damit aufgezogen, weil ihm das niemand abnahm. Wir dachten, er hätte keine Lust auf Training. Nun ist klar, warum er das wirklich gemacht hat. Er bekam vor dem Gladbach-Spiel ein konkretes Angebot. Nach seiner Ablehnung wurde er unter Druck gesetzt, bekam Angst - und ließ sich lieber krankschreiben", sagte Knappmann.

Neumann ist untergetaucht

Derweil ist der beschuldigte Neumann aus Angst vor Racheakten der Wettmafia bei seiner Freundin ausgezogen und hält sich derzeit an einem unbekannten Ort versteckt. Unter anderem sollte das Spiel des SC Verl gegen Borussia Mönchengladbach II im Mai verschoben werden, doch Verl gewann auch dank zweier Tore von Knappmann entgegen der Absprache mit 4:3. Neumann waren von der Wettmafia für eine Niederlage "zwischen 5000 und 10.000 Euro" versprochen worden. Der ehemalige Verler Kapitän will nach Angaben seines Anwalts Lutz Klose möglicherweise noch einmal bei der Staatsanwaltschaft aussagen.

Hagedorn bestreitet Beteiligung

Tim Hagedorn, der beim Regionalligisten ebenfalls suspendiert ist, hat nach Angaben seines Anwalts bei den Ermittlungsbehörden eine Beteiligung an Manipulationen bestritten. Sein Mandant sei in der Woche vor der Partie gegen Mönchengladbach II (4:3) von einem Mitspieler angesprochen worden, "dass man das Spiel gegen Zahlung einer Geldsumme verlieren solle." Einen Kontakt zu einem Wettpaten habe es nicht gegeben. Wie der Anwalt betonte, habe Hagedorn "dieses Begehren eindeutig abgelehnt und die Ablehnung während des Spiels nochmals wiederholt". Hagedorn habe sogar die Vorlage zum 4:3-Siegtreffer gegeben.

SV Lippstadt schaltet Anwalt ein

Unterdessen soll nach Angaben der "Sport Bild" auch ein nordrhein-westfälischer Sechstligist in den Betrugsskandal verwickelt sein. Der SV Lippstadt 08 hat bereits Anwalt Georg Schierholz eingeschaltet. "Wir haben Hinweise bekommen, dass auch wir betroffen sind", sagte Schierholz, der Akteneinsicht bei der Bochumer Staatsanwaltschaft beantragen will.

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